Nano Banana 2

Die Flamingogruppe der Wilhelma hat Zuwachs bekommen. In der ersten Junihälfte 2025 schlüpften vier Jungvögel, die nun zunehmend ihre Umgebung erkunden und dabei deutlich von den erwachsenen Flamingos unterscheidbar sind. Mit ihrem grauen Dunengefieder und den noch vergleichsweise kurzen Beinen wirken sie unscheinbar neben den charakteristisch rosafarbenen Alttieren.

Dirk Meyer (kai)

Nach dem Schlüpfen verbleiben die Jungvögel zunächst im hinteren, von dichter Vegetation abgeschirmten Teil der Anlage, wo auch die Brut stattgefunden hatte. Mittlerweile unternehmen sie häufiger Erkundungstouren und gewöhnen sich an ihren Lebensraum. Die Brutbiologie der Flamingos folgt einem festgelegten Muster: Die Vögel errichten mit Hilfe von Schlamm selbst aufgehäufte Hügel, auf deren Oberseite eine flache Brutmulde geformt wird. Jedes Gelege besteht in der Regel aus nur einem einzigen Ei, das von beiden Elternteilen bebrütet wird. Nach etwa vier Wochen Brutzeit schlüpft der Nachwuchs.

Kindergartengruppen und individuelle Erkennbarkeit

Bereits wenige Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungvögel ihr Nest und schließen sich mit anderen Küken zu einer Art Kindergartengruppe zusammen. Dort verbringen sie den Großteil des Tages gemeinsam, während die Eltern sie zuverlässig versorgen. Obwohl die Jungvögel in einer Gruppe aufhalten, findet jedes Küken seine Eltern wieder – sie erkennen sich nämlich an ihren individuellen Rufen. Dieses Erkennungssystem funktioniert in der Natur sogar in großen Brutkolonien mit Hunderten oder Tausenden von Vögeln. Das erklärt der Vogel-Kurator der Wilhelma, Andreas Frei, der darauf hinweist, dass jedes Tier trotz der Gruppendynamik seine Eltern identifizieren kann.

Färbung entwickelt sich über Jahre

Der Name Rosaflamingo täuscht hinsichtlich der Färbung von Jungvögeln: Die Küken schlüpfen mit einem weichen grauen Dunenkleid. Das typische Federkleid entwickelt sich erst im Laufe der Zeit, ist aber zunächst noch schlicht gefärbt. Die namensgebenden kräftigen Rosatöne im Gefieder, am Schnabel und an den Beinen zeigen sich meist erst im dritten oder vierten Lebensjahr. Das intensive Rosa ausgewachsener Flamingos ist auf natürliche Farbstoffe zurückzuführen, die die Vögel über ihre Nahrung aufnehmen.

Spezialisierte Ernährungsweise

Ebenso auffällig wie ihre Färbung ist die besondere Art der Nahrungssuche. Mit ihren nach unten gebogenen Schnäbeln filtern Flamingos kleine Krebstiere, Insektenlarven und andere Kleinstlebewesen aus dem Wasser. Dabei halten sie den Kopf oft auf dem Kopf stehend ins Wasser und pumpen mit der Zunge das Wasser durch feine Lamellen im Schnabel. Dieses hochspezialisierte Filtersystem ist eine einzigartige morphologische Anpassung.

Soziale Tiere gefährdet durch Umweltveränderungen

Rosaflamingos sind ausgesprochen soziale Tiere und fühlen sich nur in Gruppen wohl. In der Natur können Brutkolonien mehrere Zehntausend Paare umfassen. Die Art ist rund um das Mittelmeer, in weiten Teilen Afrikas sowie vom Nahen Osten bis nach Indien verbreitet und gilt derzeit noch nicht als bedroht. Dennoch sind einzelne Brutkolonien natürlichen und vom Menschen verursachten Einflüssen ausgesetzt. Sinkende Wasserstände, lang anhaltende Trockenperioden, Störungen durch Freizeitaktivitäten oder Infrastrukturprojekte sowie Veränderungen der Wasserqualität können den Bruterfolg beeinträchtigen oder sogar ganze Kolonien gefährden.

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