Vor allem in urbanen Zentren wie Stuttgart setzen sich vegetarische und vegane Ernährungsweisen aus Gründen wie Umwelt- oder Tierschutz immer mehr durch. Inzwischen übertragen mache Hundehalter diese Überzeugungen auf ihre Haustiere. In den sozialen Medien argumentieren Influencer: „Ich esse kein Fleisch und mein Hund auch nicht.“ Doch wie artgerecht ist fleischfreies Hundefutter? Und welche Alternativen gibt es für Hundehalter, die Umwelt und Tiere schützen möchten?
So kann man bei Hundefutter auf Tierschutz achten
In der Tierfutterindustrie werden häufig Schlachtabfälle verwendet. Tiernahrung stammt also nicht von extra gezüchteten und getöteten Tieren. Doch es ist für Schlachthöfe rentabel, nicht verwendete Teile an Futtermittelhersteller zu verkaufen, anstatt sie teuer zu entsorgen. Die Tierquälerei in der Fleischindustrie wollen viele Menschen auch indirekt nicht unterstützen.
Hundebesitzer, die Wert auf Tierschutz legen, können Futter mit höheren Tierschutzstandards wählen. Viele Futtermarken führen Futtertests an Tieren im Labor durch. Wer sich dagegenstellen möchte, kann bei Tierschutzorganisationen Listen versuchsfreier Hundefutter einsehen.
Inzwischen greifen auch viele Hundehalter zu schwedischem Anifit Futter für Hunde, da die Tierschutzstandards in Schweden höher sind als hierzulande. Beispielsweise dürfen die Kühe ausschließlich auf der Weide gehalten werden und die Käfighaltung von Schnabeltieren ist verboten. Zudem ist die dauerhafte Gabe von Antibiotika in Schweden untersagt.
Hochwertiges Futter ist auch eine Frage der Gesundheit
Viele Hersteller von Tiernahrung haben nicht das Wohl der Haustiere im Blick, sondern streben vorrangig nach Profit. Daher sind in vielen Produkten Geschmacksverstärker, Zucker und andere minderwertige Zutaten enthalten.
Umweltbewusstere Hersteller haben oft höhere Qualitätsstandards für ihre Inhaltsstoffe. In jedem Fall lohnt sich der Blick auf das Etikett. Es ist sinnvoll sicherzustellen, dass die Inhaltsstoffe im Futter offen deklariert sind. Bei einer offenen Deklaration sind alle Zutaten im Detail ersichtlich. Wer zudem zu Bioprodukten greift und in Großpackungen einkauft, leistet einen zusätzlichen Beitrag zum Umweltschutz.
Ist vegane Hundeernährung artgerecht?
Menschen, die sich für den Klimaschutz vegan ernähren, möchten ihre Haustiere oft in diesen Lebensstil einbeziehen. Befürworter einer veganen Ernährung für Hunde argumentieren, die Hauptsache bei der Ernährung sei, dass die benötigten Nährstoffe in ausreichender Menge und Qualität zugeführt werden. Ob diese nun aus pflanzlichen oder tierischen Quellen kämen, sei egal.
Tatsächlich sind vegane und vegetarische Hundefutter zumindest gut verträglich für Hunde.Die Verdauungstrakte von Hunden haben sich durch die gemeinsame Lebensweise mit Menschen deutlich an menschliche Ernährung angepasst. Heutige Hunde haben eine andere Enzymausstattung als Wölfe und können dadurch Kohlenhydrate effizienter verdauen.
Wenn ein Hund zahlreiche Unverträglichkeiten hat, kann ein professionell abgestimmter vegetarischer Ernährungsplan durchaus sinnvoll sein. Doch für vegane Ernährung sprechen viele Tierärzte keine klare Empfehlung aus. Derzeit existieren nämlich kaum Studien, die Hunde bei veganer Ernährung über ihre gesamte Lebenszeit begleiten. Daher ist die Aussagekraft in Bezug auf die langfristigen Auswirkungen von veganer Ernährung beim Hund nicht ausreichend erforscht.
Zubehör schadet der Umwelt mehr als Futter
Ein weiterer Grund, warum Hundehalter beim Kauf von konventionellem Hundefutter Sorge haben, ist die Umweltbelastung durch Massentierhaltung. Was viele dabei übersehen: Die ständige Neuanschaffung von Hundezubehör stellt meist eine größere Umweltbelastung dar.
Wer tatsächlich etwas für die Umwelt tun will, kann also bei den Luxusartikeln für seinen Hund beginnen. Wichtig sind bewusste Kaufentscheidungen: Müssen es wirklich das dritte Lederhalsband oder die vierte Leine sein? Muss das Körbchen wirklich schon ersetzt werden oder lässt es sich vielleicht reparieren? Wenn man für bestimmte Aktivitäten mit Hund Zubehör braucht, ist es wichtig, sich für langlebige Produkte zu entscheiden.
Als Hundehalter verantwortungsvoll handeln
Um als Hundehalter auf Umwelt- und Tierschutz zu achten, greifen inzwischen viele zu veganem oder vegetarischem Futter. Experten weisen jedoch darauf hin, dass eine solche Ernährung nicht ohne weiteres empfohlen werden kann, da bisherige Studien in diesem Bereich begrenzt sind. Eine Alternative zum Verzicht auf Fleisch sind Hundefutter mit strengen Tierschutzregelungen. Darüber hinaus sollten Hundehalter auf unnötiges Hundezubehör verzichten, da die Gadgets sogar einen größeren ökologischen Fußabdruck hinterlassen können als das Futter. Insgesamt können auch Hundehalter durch verantwortungsvolle Entscheidungen ihren Beitrag zum Umwelt- und Tierschutz leisten.

