Stuttgart. Vom 14. bis 19. Juli 2026 verwandelt sich der Stuttgarter Marktplatz erneut zum Schauplatz des Sommerfestivals der Kulturen – mit 15 Acts aus aller Welt, mehr als 50 Vereinen aus der Region und freiem Eintritt für alle Besucher. Das Programm reicht von afrikanischem Poprock über Cumbia-Punk bis hin zu zeitgenössischen Klängen aus dem Stuttgarter Kulturleben.
Dirk Meyer (kai)
Das Forum der Kulturen Stuttgart e. V. richtet das Festival in diesem Jahr als bewusstes Gegenprogramm zur parallel laufenden Fußball-Weltmeisterschaft der Männer aus. Da die Stadt Stuttgart kein öffentliches Großbildschirm-Angebot plant, positioniert sich das Festivalgelände ausdrücklich als fußballfreier Begegnungsraum im Herzen der Landeshauptstadt. Das Musikprogramm verbindet in diesem Jahr traditionelle Klänge verschiedener Kulturen mit modernem Sound sowie politisch positionierten Bühnenauftritten.
Internationales Programm mit bekannten Namen
Den Auftakt am Dienstag, 14. Juli, gestalten zwei Acts mit osteuropäischem Einschlag: Baba Yaga, eine multinationale Band mit Einflüssen aus Balkan-Musik, Klezmer, Swing und Gypsy Jazz, eröffnet den Abend, bevor die ungarische Gruppe Bohemian Betyars mit einer Spielart zwischen Speed-Folk und Punk übernimmt.
Als zentrales Zugpferd des Programms gilt der Mittwochauftritt der südafrikanischen Band Freshlyground. Die multinationale Formation aus Kapstadt wurde einem weltweiten Publikum bekannt, als sie 2010 gemeinsam mit der kolumbianischen Sängerin Shakira den offiziellen Titelsong zur Fußball-Weltmeisterschaft aufnahm. Eröffnet wird der Abend von Las Baklavas, einem feministischen Kollektiv aus Strasbourg, der Partnerstadt Stuttgarts.
Der Donnerstag steht im Zeichen einer ungewöhnlichen Kombination: Die kolumbianische Band Cacao Munch bringt lateinamerikanische Rhythmen auf die Bühne, während den Abschluss Kefaya & Elaha Soroor gestalten. Die afghanische Sängerin Elaha Soroor, die 2024 von der BBC in die Liste der 100 einflussreichsten Frauen weltweit aufgenommen wurde, verließ ihre Heimat und lebt heute in London, wo die Zusammenarbeit entstand.
Lokale Talente neben internationalen Gästen
Der Freitagabend richtet den Blick auf das regionale Kulturschaffen: Den Auftakt übernehmen Bobby Sayyar & Emisa, zwei Stuttgarter Künstlerinnen und Künstler, präsentiert vom Projektlabor Haus der Kulturen. Im Anschluss folgen Da Cruz mit Afro-Brazilian Beats sowie Selin Sümbültepe im Rahmen der Veranstaltungsreihe Caz à la Turca mit türkisch geprägtem Fusion-Folk-Pop. Den Abschluss des Abends übernimmt eine Silent Disco.
Am Samstag stehen arabisch-deutsche Elektroakustik-Sounds, Balkan-Pop-Rock sowie Rap und Soul aus dem Sahel auf dem Programm. Letzterer wird von der Künstlerin Oumy präsentiert, die für ihre Verbindung von musikalischem Ausdruck und politischem Aktivismus mehrfach ausgezeichnet wurde.
Abschluss mit mexikanischem Finale
Der Sonntag, 19. Juli, beginnt traditionell um 11:00 Uhr mit Tänzen und Musikdarbietungen, die von Stuttgarter Migrantenvereinen gestaltet werden. Nach einem Auftritt der italienischen Band Sine Frontera, die Folk, keltische Melodien, Balkan, Reggae und Ska verbindet, beschließen Son Rompe Pera aus Mexiko das Festival. Die Band ist international bekannt für ihren Cumbia-Punk-Sound sowie für Konzertmomente, bei denen das Publikum gemeinsam zur Marimba in Bewegung gerät.
Für das kulinarische Rahmenprogramm zeichnen über 50 Vereine mit Migrationshintergrund aus der Region Stuttgart verantwortlich, die an allen sechs Festivaltagen vertreten sind.

