Das Leonhardsviertel ertrinkt in Abfallbergen / Die Bezirksvorsteherin will etwas ändern
Müllberge kennt man vom Feuersee und Schlossplatz – eben den Partyhotspots. Nun klagt auch die Altstadt über Müllberge.
Von Alexander Kappen
Stuttgart. Der schwäbische Stolz, die Kehrwoche scheint momentan in der Altstadt ein Fremdwort zu sein.Und wieder scheinen Feierwütige ihre Finger im Spiel zu haben. In der kleinen Weberstraße des Leonhardsviertels bei der Eröffnungsfeier einer neuen Cocktailbar scheint es einiges an Abfall gegeben zu haben.
Am vergangenen Sonntagvormittag lag wilder Müll neben (!) den Mülleimern herum. Es erinnert an Dritte Welt Länder, in denen es gar keine Müllabfuhr gibt. Früher haben Pächter der ansässigen Bars die Weberstraße öfters „durchgekärchert“ also mit Hochdruckwasser-Reinigern durchgeputzt. Zwei Stunden lang. Unentgeltlich. Nun ist von schwäbischer Reinlichkeit nichts mehr zu sehen.
Die Stadt reinigt die Altstadt übrigens drei Mal in der Woche. – „Reinigungszone eins“. 2016 war den Anwohnern das Geld dafür zu hoch und die Stadt hat die Straßen der Altstadt aus ihrem Reinigungsprogramm genommen.
Die Anwohner sind jetzt selbst zuständig. Dies scheint nicht gut zu funktionieren wie man sieht, falls es einen mal in das Leonhardsviertel verschlägt. Übrigens die vorwiegenden Müllquellen sind Sperrmüll aus illegaler Wohnungsprostitution sowie Glasscherben von feiernden Menschen.

