Früher war hier die „Fluxus-Passage“ angesiedelt. Nun weht hier ein frischer Wind mit „Resident“ Läden und Shops.
Von Alexander Kappen
Stuttgart-Mitte. Das Video vom Cannabis-Shop in der „Fluxus-Passage“ hat über 30 000 Klicks. Ja der SJ Reporter kann es auch fünfstellig, das hat er damit bewiesen. Der Cannabis Shop ist verschwunden. Mittlerweile weht in der Calwer Passage ein frischer Wind.
Die Calwer Passage in Stuttgart war lange mehr als nur eine Einkaufsmöglichkeit – sie bildete zusammen mit dem Quartier rund um die Calwer Straße ein architektonisch spannendes Gesamtbild aus Wohnen, Arbeiten und Flanieren. Entworfen wurde der Komplex von den Architekten Kammerer + Belz, geplant ab Mitte der 1970er-Jahre und schließlich zwischen 1975 und 1978 realisiert.
Das Besondere: Hier traf moderne Architektur auf bestehende, teils liebevoll sanierte Altbauten entlang der Calwer Straße. Dazwischen entstand eine Passage, die schnell zu einem echten Vorreiter wurde – denn sie gilt als eine der ersten Einkaufspassagen in Deutschland, die diesen Bautyp in der postmodernen Architektur wieder aufleben ließ.
Während die Passage selbst heute unter Denkmalschutz steht, hat sich das Umfeld verändert: Die Gebäude entlang der Theodor-Heuss-Straße wurden 2019 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Spannend ist auch der städtebauliche Ansatz hinter dem Projekt: Statt – wie früher oft üblich – ganze Straßenzüge abzureißen, setzte man hier bewusst auf die Sanierung und Integration historischer Bausubstanz. Ein Konzept, das heute als deutlich nachhaltiger und sensibler im Umgang mit gewachsener Stadtstruktur gilt.
Hier ist unser Video vom Rundgang in der trendigen Passage die so ein bißchen an Paris erinnert:

