Immer weniger Betriebe können alle Ausbildungsplätze besetzen. Der Fachkräftemangel und strukturelle Probleme erschweren die Besetzung von Ausbildungsstellen zunehmend.
Dirk Meyer (kai)
Die aktuelle Ausbildungsumfrage der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg zeigt, dass nur noch die Hälfte der Unternehmen alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen konnte, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark betroffen sind Branchen wie Transport und Logistik, Handel und Industrie. In einigen Bereichen wie der Veranstaltungswirtschaft ist die Lage dagegen stabiler.
Herausforderungen bei Bewerbungen und Ausbildungsreife
Der größte Engpass ist der Mangel an geeigneten Bewerbern. Viele Betriebe erhalten auf Stellenanzeigen keine Rückmeldungen oder finden keine passenden Kandidaten. Auch die Ausbildungsreife junger Menschen wird kritisch gesehen, insbesondere in den Bereichen Belastbarkeit, Motivation und Sozialverhalten. Die Probezeitabbrüche nehmen zu, was teilweise auf mangelnde Passung oder fehlende Motivation zurückzuführen ist.
Potenziale und Hindernisse bei Auszubildenden aus Drittstaaten
Einige Betriebe beschäftigen bereits Auszubildende aus Drittstaaten und zeigen Offenheit für weitere. Allerdings bestehen erhebliche Herausforderungen durch sprachliche Barrieren, bürokratische Hürden und Wohnraummangel. Die Politik wird als wichtiger Partner für die Vereinfachung von Verfahren und die Unterstützung der Integration angesehen.
Ausblick und politische Forderungen
Trotz der Schwierigkeiten bilden viele Betriebe weiterhin aus, jedoch steigt die Zahl der Nichtausbildungsbetriebe leicht. Die duale Ausbildung wird als zentraler Faktor für die Fachkräftesicherung betrachtet. Politik, Schulen und Wirtschaft sind gefordert, die Berufsorientierung zu verbessern und Ausbildungsreife zu fördern, um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen.

