Schlafforschung: Neue Erkenntnisse, Fakten und eine App

Pexels / ivan oboleninov

Dass eine erholsame Nachtruhe maßgeblich zur Gesundheit und Leistungsfähigkeit beiträgt, ist keine neue Erkenntnis. Dennoch leiden viele Menschen unter akutem Schlafmangel und Schlafstörungen. Persönliche Stressfaktoren, Extremsituationen wie die Corona-Pandemie und globale Krisen wie der Ukraine-Krieg können dazu beitragen. Die Schlafforschung zeigt Lösungen auf und eine neue App aus Österreich soll der Gesellschaft zu besserem Schlaf verhelfen.

40 Prozent der Deutschen schlafen schlecht

Das britische Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov hat im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa Deutsche Presse-Agentur eine repräsentative Umfrage zu den Schlafgewohnheiten durchgeführt. Laut der aktuellen Zahlen gehen 73 Prozent der Befragten an Arbeitstagen vor Mitternacht ins Bett. 45 Prozent gaben an, auch an freien Tagen zwischen 22 und 24 Uhr das Bett aufzusuchen. Bei 41 Prozent beträgt die durchschnittliche Schlafzeit nach eigenen Angaben zwischen sieben und acht Stunden. Die gleiche Anzahl schläft hingegen nur fünf bis sechs Stunden und immerhin neun Prozent schlafen im Durchschnitt unter vier Stunden.

Besorgniserregend sind die Umfrageergebnisse hinsichtlich der Schlafqualität: Demnach beurteilen 40 Prozent der erwachsenen Deutschen ihren Schlaf als schlecht. Ein Drittel der Befragten leidet unter Schlafproblemen – 14 Prozent davon „sehr häufig“, 20 Prozent „häufig“.

Einfache Maßnahmen für einen besseren Schlaf

Guter Schlaf lässt sich fördern – darin sind sich Experten einig. Anlässlich des diesjährigen Tags des Schlafes hat beispielsweise der namhafte Schlafforscher Hans-Günter Weeß gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zu einer warmen Dusche in Hitzenächten geraten, um die Körperkerntemperatur zu senken. Hinsichtlich der Bettwäsche rät Weeß zu Baumwolle statt Synthetik. Generell sei es wichtig, sich abends von den Pflichten des Tages zu lösen und rund 60 Minuten vor der Schlafenszeit zurückzuziehen, um zur Ruhe zu kommen.

In Bezug auf die Schlafqualität darf darüber hinaus die Schlafunterlage als Einflussfaktor nicht unterschätzt werden. Ob Schlaffläche, Punktelastizität oder Material: Die Matratze sollte dem individuellen Bedarf entsprechen. Wie hier bei einem deutschen Hersteller mit Sitz in Köln sind Matratzen längst nach Maß erhältlich und werden nach Kundenwunsch gefertigt. Bei der Kaufentscheidung sollten sich Verbraucher nicht allein auf den Härtegrad konzentrieren, sondern auch den verarbeiteten Matratzenkern berücksichtigen. Ob schnell schwitzende, schlanke, übergewichtige oder unter einem Bandscheibenvorfall leidende Personen: Je nach Material und Aufbau sind die Matratzen für unterschiedliche Anforderungen empfehlenswert. Die gute Nachricht: Hochwertige Matratzen müssen nicht teuer sein. Wie die Stiftung Warentest in der Vergangenheit bereits aufgezeigt hat, sind überzeugende Produkte für wenige hundert Euro erhältlich.

Smarter schlafen – mehr als ein Motto

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e. V. macht mit dem „DGSM-Aktionstag Erholsamer Schlaf“ jedes Jahr auf die Folgen von Schlafstörungen aufmerksam und zeigt Tipps sowie Möglichkeiten zur Behandlung auf. 2022 wurden unter dem Motto „Smarter schlafen“ Schwerpunktthemen wie die digitalisierte Diagnostik und Wearables (tragbare Computersysteme) sowie Gadgets für die Schlafanalyse aufgeführt.

Zu den tragbaren technischen Einschlafhilfen, die Verbrauchern zur Verbesserung ihres Schlafs verkauft werden, hat Hans-Günter Weeß eine klare Aussage getroffen. In einem Video, das online bei der DGSM veröffentlicht wurde, erklärt der Schlafforscher, dass viele dieser Gadgets nicht wissenschaftlich erprobt sind und mit „Steinzeit-Methoden der Schlafforschung“ arbeiten. Die technischen Produkte basieren zum Teil auf der Bewegungshäufigkeit und dem Puls – Daten, womit sich der Schlaf laut Weeß nicht valide untersuchen lässt. Der Experte rät deshalb zu einem kritischen Blick auf entsprechende Schlaftracker beziehungsweise Schlafhilfsmittel.

Neue App aus Österreich soll Schlaf bringen

Die Schlaf-App „Nukkuaa“ (zu Deutsch Nickerchen) verspricht eine Verbesserung des Schlafs mit Hilfe von Analysen und Schlafcoaching. Entwickelt wurde die Applikation für Mobilgeräte von Schlafforschern der Universität Salzburg. Darunter Manuel Schabus, der österreichische „Schlafpapst“ und Leiter des Schlaf-Forschungsprojekts am Institut für Psychologie. Gemeinsam mit seinem ehemaligen Studienkollege Thomas Winkler gründete er ein Start-Up – die daraus hervorgehende App Nukkuaa ist seit Mitte August 2022 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Schabus verspricht, dass Nutzer eine Analyse erhalten, die der in einem Schlaflabor ähnlich ist und ihren Schlaf durch eine Schlaftherapie in Form von täglichen Coaching-Häppchen im Idealfall verbessern können. Das Coaching umfasst unter anderem Entspannungsübungen und konkrete Tipps für schlaffördernde Routinen. Die App richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen für die betriebliche Gesundheitsvorsorge. Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat bereits über die Schlaf-App berichtet:

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