Umweltplakette: So fahren Sie in Städten mit Umweltzonen

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Nicht nur die Behörden in Deutschland, sondern auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist bestrebt, durch das Setzen bestimmter Grenzwerte für eine möglichst saubere Luft zu sorgen. Im Bezug auf Stickstoffdioxid und Feinstaub hatte die WHO zuletzt im Jahr 2005 ihre Empfehlungen definiert. die im september 2021 erfolgte Verschärfung war also aufgrund des Klima- und Umweltschutzes überfällig.

Der technische Fortschritt macht es nun auch einfacher möglich, strengere Grenzwerte auch tatsächlich einzuhalten. Die Umweltzonen, die in derzeit 57 Kommunen die Zufahrt in die Innenstadt nur für Fahrzeuge mit relativ geringem Schadstoffausstoß erlauben, waren hierbei ein Schritt in die richtige Richtung. Da die Empfehlungen der WHO in Deutschland häufig eine Basis für neue gesetzliche Regelungen darstellen, wird sich die neue Bundesregierung sicher zeitnah mit einer möglichen Verschärfung der derzeit geltenden Regeln befassen.

Das sind die neuen Grenzwerte der WHO

Im Hinblick auf den Stickstoffdioxid, wie er im städtischen Bereich vor allem von Dieselfahrzeugen verursacht wird, empfiehlt die WHO künftig maximal 10 statt bisher 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In der EU gilt bislang noch der Wert von 40 Mikrogramm, der in Deutschland aber noch 2019 überschritten wurde. Dementsprechend schwierig wird es sein, hier die Empfehlungen der WHO in Zukunft einzuhalten.

Auch beim Feinstaub ist die EU deutlich großzügiger als die WHO. Bis zu einer Partikelgröße von 2,5 Mikrometern liegen die EU-Richtwerte bei 25 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Unterhalb einer Partikelgröße von 10 Mikrometern sind nach EU-Richtlinie sogar 40 Mikrogramm erlaubt. Die WHO hingegen senkte ihre bisherigen Empfehlungen auf 5 beziehungsweise 15 Mikrogramm je Kubikmeter Luft.

Allgemeines zur Umweltzone

Bei Umweltzonen handelt es sich um eine europaweite Form von kommunalen Maßnahmen gegen die verkehrsbedingte Luftbelastung. In Deutschland sind aktuell 57 Umweltzonen zu verzeichnen. Davon dürfen in 56 nur mit Fahrzeugen eingefahren werden, die über eine grüne Plakette verfügen. Die Umweltzone Neu-Ulm stellt die einzige Ausnahme dar. Hier genügt die gelbe Plakette. Die Länder und Kommunen melden dem Umweltbundesamt Informationen über die Umweltzonen.

Diese werden anschließend in Form einer Karte für gesamte Gebiet der Bundesrepublik dargestellt. Die jeweiligen Kommunen sind dazu verpflichtet, die Angaben vollständig und auf dem aktuellsten Stand zu halten. Das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BlmSchV) hat festgelegt, dass die Umweltplakette deutlich sichtbar auf der Innenseite der Windschutzscheibe angebracht werden muss. Mit der Plakette den Kennzeichenhalter bedrucken zu lassen, ist nicht zulässig.

Plakettenfarben

Das Zeichen 270.1 zeigt den Beginn einer Fahrverbotszone an. Das Ende kennzeichnet das Zeichen 270.2. Die Zusatzzeichen stellen die verschiedenen farbigen Plaketten dar. Die Schadstoffgruppen dieser Plaketten sind vom Fahrverbot ausgenommen. Jede Stadt kann selbst festlegen, welche Fahrzeuge mit welcher Plakette in welche Zonen einfahren dürfen. Es existieren keine einheitlichen Regelungen. Pkw, Nutzfahrzeuge und Busse von Euro 2 bis Euro 6 (Pkw) und Euro II bis Euro VI (Lkw, Busse) werden gekennzeichnet.

Keine Plaketten erhalten Dieselfahrzeuge mit Abgasstandard Euro 1 sowie Fahrzeuge mit Ottomotor ohne einen geregelten Katalysator. Eine technische Nachrüstung der Abgasregelung kann diesem Problem allerdings häufig Abhilfe schaffen. So erhalten auch diese Kraftfahrzeuge eine Plakette. Die Plaketten sind in die vier Kategorien aufgeteilt. Kraftfahrzeuge der Schadstoffgruppe 1 erhalten keinen Aufkleber. Gehört ein Kraftfahrzeug der Schadstoffgruppe 2 an, erhält es einen roten Aufkleber.

Bei Schadstoffgruppe 3 wird ein gelber Aufkleber vergeben. Die Schadstoffgruppe 4 gilt aktuell als die beste Einstufung. Diese Kraftfahrzeuge erhalten einen grünen Aufkleber. Die Blaue Plakette wird zurzeit diskutiert, ist aber noch nicht eingeführt. Sie betrifft Dieselfahrzeuge mit geringer NOx-Emission.

Wie erhält ein Kraftfahrzeug eine Plakette?

Die Plaketten dürfen in Deutschland grundsätzlich nur von den Zulassungsbehörden ausgegeben werden. Eine Ausnahme bilden die technischen Überwachungsvereine wie GTÜ, TÜV, Dekra oder KÜS sowie die zur Durchführung von Abgasuntersuchung anerkannten Stellen gemäß § 47a Abs. 2 StVZO.

Damit ein Kraftfahrzeug eine Plakette erhalten kann, müssen die Emissions-Schlüsselnummer sowie Schadstoffgruppe näher beleuchtet werden. In den Zulassungspapieren sind die Emissions-Schlüsselnummern eingetragen. Anhand dieser Nummern werden die Fahrzeuge den Schadstoffgruppen zugeordnet. Die Schlüsselnummer ist im Fahrzeugschein, Zulassungsbescheinigung Teil I, eingetragen. Die letzten beiden Ziffern geben die Emissionsklasse an.

Können deutsche Umweltzonen zur Luftreinhaltung beitragen?

Das Einfahren in deutsche Innenstädte ist seit dem 1. Januar 2008 in einigen Städten nicht mehr problemlos möglich. An der Windschutzscheibe muss eine Umweltplakette zu erkennen sein, sofern die Umweltzonen ganz oder teilweise durch entsprechende Verkehrszeichen gekennzeichnet sind.

Die Umweltplakette ist auch als Feinstaubplakette bekannt. Grundsätzlich erlaubt diese Plakette das Einfahren in diese Zone. Kraftfahrzeuge mit schlechteren Abgasstandards dürfen Umweltzonen nicht befahren. Ob und inwieweit Umweltzonen tatsächlich zur Luftsauberkeit in den Innenstädten beitragen, ist Stoff für zahlreiche Diskussionen und Verschwörungstheorien. Bei der Auswertung von Messdaten zeigt sich laut Umweltbundesamt zwar ein nicht ganz einheitliches, insgesamt aber durchaus vielversprechendes Bild.

In Dresden und Leipzig etwa konnte im Bereich der jeweiligen Umweltzone eine Verminderung der Rußbelastung in der Atemluft von bis zu 30 beziehungsweise bis zu 50 Prozent festgestellt werden. In Berlin ging der Anteil von Stickoxid in der Atemluft seit Einführung der Umweltzone um rund 20 Prozent zurück. An den Hauptverkehrsstraßen verminderte sich die Rußbelastung sogar um rund 50 Prozent.

Autos aus dem Ausland

Das Fahrverbot in Umweltzonen betrifft nicht nur deutsche Fahrzeuge, sondern auch Fahrzeuge aus dem Ausland. Bewegen sie sich in einer Umweltzone, müssen sie über eine Plakette zur Kennzeichnung der Schadstoffklasse verfügen. Bei Verstoß droht ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro.

Ausnahmen

Aber keine Regel ohne Ausnahmen. Motorräder, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, Arbeitsmaschinen sowie mobile Maschinen und Geräte sind von den Verkehrsverboten ausgenommen.

Fahrzeuge für die medizinische Betreuung, Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr sind ebenfalls von der Nachweispflicht der Umweltplakette ausgenommen. Auf Grund genereller Ausnahmegenehmigungen dürfen Oldtimer mit einer deutschen Zulassung eine Umweltzone auch ohne Plakette befahren.

Fazit

Erforderlich sind Umweltplaketten lediglich in den Umweltzonen der Kommunen. Außerhalb dieser Städte ist die Plakette nicht zwingend notwendig. Ausländische Fahrzeuge sind von dieser Regel nicht ausgenommen. Der Sinn dieser Plakette ist es, die Luftqualität in den Ballungsgebieten zu verbessern. Die Fahrzeuge werden in vier Schadstoffgruppen eingeteilt. Die Plakette ist bei den Zulassungsbehörden oder technischen Überwachungsvereinen, wie TÜV oder Dekra erhältlich. Für Motorräder, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen, Arbeitsmaschinen sowie mobile Maschinen und Geräte gilt diese Regelung nicht.


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