Hohe Energiepreise: Bundesbürger suchen alternative Heizmethoden

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Die dramatisch steigenden Energiekosten haben in Deutschland eine Welle der Besorgnis ausgelöst. Viele Bundesbürger sind auf der Suche nach alternativen Lösungen. Neben Öfen ist die Nachfrage nach elektrischen Heizgeräten gestiegen. Aber auch kuriose Ansätze wie Teelicht-Öfen stehen derzeit ganz oben auf der Liste der meistgesuchten Begriffe im Internet. Einige Heizmethoden sind jedoch nicht nur ungeeignet zum Heizen von Innenräumen, sondern gefährlich.

Dank Holz unabhängig von Gas und Öl?

Die Preise für Gas und Öl bereiten Verbrauchern derzeit massives Kopfzerbrechen. Die Energierechnungen vieler Haushalte könnten sich schon bald vervielfachen. Der Preis für den fossilen Rohstoff Gas stieg im vergangenen Jahr zwischenzeitlich um mehr als 1.000 Prozent. Auch die Kosten für Heizöl sind in den letzten zwölf Monaten in die Höhe geschnellt. Während Abnehmer am 15. September 2021 noch 74,2 Euro für 100 Liter zahlen mussten, waren es Mitte September 2022 bereits 158 Euro. Damit haben sich die Kosten mehr als verdoppelt.

Um langfristig unabhängig von Gas- und Öl-Lieferungen zu werden, informieren sich zahlreiche Immobilienbesitzer und Mieter über alternative Heizmethoden mit Holz. Unter anderem lässt sich der nachwachsende Rohstoff mit Kaminöfen zum Heizen einsetzen. Viele Schornsteinfeger führen in den vergangenen Wochen verstärkt Beratungsgespräche, um Hausbesitzer fachkundig zu beraten.

Kompetente Beratung ist ein Muss

Da jedes Gebäude individuelle Voraussetzungen mit sich bringt, sind pauschale Aussagen über den Nutzen von Öfen als alternative Heizmethode nicht möglich. Jeder Einzelfall muss bedarfsgerecht analysiert werden. Von der Eignung des Schornsteins für einen Ofenanschluss bis zum Wärmebedarf reichen die Faktoren für eine sinnvolle Entscheidung. In bereits sanierten Altbauten sowie Neubauten mit hochwertiger Wärmedämmung ist die bedarfsgerechte Ofenauswahl besonders wichtig. Für Niedrigenergiehäuser mit bis zu neun Kilowattstunden (kWh) Wärmebedarf empfehlen Experten hier beispielsweise einen wasserführenden Ofen. Diese Öfen übertragen überschüssige Wärmeenergie über einen Warmwasser-Wärmetauscher an einen Pufferspeicher, um das Haus nach Bedarf mit Warmwasser und Heizenergie zu versorgen. Klassische Kachelöfen und Kaminöfen sind für viele Wohnhäuser zu hoch dimensioniert, wodurch sich der Wohnraum schnell in eine Sauna verwandelt und Energie verschwendet wird.

Ratsam ist die Beanspruchung einer Energieberatung der Verbraucherzentrale. Die Verbraucherschützer beraten objektiv zu den verschiedenen Optionen für den individuellen Bedarf und zeigen Fördermöglichkeiten auf.

Langes Warten und steigende Preise bei Feuerholz

Mit Wartezeiten müssen interessierte Hausbesitzer beim Kauf eines Ofens bundesweit rechnen. Vielerorts sind die Wartelisten der Ofenbauer bereits derart lang, dass die Kundschaft über sechs Monate auf bestellte Öfen warten muss. Hinzu kommt, dass die Brennholzpreise steigen und mit Lieferstopps zu rechnen ist. In einigen Regionen ist Scheitholz ausverkauft.

Auch hinsichtlich krimineller Machenschaften machen sich die negativen Veränderungen am Markt bemerkbar. Wie die Zeit online bereits im August berichtete, sind immer häufiger Holzdiebe unterwegs. Im Internet locken wiederum Fake-Shops mit auffällig günstigen Preisen für Brennholz und Holzpellets. Nach der Bezahlung erhalten Holzkäufer entweder keine Lieferung oder minderwertige Ware.

Elektrische Heizgeräte boomen

Weil das Nachrüsten von Öfen nicht für alle Bundesbürger eine Option ist, steigt die Nachfrage nach strombetriebenen Heizgeräten ebenfalls. Laut einer repräsentativen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov haben elf Prozent der Befragten aufgrund der drohenden Energiekrise ein elektrisches Heizgerät angeschafft. Zudem wurde in Solar- und Windkraft investiert: Während jeder Zehnte eine Solaranlage gekauft hat, entschieden sich sieben Prozent für eine Windkraftanlage.

Teelicht-Öfen – nicht mehr als eine Spielerei

Die sogenannten Teelicht-Öfen sind – zumindest in den sozialen Medien – derzeit stark gefragt. Im Internet tummeln sich diverse Bauanleitungen für eine solche „Heizmethode“. Mehr als ein Bastelprojekt stellen derartige Lösungen allerdings nicht dar. Schließlich würde allein das Heizen eines 20 Quadratmeter großen Raums deutlich mehr als ein Dutzend dieser Bastelöfen erfordern, um eine annährend angemessene Heizleistung zu erzielen. Nicht zu vergessen: Brennende Kerzen steigern den Sauerstoffverbrauch in Innenräumen.

Warnung vor Kohlenmonoxid-Vergiftung

Viele alternative Heizmethoden sind nicht für Innenräume konzipiert und können für Mensch und Tier schnell gefährlich werden. Dies trifft unter anderem auf Heizpilze, Grills, Gasheizstrahler und Terrassenfeuer zu. Lebensbedrohlich wird es immer dann, wenn durch die Verbrennung von Brennstoffen Abgase entstehen und der Atemluft in Räumlichkeiten Sauerstoff entzogen wird. Die tödliche Gefahr geht unter anderem von Kohlenmonoxid aus – ein unsichtbares und geruchloses Gift, das bei hoher Konzentration in wenigen Minuten zum Tod führt.

Die Initiative zur Prävention von Kohlenmonoxid-Vergiftungen leistet Aufklärungsarbeit und informiert auf der Internetpräsenz CO macht K.O. zu dieser unterschätzten Gefahr.


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