Autos mit Keyless-System gelten als bequem: Tür öffnen, einsteigen, Motor per Knopfdruck starten – ohne den Schlüssel in die Hand zu nehmen. Doch die Technik bleibt anfällig. Einer aktuellen Auswertung des ADAC zufolge lässt sich fast die Hälfte der seit 2016 untersuchten Keyless-Fahrzeuge weiterhin illegal öffnen. Für Autofahrer stellt sich damit nicht nur die Frage nach dem Diebstahlschutz. Relevant ist auch, was im Ernstfall zu tun ist – etwa bei Schlüsselverlust, Defekten am Schlüssel oder Problemen mit der Elektronik im Fahrzeug.
ADAC-Test: Fast jedes zweite Keyless-Auto weiterhin angreifbar
Der ADAC untersucht seit 2016 im Rahmen seines Autotests, wie sicher die Keyless-Schließsysteme neuer Fahrzeuge sind. Die Datenbank des Clubs umfasst inzwischen mehr als 850 geprüfte Modelle – und das Ergebnis fällt auch zehn Jahre nach dem Start der Testreihe ernüchternd aus: Fast jedes zweite Fahrzeug mit Keyless-System kann nach wie vor illegal geöffnet werden, wie aus der aktuellen Mitteilung des ADAC zur Testreihe hervorgeht.
Bereits eine frühere Auswertung hatte gezeigt, wie verbreitet die Schwachstellen sind: Von 732 getesteten Fahrzeugen konnten die Prüfer 642 Modelle – rund 88 Prozent – ohne den originalen Schlüssel öffnen oder starten. Lediglich rund zwölf Prozent der Fahrzeuge waren für die Experten dagegen nicht zu knacken. Betroffen sind Modelle nahezu aller Marken und Preisklassen, vom Kleinwagen bis zur Oberklasselimousine. Welche Fahrzeuge konkret auf der Liste stehen, führt eine vom ADAC fortlaufend aktualisierte Übersicht auf.
Die gängigste Angriffsmethode ist der sogenannte Relaisangriff. Dabei verlängern Täter mit handelsüblicher Funktechnik das Signal des Schlüssels – etwa aus der Wohnung heraus bis zum geparkten Auto. Für das Fahrzeug sieht es dann so aus, als befinde sich der Schlüssel in unmittelbarer Nähe: Die Türen lassen sich öffnen, der Motor startet. Zwar haben viele Hersteller inzwischen nachgerüstet, etwa mit Bewegungssensoren, die den Schlüssel im Ruhezustand abschalten, oder mit präziserer Ultrabreitband-Technik. Die ADAC-Auswertungen zeigen jedoch, dass zahlreiche Modelle auf dem Markt weiterhin verwundbar bleiben – und dass Besitzer älterer Fahrzeuge von den Verbesserungen ohnehin nicht profitieren.
Warum Autoschlüssel heute so komplex geworden sind
Der klassische Autoschlüssel aus Metall hat längst ausgedient. Moderne Fahrzeugschlüssel sind kleine Computer: Ein Transponder kommuniziert mit der Wegfahrsperre, die Funkfernbedienung steuert die Zentralverriegelung, und bei Keyless-Systemen prüft das Auto permanent, ob ein gültiges Funksignal in Reichweite ist. Hinzu kommen elektronische Sperrsysteme im Fahrzeug selbst – etwa die elektrische Lenkradverriegelung, kurz ELV. Sie blockiert die Lenksäule, sobald der Motor abgeschaltet wird, und gibt sie erst wieder frei, wenn das Steuergerät den Schlüssel als berechtigt erkennt.
Diese Vernetzung erhöht den Diebstahlschutz, macht das System aber auch anfällig für Störungen. Ein Elektronikdefekt, eine leere Batterie in der Fernbedienung oder Feuchtigkeit im Schlüsselgehäuse können dazu führen, dass das Fahrzeug nicht anspringt oder die Lenkradverriegelung blockiert. Anders als beim mechanischen Schlüssel reicht dann der Weg zum Schlüsselmacher um die Ecke nicht: Ersatzschlüssel müssen in der Regel am Fahrzeug elektronisch angelernt werden, und bei defekten Steuergeräten ist Spezialwerkzeug gefragt.
Die technische Komplexität erklärt auch, warum die Kosten für einen Ersatzschlüssel je nach Modell und Baujahr erheblich variieren können: Je aufwändiger Schlüssel und Wegfahrsperre konstruiert sind, desto mehr Arbeitszeit und Equipment stecken in Anfertigung und Programmierung. Pauschale Preisaussagen sind deshalb kaum seriös möglich – eine transparente Auskunft vor der Beauftragung ist umso wichtiger.
Wenn der Schlüssel weg ist oder die Lenkradverriegelung blockiert
Geht der Autoschlüssel verloren oder versagt die Elektronik, ist der erste Rat einfach: Ruhe bewahren. Von Eigenversuchen mit Draht, Schraubenzieher oder gewaltsam geöffneten Türen raten Fachleute ab – sie beschädigen im Zweifel Dichtungen, Schloss oder Bordnetz und verteuern die Reparatur. Sinnvoller ist es, zunächst zu prüfen, ob ein Ersatzschlüssel erreichbar ist, und die Fahrzeugpapiere bereitzuhalten. Denn seriöse Betriebe fertigen Ersatzschlüssel nur gegen einen Eigentumsnachweis an – eine Schranke, die vor Missbrauch schützt. Wer den Schlüssel zudem für gestohlen hält, sollte den Vorfall der Polizei melden; je nach Tarif kann auch die Versicherung einzubeziehen sein.
Für die eigentliche Arbeit sind spezialisierte Schlüssel- und Autoschlüsseldienste zuständig. In der Region um den Bodensee zählt dazu auch der TIP TOP Service, der unter anderem Ersatzschlüssel für Autos in Friedrichshafen anbietet. Solche Spezialdienste sind auch dann gefragt, wenn eine defekte elektrische Lenkradverriegelung den Wagen lahmlegt oder der Schlüssel im abgeschlossenen Auto liegt. In solchen Fällen lässt sich das Problem oft ohne Folgeschäden beheben – vorausgesetzt, die Beauftragung erfolgt frühzeitig und an einen Dienst mit entsprechender Ausrüstung.
Regionale Anlaufstellen bei Schlüssel-Notfällen in Friedrichshafen
Die passende Anlaufstelle hängt stark vom Problem ab: Autohäuser und markengebundene Werkstätten können Ersatzschlüssel bestellen, brauchen dafür aber häufig mehrere Tage. Unabhängige Autoschlüsseldienste sind dagegen eher auf Soforthilfe ausgelegt. In Friedrichshafen zählt dazu etwa der TIP TOP Service. Der Betrieb steht damit beispielhaft für lokale Dienstleister, die bei Schlüssel-Notfällen kurzfristig helfen können.
Eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit ist in der Notdienst-Branche inzwischen ein verbreitetes Versprechen – sie allein sagt jedoch wenig über die Qualität aus. Verbraucher tun deshalb gut daran, vor dem Auftrag einige Punkte zu klären: Wird ein verbindlicher Preis oder zumindest ein nachvollziehbarer Preisrahmen genannt? Verlangt der Dienst einen Eigentumsnachweis? Und wie fallen die Bewertungen anderer Kunden aus? Wer diese Fragen vorab stellt, vermeidet spätere Diskussionen – gerade in Stresssituationen, in denen Zeitdruck herrscht.
Vorsorge statt Panik: Was Autofahrer jetzt prüfen können
Die ADAC-Zahlen sind vor allem ein Anlass zur Vorsorge. Wer ein Fahrzeug mit Keyless-System besitzt, sollte den Schlüssel nicht in der Nähe von Haustür oder Fenstern ablegen; abschirmende Schlüsselboxen oder -hüllen, die das Funksignal blockieren, gelten als wirksame Ergänzung – auch der ADAC hält solche Schutzmaßnahmen gegen Keyless-Diebstahl für sinnvoll. Auch ein Blick in die vom ADAC veröffentlichte Modellliste lohnt sich, um das eigene Fahrzeug einordnen zu können. Zudem kann es sinnvoll sein, beim Hersteller oder in der Werkstatt nachzufragen, ob Software-Updates für das Schließsystem verfügbar sind.
Für den Notfall empfiehlt sich eine kurze mentale Checkliste: Ist bekannt, wo der Ersatzschlüssel liegt – und ist er überhaupt noch funktionsfähig? Lässt sich das Verhalten der elektrischen Lenkradverriegelung im Handbuch nachlesen? Und ist die Nummer eines geeigneten Fachbetriebs im Handy gespeichert, statt erst im Ernstfall danach zu suchen? Wer diese Punkte einmal durchgeht, muss im Fall der Fälle nicht improvisieren. Die aktuellen Testergebnisse zeigen vor allem: Probleme rund um den Autoschlüssel lassen sich in vielen Fällen lösen, wenn passende Hilfe schnell verfügbar ist.


Ein wichtiges und oft unterschätztes Sicherheitsproblem, da müssen die Hersteller dringend nachbessern!