Stuttgart. Der Güterumschlag auf den Wasserstraßen Baden-Württembergs hat im Jahr 2025 erneut zugelegt und damit den Rückwärtstrend der Vorjahre endgültig überwunden. Mit rechnerisch 1,245 Millionen weniger Lastwagenfahrten auf den Straßen des Landes zeigt sich die verkehrsentlastende Wirkung der Binnenschifffahrt in konkreten Zahlen.
Dirk Meyer (kai)
Insgesamt wurden im Jahr 2025 rund 24,9 Millionen Tonnen Güter auf den Wasserstraßen Baden-Württembergs umgeschlagen – ein Anstieg von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus Daten des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg hervor. Damit wächst der Umschlag das zweite Jahr in Folge, nachdem er zwischen 2020 und 2023 kontinuierlich gesunken war.
Wenige Häfen dominieren das Gesamtgeschehen
Von den insgesamt 38 Häfen und Umschlagplätzen im Land verzeichneten 26 Standorte einen Anstieg der umgeschlagenen Gütermenge. Der weitaus größte Teil des Güterverkehrs konzentriert sich dabei auf fünf Standorte: Die Häfen in Karlsruhe, Mannheim, Kehl, Heilbronn und Stuttgart abwickeln gemeinsam 77 Prozent des gesamten Umschlags im Bundesland.
Auf dem rund 550 Kilometer langen gewerblich nutzbaren Wasserstraßennetz wurden im Berichtsjahr 30.216 Schiffe gezählt – ein Anstieg um 22,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da ein einzelnes Gütermotorschiff mit einer Tragfähigkeit von 3.000 Tonnen bis zu 150 Lkw ersetzen kann, ergibt sich aus dem Gesamtumschlag rechnerisch eine Entlastung der Straßen um rund 1,245 Millionen Lkw-Fahrten.
Die Mehrzahl der auf den Wasserstraßen verkehrenden Schiffe fuhr unter niederländischer Flagge: Mit 17.402 Schiffen entfiel ein Anteil von 57,6 Prozent auf die Niederlande. An zweiter Stelle stand Deutschland mit knapp einem Drittel der Fahrzeuge (32,8 Prozent, 9.897 Schiffe), gefolgt von Belgien (5,3 Prozent) und der Schweiz (2,1 Prozent).
Kohletransport legt stark zu – Containerverkehr rückläufig
Beim Blick auf einzelne Güterarten zeigt sich ein differenziertes Bild. Die mengenmäßig bedeutendsten Transportgüter waren Steine, Erden, Sand und Kies sowie Mineralölerzeugnisse und Kohle. Besonders auffällig ist der deutliche Zuwachs beim Kohletransport: Die beförderte Menge stieg um 44,9 Prozent auf 0,93 Millionen Tonnen an. Gegenläufig entwickelten sich die Transporte von chemischen Erzeugnissen, die um 13,8 Prozent zurückgingen, sowie von Mineralölprodukten, die einen Rückgang von 12,0 Prozent verzeichneten.
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich auch im Containerverkehr. Auf den Binnenwasserstraßen des Landes wurden 2025 insgesamt 150.302 Standardcontainer (TEU) transportiert – rund 17.000 Einheiten oder 10,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzt sich der Rückgang in diesem Segment trotz des allgemeinen Aufwärtstrends beim Gesamtumschlag fort.

