Fahrgastbefragungen zeigen eine insgesamt positive Bewertung der Sauberkeit und Sicherheitslage in Zügen und an S-Bahnhöfen in der Region Stuttgart. Der Verband Region Stuttgart arbeitet gemeinsam mit Partnern an zusätzlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität.

Dirk Meyer (kai)

Die Entwicklung der S-Bahn-Infrastruktur in der Region Stuttgart steht aktuell im Zeichen verstärkter Sicherheits- und Sauberkeitsmaßnahmen. In einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart wurden jüngste Befragungsergebnisse präsentiert, die eine überwiegend positive Wahrnehmung von Sicherheit und Sauberkeit durch die Fahrgäste dokumentieren. Trotz dieser grundsätzlichen Zufriedenheit bestehen Unterschiede zwischen Zügen und Stationen, insbesondere im Bereich der Bahnhofssicherheit.

Ausbau der Sicherheitsmaßnahmen

An den S-Bahn-Stationen wird derzeit ein umfassendes Sicherheitskonzept umgesetzt, das wöchentliche Bestreifungen im Umfang von über 1.000 Personalstunden vorsieht. Dabei kommen insbesondere zusätzliche Doppelstreifen in den Abend- und Nachtstunden zum Einsatz. Ergänzend werden Sofortmaßnahmen des Programms „Mehr Sicherheit & Sauberkeit an Bahnhöfen“ umgesetzt, darunter sogenannte Quattro-Streifen.

Ein bundesweiter Sicherheitsgipfel hat ergänzende Maßnahmen beschlossen, wie die Ausstattung von Mitarbeitenden mit freiwilligen Bodycams, verbesserte Schutzausrüstung, spezielle Schulungen zur Deeskalation sowie die Ausweitung des Hilferufknopfs.

Die bisher flächendeckende Videoüberwachung an den Stationen kann wegen technischer Einschränkungen nicht fortgeführt werden. Ein neues System mit lokaler Aufzeichnung und Fernauslesung wird derzeit erprobt, die Pilotphase soll im Frühjahr 2026 an vier ausgewählten Stationen starten.

Maßnahmen zur Sauberkeit

Die Bewertung der Sauberkeit in Zügen und an Stationen fällt ebenfalls überwiegend positiv aus. DB Regio und DB InfraGO setzen auf regelmäßige Reinigungen, darunter tägliche Säuberungen, Reinigung an Wendestellen, mobile Teams und zusätzliche Maßnahmen bei besonderen Anlässen. Ergänzend unterstützt die Region Stuttgart Projekte wie „ÖPNV-Betreuer“, die die Pflege der Bahnhöfe sicherstellen.

Zur Effizienzsteigerung ist ein Konzept für zusätzliche Reinigungsleistungen in Vorbereitung, das unter anderem einen „Single-Point-of-Contact“ vorsieht. Kunden können Verschmutzungen zentral über QR-Code oder WhatsApp melden, sodass die Beseitigung koordiniert erfolgen kann.

Optimierungen an Wendestellen und die Schließung bestehender Reinigungslücken sind ebenfalls vorgesehen. Nach Abschluss der Konzeptphase wird über Umsetzung und mögliche Kostenbeteiligungen entschieden.

Notfallversorgung und schnelle Hilfe

Zur Verbesserung der Reaktionszeiten bei medizinischen Notfällen werden automatisierte externe Defibrillatoren (AED) schrittweise an den Bahnhöfen installiert. Unterstützt durch die Björn-Steiger-Stiftung und DB InfraGO ermöglichen Lebensretter-Apps wie „Region der Lebensretter“ und „Corhelper“ registrierten Ersthelfern, unmittelbar in der Nähe eines Notfalls Reanimationsmaßnahmen einzuleiten. Das Netzwerk soll die Versorgung bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand nachhaltig verbessern.

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