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Das Stuttgarter Unternehmen sereact hat eine Finanzierungsrunde über 110 Millionen US-Dollar abgeschlossen, um die Entwicklung seiner KI-basierten Robotertechnologie voranzutreiben und in den US-Markt zu expandieren. Die KI-Modelle sollen Greifarm- und humanoide Roboter in Lager-, Produktions- und Gesundheitseinrichtungen intelligenter machen.

Dirk Meyer (kai)

Seit der Gründung 2021 entwickelt sereact ein neuronales Netzwerk, das Greifarmroboter befähigt, Bewegungen eigenständig vorauszuplanen und Aufgaben ohne vorheriges Training zu erledigen. Die KI nutzt echte Bewegungsdaten aus praktischen Anwendungen, um Robotern ein realitätsnahes Verständnis der Umgebung zu vermitteln. Das System soll dadurch effizienter und flexibler arbeiten als bisherige Ansätze, die vorwiegend auf simulierten Daten basieren.

KI-System im Praxiseinsatz

Die Technologie von sereact wird bereits seit mehreren Jahren in verschiedenen Branchen genutzt. Dazu zählen Automobilhersteller, Modeversandhäuser sowie Online-Supermärkte, bei denen Roboter Bauteile sortieren, Retouren prüfen und Aufgaben in Echtzeit ausführen. Innerhalb weniger Stunden können Greifarmroboter in Betrieb genommen werden, auch wenn sie zuvor unbekannte Aufgaben übernehmen sollen.

Mehr als eine Milliarde Bewegungsdatensätze sind in das zentrale neuronale Netzwerk von sereact eingeflossen, das als „Robotergehirn“ bezeichnet wird. Mit der neuesten Version Cortex 2.0 sowie einem erweiterten World Model sollen Roboter künftig nicht nur reagieren, sondern vorausschauend handeln können. Das System lernt kontinuierlich aus allen Bewegungen und passt die Handlungen an veränderte Bedingungen an.

Erweiterung auf humanoide Robotik

Mit der aktuellen Finanzierungsrunde sollen Forschung und Entwicklung auf komplexere Einsatzfelder ausgeweitet werden. Dazu gehören humanoide Roboter für private Haushalte, Krankenhäuser und Labore. Erste Feldstudien mit Robotern in Pflegeeinrichtungen laufen bereits, um Aufgaben wie Essensausgabe, Stationsarbeiten oder Laborunterstützung zu testen. Ziel ist es, die KI so weiterzuentwickeln, dass Roboter auch in unvorhersehbaren Umgebungen eigenständig agieren können.

Internationale Expansion geplant

Ein weiterer Schwerpunkt des Kapitals liegt auf der Expansion in die USA. In Boston wurden Büros eröffnet und erste Mitarbeitende eingestellt. Der Standort soll den Zugang zu Talenten und Kooperationen in einem der führenden Robotik-Hubs der USA erleichtern. Die Unternehmenszentrale und zentrale Entwicklungsarbeit bleiben weiterhin in Stuttgart.

Das Start-up beschäftigt mittlerweile über 100 Mitarbeitende in Europa und den USA und generiert einen Umsatz in Millionenhöhe. Mit der jüngsten Finanzierung sollen Forschung, Produktentwicklung und internationale Markterschließung beschleunigt werden.

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