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Die Verbraucherpreise in Baden-Württemberg haben im April 2026 erneut zugelegt und liegen über dem Niveau des Vorjahresmonats. Vor allem steigende Energiekosten und einzelne Lebensmittelpreise trugen zu dieser Entwicklung bei.

Dirk Meyer (kai)

Nach Angaben des Statistischen Landesamts erhöhte sich der Verbraucherpreisindex im April gegenüber März um 0,6 Prozent auf einen Stand von 124,8 Punkten (Basisjahr 2020). Im Vergleich zum April 2025 ergibt sich daraus eine Inflationsrate von 2,6 Prozent.

Energiepreise treiben Entwicklung

Einen wesentlichen Beitrag zum Anstieg der Preise lieferten die Energiekosten. Im Monatsvergleich verteuerten sich Energieprodukte insgesamt um 2,9 Prozent. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Kraftstoffen aus, die um 6,0 Prozent zulegten. Auch Heizöl (+2,3 Prozent) und Gas (+1,0 Prozent) wurden teurer, während Strompreise leicht um 0,6 Prozent sanken.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt sich ein noch stärkerer Effekt: Energiepreise lagen insgesamt um 9,1 Prozent höher als im April 2025. Heizöl verteuerte sich binnen eines Jahres um 43,8 Prozent, Kraftstoffe um 24,4 Prozent. Dagegen blieben Strompreise (−4,9 Prozent) und Gaspreise (−2,4 Prozent) weiterhin unter dem Vorjahresniveau.

Uneinheitliche Entwicklung bei Lebensmitteln

Die Preise für Lebensmittel entwickelten sich im April unterschiedlich. Gegenüber dem Vormonat stiegen sie insgesamt um 0,4 Prozent. Besonders Gemüse (+3,7 Prozent) sowie Zucker, Süßwaren und Desserts (+3,2 Prozent) wurden teurer. Gleichzeitig gingen die Preise für Milchprodukte und Butter um 1,4 Prozent zurück, ebenso wie für Obst und Nüsse (−0,5 Prozent).

Im Jahresvergleich erhöhten sich die Lebensmittelpreise um 1,2 Prozent. Deutliche Preissteigerungen wurden bei Zucker, Süßwaren und Desserts (+8,4 Prozent) sowie bei Obst und Nüssen (+5,9 Prozent) registriert. Rückläufig waren hingegen die Preise für Speisefette und Speiseöle, die um 16,9 Prozent unter dem Vorjahreswert lagen.

Kerninflation bleibt unter Gesamtwert

Die sogenannte Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, stieg im April gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie bei 2,1 Prozent und damit weiterhin unter der allgemeinen Inflationsrate.

Auch in anderen Bereichen zeigten sich Preisveränderungen: Dienstleistungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 2,5 Prozent, während Waren insgesamt um 2,6 Prozent zulegten. Besonders stark fiel der Anstieg im Bereich Verkehr mit 7,7 Prozent aus. Auch Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen (+3,0 Prozent) sowie alkoholische Getränke und Tabakwaren (+4,6 Prozent) wurden spürbar teurer.

Moderate Preisbewegungen wurden unter anderem bei Bekleidung und Schuhen (+0,6 Prozent) sowie im Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur (+1,1 Prozent) verzeichnet. Rückläufig waren die Preise im Bereich Möbel und Haushaltszubehör (−0,3 Prozent).

Die aktuellen Zahlen basieren auf vorläufigen Berechnungen und geben die Preisentwicklung für Konsumgüter und Dienstleistungen im Alltag der privaten Haushalte wieder.

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