Immer mehr Haushalte in Deutschland nutzen selbst erzeugten Solarstrom, um Stromkosten zu senken. Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Trend: Batteriespeicher werden immer häufiger nachgerüstet oder direkt in neue Photovoltaik-Projekte eingeplant. Auch Daten der Bundesnetzagentur zeigen: Allein seit 2023 ist die installierte Batteriespeicherkapazität innerhalb von drei Jahren um rund 150 % gestiegen.
Photovoltaikanlagen (PV) erzeugen Strom nur, solange die Sonne scheint. Überschüssige Energie, die tagsüber nicht genutzt wird, kann in einem Speicher zwischengespeichert und später verbraucht werden. Dadurch steigt der Eigenverbrauch, und teurer Netzstrom muss seltener bezogen werden. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist die richtige Dimensionierung.
„Bei der Planung eines Stromspeichers sind ähnliche Faktoren zu berücksichtigen wie bei der Planung der PV-Anlage – etwa die Sonneneinstrahlung und der Stromverbrauch im Haushalt. Der Speicher sollte zudem immer im Einklang mit der Größe der PV-Anlage dimensioniert werden. Die richtige Dimensionierung des Stromspeichers ist entscheidend, um den Eigenverbrauch zu maximieren und die Unabhängigkeit vom Netz zu erhöhen.“, so die Einschätzung von Johannes Ostwald, Geschäftsführer der Installations-Meisterbetriebe Solar Süddeutschland und Wärmepumpen Süddeutschland.
Ein zu kleiner Speicher führt zu regelmäßigem Netzbezug, ein zu großer verursacht unnötig hohe Anschaffungskosten. Als Richtwert gilt: pro 1.000 kWh Jahresverbrauch etwa 1 bis 1,5 kWp Speicherkapazität.
Die Kosten für einen solchen Speicher liegen je nach Hersteller und Ausstattung zwischen 2.500 und 4.000 Euro, zuzüglich Installations- und Anschlusskosten.
Neben den allgemeinen Richtwerten sollte laut Ostwald auch er individuell Verbrauch vor einer Anschaffung genau berücksichtigt werden: „Ein wichtiger Faktor dabei ist das persönliche Lastprofil: Wann wird der meiste Strom verbraucht? Wie viel Solarstrom kann erzeugt werden? Welche Geräte benötigen viel Energie – zum Beispiel Waschmaschine, Trockner oder Wärmepumpe?“
Da eine Anlage auch in den nächsten Jahren dem Bedarf gerecht werden muss, macht Ostwald auch auf mögliche energieintensive Anschaffungen aufmerksam: „Steht die Anschaffung einer Wärmepumpe an, die die alte Gasheizung ersetzt? Soll in den nächsten Jahren ein Elektroauto den bisherigen Diesel ablösen? In diesem Fall wäre es sinnvoll, direkt einen passenden Wallbox-Anschluss für das Laden des E-Autos einzuplanen.“
Was hinter dieser Entwicklung steht
Der Speicherboom ist seit 2023 deutlich zu beobachten. Neben den wirtschaftlichen Gründen tragen gesetzliche Rahmenbedingungen dazu bei: Die Einspeisevergütung ist niedriger als die Kosten für Eigenverbrauch, wodurch selbst erzeugter Strom wirtschaftlich attraktiver wird. Gleichzeitig sind moderne Speicher kompakter, sicherer und effizienter geworden.
Ein Stromspeicher lohnt sich grundsätzlich für alle Haushalte, die ihre PV-Anlage auf Eigenverbrauch ausrichten wollen. Die Autarkie vom Stromversorger kann so auf bis zu 80 % steigen, besonders in Haushalten mit hohem Abendverbrauch oder zusätzlichen Verbrauchern wie E-Autos oder Wärmepumpen.
„Jede Kilowattstunde, die selbst verbraucht wird, reduziert die Abhängigkeit von teurem Netzstrom,“ bestätigt Ostwald.
Der Trend zu PV-Anlagen mit Speicher hat gerade erst begonnen. Mit fallenden Preisen, steigender Effizienz und neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen wird der Speicher zunehmend Standard.

