Die Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg sind 2025 erstmals seit drei Jahren wieder angewachsen. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes erreichten sie rund 64 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente und stiegen damit um 2,7 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieses Anstiegs liegen die Emissionen etwa 30 Prozent unter dem Stand von 1990.
Dirk Meyer (kai)
Der Anstieg ist vor allem auf zwei Sektoren zurückzuführen. In der Energiewirtschaft nahmen die Emissionen deutlich um 22,3 Prozent zu. Ursächlich war der verstärkte Einsatz von Steinkohle zur Stromerzeugung, da die Stromerzeugung aus Wasser- und Windkraft witterungsbedingt geringer ausfiel. Gleichzeitig führten kältere Temperaturen zu einem höheren Strom- und Heizenergiebedarf. Hinzu kam, dass Baden-Württemberg weniger Strom aus anderen Bundesländern importierte, weil die eigene Stromerzeugung zunahm.
Gebäudesektor und Heizung
Der Gebäudesektor verzeichnete einen Anstieg der Emissionen um 2,6 Prozent auf 14,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Dies war hauptsächlich auf die kühlere Witterung während der Heizperiode zurückzuführen, die zu einem höheren Heizenergiebedarf führte. Einige Faktoren wirkten dieser Entwicklung entgegen: die Bevölkerung sank leicht, die Erdgaspreise stiegen, und Wärmepumpen verbreiteten sich zunehmend.
Industrie und Verkehr mit positiven Trends
In der Industrie zeigten sich hingegen positive Entwicklungen. Die Emissionen sanken um 2,2 Prozent auf 8,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente und gingen damit bereits im vierten Jahr hintereinander zurück. Grund dafür war die anhaltend schwache Konjunktur, die zu geringerer Industrieproduktion führte.
Im Verkehrssektor gingen die Emissionen um 0,9 Prozent zurück und sanken auf 19,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Besonders bemerkenswert ist der Rückgang beim Pkw-Verkehr. Die Fahrleistung von Elektrofahrzeugen stieg um 26,3 Prozent, und ihr Anteil an der gesamten Pkw-Fahrleistung wuchs von 2,7 Prozent im Jahr 2024 auf 3,4 Prozent 2025. Die Landwirtschaft verringerte ihre Emissionen um 1,1 Prozent.
Ziele für 2030 erfordern weitere Anstrengungen
Für die Erreichung der landesrechtlichen Klimaziele bis 2030 ist eine erhebliche weitere Reduktion erforderlich. Gegenüber 2025 müssten die Treibhausgasemissionen um 32 Millionen Tonnen oder 50 Prozent sinken. Das Klimagesetz des Landes sieht vor dem Referenzjahr 1990 eine Gesamtreduktion von mindestens 65 Prozent bis 2030 vor. Langfristig wird die Erreichung von Treibhausgasneutralität bis 2040 angestrebt.
Die vorliegenden Ergebnisse sind erste Abschätzungen mit geringerer Genauigkeit als spätere endgültige Berechnungen, die etwa 24 bis 25 Monate nach dem Berichtsjahr veröffentlicht werden. Der ausführliche Emissionsbericht folgt im Oktober 2026, detaillierte Daten werden im April 2027 verfügbar sein.

