Stuttgart. Die Berufswahl junger Menschen im Südwesten folgt weiterhin klaren Geschlechterlinien. Neue Zahlen für 2025 zeigen, dass sich viele Auszubildende nach wie vor in wenigen, stark geprägten Berufsfeldern konzentrieren.

Dirk Meyer (kai)

Die aktuellen Daten zur dualen Ausbildung in Baden-Württemberg verdeutlichen eine anhaltende Trennung zwischen typisch „männlichen“ und „weiblichen“ Berufen. Grundlage ist die Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mit Stichtag 30. Juni 2025.

Insgesamt befanden sich rund 216.500 Menschen in einer dualen Ausbildung. Der Anteil der Männer lag bei 55,3 Prozent (119.600), der der Frauen bei 44,7 Prozent (96.800). Im Vergleich zu 2015 ist die Gesamtzahl nur leicht gestiegen – um 2,1 Prozent. Dabei fiel der Zuwachs bei Männern deutlich stärker aus als bei Frauen.

Deutliche Unterschiede in einzelnen Berufen

Besonders auffällig sind die extremen Unterschiede in einzelnen Ausbildungsberufen. Im Bereich Floristik etwa entschieden sich lediglich fünf Männer für eine Ausbildung, während 231 Frauen diesen Beruf ergriffen. Das entspricht einem Männeranteil von nur 2,1 Prozent.

Ähnlich ausgeprägt zeigt sich das Bild in medizinischen Assistenzberufen: In der Ausbildung zur Arzt- und Praxishilfe lag der Frauenanteil bei über 96 Prozent. Auch im Drogerie- und Apothekenhandel dominieren Frauen mit Anteilen von mehr als 90 Prozent.

Umgekehrt bleiben viele handwerkliche und technische Berufe fest in männlicher Hand. In der Ausbildung rund um Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik standen etwa 4.200 Männer lediglich rund 100 Frauen gegenüber. Auch bei Tätigkeiten wie dem Führen von Bau- oder Transportgeräten liegt der Männeranteil bei etwa 97 Prozent. In der Metallbearbeitung und Energietechnik überschreiten die Männeranteile ebenfalls häufig die Marke von 95 Prozent.

Konzentration auf wenige Berufsfelder

Die Verteilung innerhalb der Geschlechter zeigt zudem unterschiedliche Muster. Zwei Drittel aller weiblichen Auszubildenden konzentrieren sich auf nur zehn Berufsgruppen. An der Spitze stehen Gesundheits- und Pflegeberufe, in denen der Männeranteil bei rund einem Viertel liegt.

Bei männlichen Auszubildenden ist die Streuung breiter: Die zehn häufigsten Berufe vereinen hier weniger als die Hälfte aller Auszubildenden. Dennoch gibt es auch Überschneidungen zwischen den Geschlechtern. Tätigkeiten im Verkauf, in der Gastronomie sowie in Versicherungs- und Finanzdienstleistungen zählen bei beiden Gruppen zu den häufig gewählten Optionen.

Entwicklung im Vergleich zum Arbeitsmarkt

Im Vergleich zur allgemeinen Beschäftigung fällt die Entwicklung der Ausbildung zurückhaltend aus. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ohne Auszubildende in den vergangenen zehn Jahren um fast 14 Prozent gestiegen ist, wuchs die Zahl der Auszubildenden nur geringfügig.

Die Beschäftigungsstatistik basiert auf Meldungen der Betriebe zur Sozialversicherung und erfasst etwa drei Viertel aller Erwerbstätigen im Land. Nicht berücksichtigt werden unter anderem Selbstständige, Beamte und Personen in geringfügiger Beschäftigung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von rein technischen Cookies zu. Wir verwenden keine Marketing- oder Analyse Cookies. Wir interessieren uns nämlich nicht für dein Surfverhalten. Andere hingegen schon. Deswegen werden iframes, eingebettete Videos und Scripte nicht angezeigt, solange du nicht auf "Akzeptieren" drückst. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen