In einer YouGov-Umfrage zu Weihnachten 2024 ergab sich glasklar, dass die Deutschen ein neues „Lieblingsgeschenk“ haben. Unter dem Weihnachtsbaum landen immer häufiger Gutscheine oder Geschenkkarten. Insgesamt planten zu Weihnachten 2024 rund 33 % einen Gutschein zu verschenken. 45 % gaben an, dass sie daran kein Interesse hatten. Die Vorteile von aufgeladenen Geschenkkarten liegen auf der Hand – sie sind universell einsetzbar. Wir beleuchten die Nachteile.
Bei jungen Menschen steht der Gutschein hoch im Kurs
Im Teamwork zwischen Statista und YouGov wurden insgesamt 2.119 Menschen ab 18 Jahren zu ihrer Einstellung bezüglich Gutscheine befragt. Das Ergebnis zeigte klar, dass die junge Generation häufiger dazu greift als die älteren Schenker. Woran das liegt, ist nicht ganz klar. Frauen verschenken Gutscheine, wenn sie trotz aller Kreativität keine passenden Geschenke für Männer finden, wobei weibliche Schenkende auch grundlegend häufiger auf Gutscheine zurückgreifen als Männer. Besonders beliebt ist dabei die folgende Auswahl:
- Platz 1: Einkaufsgutscheine
- Platz 2: Restaurantgutscheine
- Platz 3: Wellness- und Beauty-Gutscheine
- Platz 4: Veranstaltungstickets
- Platz 5: Kino-Karten
- Platz 6: Büchergutschein
- Platz 7: Gemeinsam verbrachte Zeit
- Platz 8: Gaming-Guthaben
- Platz 9: Sportliche Events
- Platz 10: Kurse
- Platz 11: Abos
Im Rahmen der Umfrage gaben 63 % der Befragten an, dass sie die Nutzung von Geschenk-Gutscheinen im Allgemeinen befürworten, auch hier sind Frauen eher überzeugt als Männer. 24 % der Befragten lehnen Gutscheine hingegen vollständig ab, insbesondere weil ihnen das Geschenk zu unpersönlich ist.
Die Nachteile der Gutscheinliebe
Die Vorteile liegen auf der Hand. Gutscheine sind schnell gekauft, lassen sich hinsichtlich des Betrags anpassen und erfordern kaum Überlegungen. Universelle Gutscheine von Amazon und Co. treffen den Geschmack von nahezu jeder Zielperson, jetzt muss nur noch der Betrag festgelegt werden.
Der Sinn am Schenken war allerdings eigentlich mal ein anderer. Es gibt darum, sich Gedanken um die andere Person zu machen und etwas zu finden, woran sie wirklich Freude hat. Es macht einen Unterschied, ob jemand einen Schlüsselanhänger personalisiert und verschenkt oder einfach nur einen Gutschein im Supermarkt aufs Kassenband legt.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Preis. Auf gekauften Geschenken ist der Preis ein echtes No-Go, hier werden sogar Stifte genutzt, um den Kaufpreis vom Buch zu übermalen. Der Gutschein zeigt die Großzügigkeit des Schenkers direkt in Zahlen an. „Du warst mir 50 Euro wert, bei dir waren es 100 Euro“. Das fühlt sich einfach schlecht an – für beide Seiten.
Kann eine Person nicht zu teure Geschenke machen, hat sie mit Kreativität und einer personalisierten Idee die Möglichkeit, trotzdem einen ideellen Wert zu verschenken. Den Preis sieht man hinterher nicht mehr, denn die Liebe die drinsteckt, ist unbezahlbar. Genau das gelingt beim Gutschein nicht. Es ist einfach nur ein Stück Pappe mit einem aufgedruckten Code.
Und dann ist da noch die Frage, wie das System in der Praxis aussieht? Wenn fast jeder Zweite im Schnitt einen Gutschein zu Weihnachten verschenkt, warum wird dann überhaupt geschenkt? Am Ende tauschen Menschen nur noch Gutscheine in unterschiedlicher Wertigkeit untereinander aus. Da wäre es die einfachere Option, das Geld gleich zu behalten und shoppen zu gehen.

