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Die Unternehmen im Südwesten steigerten ihre wirtschaftliche Leistung trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Bedingungen. 2024 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 1,5 Billionen Euro Umsatz ohne Umsatzsteuer erwirtschaftet, allerdings 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der zur Umsatzsteuer-Voranmeldung verpflichteten Unternehmen sank um 300 auf 427.360 Steuerpflichtige.

Dirk Meyer (kai)

Der Rückgang bei den anmeldepflichtigen Unternehmen ist mehreren Faktoren zuzuschreiben. Die wirtschaftliche Gesamtlage belastet viele Betriebe. Hinzu kommen steuerliche Vereinfachungen für Betreiber kleiner Photovoltaikanlagen, die für eine größere Anzahl von Betreibern die Voranmeldungspflicht entfallen ließen. Trotz des Umsatzrückgangs stieg die Umsatzsteuer-Vorauszahlung an den Fiskus deutlich um 20,5 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro. Dieser Anstieg erklärt sich durch einen spürbaren Rückgang der geltend gemachten Vorsteuer bei den anmeldepflichtigen Unternehmungen.

Konzentration bei großen Unternehmen

Eine starke Konzentration der Umsätze bei wenigen großen Unternehmen prägt die Wirtschaftsstruktur Baden-Württembergs. 141 Unternehmen, die Umsätze von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschafteten, generierten 667,2 Milliarden Euro und damit 43,2 Prozent aller Umsätze im Südwesten. Im Gegensatz dazu lag bei etwa 359.000 Steuerpflichtigen, das sind 83,9 Prozent aller Anmeldepflichtigen, der Umsatz unter einer Million Euro. Diese kleineren Unternehmen trugen mit 74,9 Milliarden Euro lediglich 4,9 Prozent zu den Gesamterlösen bei. Die Spanne zwischen den größten und kleinsten Unternehmungen verdeutlicht die starke Ungleichverteilung der wirtschaftlichen Kraft.

Verarbeitendes Gewerbe und Handel führen

Das Verarbeitende Gewerbe blieb der umsatzstärkste Sektor. Mit etwa 35.600 Steuerpflichtigen erzielte dieser Wirtschaftszweig einen Umsatz von 561,7 Milliarden Euro und machte damit 36,4 Prozent der Gesamtumsätze aus. Der Handel, einschließlich Kfz-Werkstätten, folgte mit etwa 71.700 Steuerpflichtigen und 505,7 Milliarden Euro Umsatz, was 32,8 Prozent entsprach. Obwohl der Handel mit mehr als doppelt so vielen Betrieben vertreten war, erwirtschaftete das Verarbeitende Gewerbe höhere Gesamtumsätze. Der Handel führte mit 7,1 Milliarden Euro die höchsten Umsatzsteuer-Voranmeldungen ab.

Kapitalgesellschaften dominieren

Bei der Rechtsformverteilung zeigt sich ein klares Bild. Die umsatzstarken Unternehmen mit Jahresumsätzen über 5 Millionen Euro firmieren überwiegend als Kapitalgesellschaften, etwa 10.500 Steuerpflichtige, oder als Personengesellschaften, etwa 5.000 Steuerpflichtige. Zusammen vereinigen diese beiden Rechtsformen mehr als eine Billionen Euro auf sich, was mehr als zwei Drittel der Gesamtumsätze im Südwesten bedeutet. Damit zeigt sich eine starke Konzentration der wirtschaftlichen Aktivität bei größeren, organisatorisch etablierten Unternehmensstrukturen.

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