Der Verband Region Stuttgart gibt Zwischenstand zu abgeschlossenen und laufenden Maßnahmen zur Verbesserung des S-Bahn-Verkehrs. In mehreren Stationen sind erste Baumaßnahmen bereits umgesetzt oder befinden sich in der Realisierung. Das Gesamtauftragsvolumen liegt bei rund 126 Millionen Euro.
Dirk Meyer (kai)
Die Qualitätsoffensive Schienenknoten Stuttgart (QSS) verfolgt das Ziel, das S-Bahn-Angebot zu erweitern, die Leistungsfähigkeit des Systems zu erhöhen und Verspätungen zu reduzieren. Allerdings führten Kostensteigerungen für Bau- und Ingenieursleistungen sowie aufwändigere Planungsprozesse zu angepassten Kostenprognosen.
Aufgrund der engen Verknüpfung der meisten Maßnahmen mit dem Projekt Stuttgart 21 mussten auch die Fertigstellungstermine neu bewertet werden. Das Auftragsvolumen aller gültigen Realisierungsverträge beläuft sich mit entsprechender Risikovorsorge auf rund 126 Millionen Euro.
Der Eigenanteil des Verbands Region Stuttgart liegt bei etwa 63 Millionen Euro, während das Land derzeit Fördermittel in Höhe von 63 Millionen Euro bereitstellt. Zwischenzeitlich wurden für 11 Projekte Realisierungs- und Finanzierungsverträge unterzeichnet.
Elektrifizierung in Stuttgart-Feuerbach abgeschlossen
In Stuttgart-Feuerbach sind beide geplanten Maßnahmen bereits umgesetzt und im Sommer 2025 in Betrieb gegangen. Mit der Elektrifizierung eines zusätzlichen Gleises und dem Neubau eines Bahnsteigs wurde der Knotenpunkt Feuerbach zukunftsfähig ausgebaut. Dadurch konnte die Verlängerung der S62 von Zuffenhausen bis Feuerbach realisiert werden, wodurch die S-Bahn-Linie entlastet wird und neue Potenziale erschlossen werden. Zusätzlich verbessert sich die Betriebsstabilität im Störungsfall: Bei einer Sperrung der Stammstrecke können mehr S-Bahnen nach Feuerbach fahren.
S-Bahn-Verlängerung nach Nürtingen in Vorbereitung
Damit die S-Bahnen nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 Richtung Nürtingen fahren können, sind mehrere Baumaßnahmen erforderlich. In Wendlingen sind die Bahnsteiganpassungen bereits abgeschlossen. In Oberboihingen wird derzeit der Bahnsteig an Gleis 2 aufgehöht und verlängert. Der Umbau des Bahnsteigs an Gleis 1 folgt im Anschluss. In Nürtingen wird der Baubeginn des Bahnsteigs Gleis 6 für 2027 angestrebt. Dort soll die S-Bahn künftig halten – mit barrierefreiem Zustieg auf S-Bahn-Niveau über die gesamte Zuglänge von 205 Metern. Für die Betriebsaufnahme muss zudem die Neckar-Alb-Bahn zwischen Plochingen und Wendlingen durch Verkehrsverlagerungen auf die Neubaustrecke entlastet werden. Die S-Bahnverlängerung ist daher abhängig von der Inbetriebnahme von Stuttgart 21.
Betriebliche Flexibilität durch neue Gleisverbindung
Die Überleitstelle Birkenkopf trägt wesentlich zur Optimierung des Betriebsablaufs bei. Die neue Gleisverbindung ermöglicht es Zügen, auf der zweigleisigen Strecke von einem Gleis auf das parallele Gegengleis zu wechseln. Erstmals wird dadurch eine flexible Nutzung der Gleise zwischen Schwabstraße und Stuttgart-Vaihingen möglich. Dies verbessert die Betriebsstabilität insbesondere bei Unregelmäßigkeiten.
Der Weicheneinbau ist abgeschlossen, die Anpassung an der Oberleitungsanlage erfolgt im Rahmen der anstehenden Stammstreckensperrungen bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21.
Geschwindigkeitserhöhung schafft zusätzliche Kapazität
Die Stammstrecke soll perspektivisch schneller befahren werden. Im Hasenbergtunnel talwärts soll die Geschwindigkeit auf 100 Stundenkilometer erhöht werden, auf der Stammstrecke in beiden Richtungen zwischen Hauptbahnhof und Schwabstraße auf 80 Stundenkilometer.
Dadurch sollen Verspätungen abgebaut, mehr Stabilität im Betrieb erreicht und vier zusätzliche Züge bis Stuttgart-Vaihingen pünktlich fahren können. Diese Maßnahmen sollen bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21 abgeschlossen sein.

