Stuttgart. Die Inflation in Baden-Württemberg hat im Juli 2026 wieder etwas an Dynamik gewonnen. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamts lag die jährliche Teuerungsrate bei 2,5 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex um 0,8 Prozent auf 125,2 Punkte (Basisjahr 2020 = 100).
Von Dirk Meyer (kai)
Vor allem höhere Energiekosten prägten die Entwicklung im Juli. Nachdem die Energiepreise in den beiden vorherigen Monaten zurückgegangen waren, erhöhten sie sich innerhalb eines Monats um 5,3 Prozent. Besonders stark verteuerten sich Kraftstoffe mit einem Plus von 11,9 Prozent sowie Heizöl mit einem Anstieg von 8,3 Prozent. Als möglicher Grund für die Entwicklung bei den Kraftstoffpreisen gilt das Auslaufen des Tankrabatts. Dagegen gingen die Preise für Gas um 0,6 Prozent und für Strom um 0,3 Prozent leicht zurück.
Energie bleibt wichtigster Preistreiber
Auch im Vergleich zum Juli 2025 zeigt sich Energie weiterhin als stärkster Faktor für die allgemeine Inflation. Insgesamt lagen die Energiepreise 7,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Heizöl verteuerte sich binnen eines Jahres um 35,4 Prozent, Kraftstoffe um 21,7 Prozent. Gleichzeitig waren Strom mit einem Minus von 5,8 Prozent und Gas mit einem Rückgang von 2,2 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor.
Die Entwicklung bei den übrigen Warengruppen fiel deutlich moderater aus. Dienstleistungen verteuerten sich innerhalb eines Jahres um 2,8 Prozent, Waren insgesamt um 2,1 Prozent. Besonders kräftige Preissteigerungen wurden außerdem im Bildungsbereich mit 5,4 Prozent, im Gesundheitswesen mit 4,6 Prozent sowie bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren mit 4,5 Prozent registriert. Auch Gaststätten und Hotels lagen mit einem Plus von 3,6 Prozent weiterhin über dem allgemeinen Inflationsniveau.
Lebensmittel erstmals wieder günstiger als im Vorjahr
Eine auffällige Entwicklung zeigte sich bei den Lebensmittelpreisen. Erstmals seit Mai 2024 lagen sie im Jahresvergleich wieder leicht unter dem Vorjahreswert. Insgesamt gingen die Preise für Lebensmittel gegenüber Juli 2025 um 0,2 Prozent zurück.
Besonders deutlich sanken die Preise für Speisefette und Speiseöle, die 14,0 Prozent günstiger waren als ein Jahr zuvor. Auch Milchprodukte und Eier kosteten im Durchschnitt 5,3 Prozent weniger. Gleichzeitig verteuerten sich einzelne Produktgruppen weiterhin. Fisch und Fischwaren lagen 6,6 Prozent über dem Vorjahresniveau, Zucker, Marmelade und Honig waren 3,5 Prozent teurer.
Im Vergleich zum Juni blieb die Entwicklung bei Lebensmitteln insgesamt nahezu stabil. Die Preise stiegen lediglich um 0,1 Prozent. Während Fisch und Fischwaren sowie Speisefette und Speiseöle teurer wurden, gingen die Preise für Obst um 1,2 Prozent zurück.
Kerninflation bleibt unter der Gesamtinflation
Die sogenannte Kerninflation, bei der die besonders schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel unberücksichtigt bleiben, entwickelte sich weiterhin vergleichsweise stabil. Gegenüber dem Vormonat stieg sie um 0,4 Prozent. Im Jahresvergleich lag sie unverändert bei 2,2 Prozent und damit unter der allgemeinen Inflationsrate von 2,5 Prozent.
Neben den höheren Energiepreisen zählten auch der Verkehrsbereich mit einem Plus von 7,6 Prozent sowie das Gesundheitswesen zu den Bereichen mit den stärksten Preissteigerungen innerhalb eines Jahres. Rückläufig entwickelten sich dagegen unter anderem die Preise für Bekleidung und Schuhe mit einem Minus von 1,6 Prozent sowie für Möbel und Haushaltszubehör, die um 1,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen.

