Zur Jahresmitte 2025 gab es in Baden-Württemberg fast 1,24 Millionen Minijobs. Frauen waren dabei überrepräsentiert und machten 56,0 Prozent aller geringfügigen Beschäftigungen aus. Der Handel und das Gastgewerbe stellten zusammen fast jeden dritten Minijob bereit.
Dirk Meyer (kai)
Die Gesamtzahl der Minijobs setzt sich aus zwei Gruppen zusammen. 633.800 Personen waren ausschließlich geringfügig beschäftigt, während 604.200 Personen einem Minijob als Nebentätigkeit nachgingen. Bezogen auf die 4,94 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Südwesten kamen damit auf 1.000 vollständig versicherte Arbeitnehmer etwa 251 Minijobs. Die langfristige Entwicklung seit der Neuregelung 2003 zeigt eine deutliche Verschiebung: Die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten sank um 54.700 oder 7,9 Prozent. Dagegen stieg die Zahl der geringfügigen Nebenjobs um 413.100 oder 216,2 Prozent – ein exorbitanter Anstieg, der widerspiegelt, dass immer mehr Menschen neben ihrer Hauptbeschäftigung einer Nebentätigkeit nachgehen.
Geschlechterverteilung zeigt starke Frauenbeteiligung
Bei der Geschlechterverteilung zeigt sich eine deutliche Überrepräsentation von Frauen. Mit einem Anteil von 56,0 Prozent sind Frauen im Minijob-Bereich grundsätzlich überrepräsentiert. Bei denjenigen, die ausschließlich geringfügig beschäftigt sind, liegt der Frauenanteil sogar bei 59,5 Prozent. Diese Quote verweist auf die besondere Bedeutung von Minijobs für Frauen, die häufig familiäre Verpflichtungen mit Erwerbstätigkeit verbinden oder einer flexibleren Beschäftigungsform nachgehen.
Handel und Gastgewerbe prägen das Minijob-Angebot
Die räumliche Verteilung der Minijobs auf die Wirtschaftsbereiche ist stark konzentriert. Der Handel war 2025 mit 191.200 Minijobs oder 15,4 Prozent der größte Arbeitgeber für geringfügige Beschäftigung, wobei die meisten Minijobs im Einzelhandel anfallen. Das Gastgewerbe rangierte an zweiter Stelle mit 172.100 Minijobs oder 13,9 Prozent. Zusammen machten diese beiden Branchen damit fast jeden dritten Minijob aus. Es folgten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit 150.400 Minijobs – hierunter fällt vornehmlich Gebäudebetreuung und Reinigung – sowie das Gesundheits- und Sozialwesen mit 119.300 Minijobs. Das Verarbeitende Gewerbe beschäftigte 106.600 geringfügig Beschäftigte. Diese fünf Branchen vereinigten zusammen rund 60 Prozent aller Minijobs in Baden-Württemberg auf sich.
Dienstleistungssektor dominiert deutlich
Über alle Wirtschaftszweige hinweg zeigt sich eine starke Dominanz des Dienstleistungssektors. 83,9 Prozent aller Minijobs im Südwesten waren dem Dienstleistungssektor zuzuordnen. Das Verhältnis von vollständig versicherungspflichtiger zu geringfügiger Beschäftigung variiert erheblich zwischen den Branchen. In den Privaten Haushalten kamen rund 6.235 Minijobs auf 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – also sechsmal so viele Minijobs wie vollständig versicherte Arbeitnehmer.
Das Grundstücks- und Wohnungswesen, das Gastgewerbe, die Land- und Forstwirtschaft sowie der Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung waren ebenfalls überwiegend von Minijobs geprägt. Dagegen spielten geringfügige Tätigkeiten im Verarbeitenden Gewerbe eine untergeordnete Rolle mit lediglich 80 Minijobs pro 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

