Die Hotel- und Restaurantbranche in Baden-Württemberg hat im Januar 2026 einen deutlichen Rückgang bei den realen Umsätzen verzeichnet. Gleichzeitig setzte sich auch der Abwärtstrend bei der Beschäftigtenzahl fort.
Dirk Meyer (kai)
Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes lag der preisbereinigte Umsatz in der Hotel- und Restaurantbranche im Januar 2026 um 4,2 Prozent unter dem Niveau des gleichen Monats im Vorjahr. Damit bestätigt sich die Entwicklung der vergangenen Monate, in denen die Branche bereits rückläufige reale Einnahmen verzeichnet hatte. Der nominale Umsatz, also die Einnahmen ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung, stieg hingegen um 3,1 Prozent.
Dieser Unterschied zwischen realem und nominalem Umsatz deutet darauf hin, dass steigende Preise einen wesentlichen Einfluss auf die Einnahmen hatten. Trotz höherer Einnahmen in Euro konnten Unternehmen in der Hotel- und Restaurantbranche faktisch weniger Leistungen absetzen als im Vorjahr.
Rückgänge in Beherbergung und Gastronomie
Die negative Entwicklung betraf sowohl den Bereich der Übernachtungsbetriebe als auch die Gastronomie. Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe verzeichneten ein reales Umsatzminus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Januar 2025. In Restaurants, Cafés und anderen gastronomischen Einrichtungen fiel der Rückgang mit 4,5 Prozent noch deutlicher aus.
Auch hier zeigte sich ein ähnliches Bild wie im Gesamtsektor: Während die realen Umsätze sanken, stiegen die nominalen Einnahmen leicht an. In der Beherbergung lag das Plus bei 0,6 Prozent, in der Gastronomie bei 4,1 Prozent. Die Zahlen legen nahe, dass Preisanpassungen einen Teil der Umsatzentwicklung erklären, ohne jedoch den Rückgang bei der tatsächlichen Nachfrage vollständig auszugleichen.
Weniger Beschäftigte in der Branche
Parallel zur Umsatzentwicklung verringerte sich auch die Zahl der Beschäftigten. Im Januar 2026 waren in der Hotel- und Restaurantbranche insgesamt 1,2 Prozent weniger Menschen tätig als ein Jahr zuvor. Dieser Rückgang betrifft sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkräfte.
Innerhalb der einzelnen Bereiche zeigt sich ein differenziertes Bild: In der Beherbergung sank die Zahl der Beschäftigten um 2,9 Prozent. In der Gastronomie fiel der Rückgang mit 0,6 Prozent geringer aus, blieb jedoch ebenfalls negativ.
Die Entwicklung bei den Beschäftigtenzahlen steht im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage der Branche. Sinkende reale Umsätze können dazu führen, dass Betriebe ihre Personalkapazitäten anpassen, um Kosten zu reduzieren. Gleichzeitig können strukturelle Veränderungen, etwa veränderte Nachfrage oder betriebliche Umstellungen, eine Rolle spielen.
Fortsetzung eines bestehenden Trends
Die aktuellen Zahlen reihen sich in eine bereits länger anhaltende Entwicklung ein. Bereits im Verlauf des Jahres 2025 hatte die Hotel- und Restaurantbranche in Baden-Württemberg wiederholt Rückgänge bei den preisbereinigten Umsätzen gemeldet. Der Jahresbeginn 2026 zeigt nun, dass sich dieser Trend vorerst fortsetzt.
Die Kombination aus steigenden Preisen, rückläufiger realer Nachfrage und sinkender Beschäftigung verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist. Die weitere Entwicklung wird maßgeblich davon abhängen, wie sich Konsumverhalten, Kostenstrukturen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten verändern.

