Die Mobilität in der Region Stuttgart hat sich in den letzten Jahren verändert: Es werden weniger Wege zurückgelegt, Fußverkehr nimmt zu, dennoch dominiert der motorisierte Individualverkehr weiterhin den Alltag.
Dirk Meyer (kai)
Die Ergebnisse der Haushaltsbefragung „Mobilität in Deutschland“ (MiD 2023) für die Region Stuttgart zeigen, dass die Anzahl der täglichen Wege und die zurückgelegte Strecke pro Person zurückgegangen sind.
Ein wichtiger Faktor hierfür ist der vermehrte Einsatz von Homeoffice, der die beruflichen Wege reduziert. Freizeitwege gewinnen an Bedeutung, während Einkaufs- und Erledigungsfahrten abnehmen, was auch durch den Ausbau von Online-Angeboten erklärt wird.
Entwicklung der Verkehrsmittelwahl
Der Anteil der Fußwege ist von 23 auf 27 Prozent gestiegen, der Radverkehr verzeichnet nur eine geringe Steigerung. Der öffentliche Nahverkehr bleibt stabil bei 12 Prozent, während der Pkw weiterhin 70 Prozent der Verkehrsleistung ausmacht. Trotz leichter Verschiebungen bleibt die Region stark autozentriert.
Zukünftige Erhebungen und Infrastrukturplanung
Für 2025 plant der Verband Region Stuttgart eine weitere detaillierte Erhebung zum Mobilitätsverhalten. Die Ergebnisse sollen als Grundlage dienen, um die Verkehrsinfrastruktur an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Ein umfassender Bericht wird für das Frühjahr 2026 erwartet.

Der Artikel beschreibt die Situation in Stuttgart sehr treffend. Auch wir merken als Taxiunternehmen in Tübingen täglich, dass der Pkw-Verkehr nach wie vor dominiert. Gleichzeitig wächst aber die Nachfrage nach Alternativen – sei es bei Krankenfahrten, Flughafentransfers oder Fahrten für ältere Menschen, die bewusst auf das eigene Auto verzichten.
Für eine nachhaltige Mobilität wäre es wichtig, dass der öffentliche Nahverkehr stärker mit ergänzenden Angeboten wie Taxis verzahnt wird. So könnten mehr Menschen auf den eigenen Pkw verzichten und die Region würde spürbar entlastet.