Die landwirtschaftliche Ernte in Baden-Württemberg zeigt für das Jahr 2026 eine deutliche Steigerung bei den Erdbeeren, während der Spargelanbau weiterhin rückläufig bleibt. Die aktuellen Prognosen basieren auf vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg und deuten auf eine Veränderung in den Anbau- und Erntestrukturen hin.
Dirk Meyer (kai)
Erdbeerernte erreicht Rekordniveau
Für das kommende Jahr wird in Baden-Württemberg eine Erdbeerernte von rund 24.900 Tonnen prognostiziert. Diese Zahl liegt um 15 Prozent über dem Vorjahr und markiert eine Steigerung von sechs Prozent im Vergleich zum zehnjährigen Durchschnitt. Besonders im geschützten Anbau, hauptsächlich in Folientunneln, wird mit einer Rekordernte gerechnet. Hier sollen 11.400 Tonnen Erdbeeren geerntet werden, was einer Zunahme von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Fläche im geschützten Anbau wächst seit mehreren Jahren kontinuierlich und beträgt nun 610 Hektar, was einer Zunahme von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Ertrag pro Hektar liegt bei 18,8 Tonnen, also 14 Prozent höher als das zehnjährige Mittel.
Im Freiland, also im ungeschützten Anbau, wird die ertragsfähige Fläche auf etwa 1.270 Hektar geschätzt. Das entspricht einer leichten Steigerung von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr und markiert das Ende eines Flächenrückgangs, der in den vergangenen Jahren beobachtet wurde. Aufgrund eines überdurchschnittlichen Ertrags wird die Gesamterntemenge im Freiland auf etwa 13.500 Tonnen geschätzt. Damit bleibt der Freilandanteil an der Gesamterzeugung mit 54 Prozent weiterhin höher als im Vergleich zu den letzten Jahren, obwohl sich die Anbaustruktur verändert hat. Im Jahr 2016 lag der Anteil des Freilandanbaus noch bei 86 Prozent, was auf eine stärkere Konzentration auf den geschützten Anbau hindeutet.
Rückgang beim Spargelanbau
Der Spargelanbau in Baden-Württemberg ist im Jahr 2026 mit 1.650 Hektar ertragsfähiger Fläche abgeschlossen worden. Das entspricht einem Rückgang von etwa 130 Hektar beziehungsweise acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zu den Höchstständen der letzten zehn Jahre, die im Jahr 2019 mit 2.320 Hektar erreicht wurden, ist die Fläche deutlich kleiner.
Die Spargelernte wird nach vorläufigen Angaben bei 7.600 Tonnen liegen, was ein Zehntel weniger ist als im Jahr 2025. Neben der Flächenreduktion sind auch die Erträge pro Hektar mit 4,6 Tonnen unterdurchschnittlich ausgefallen. Die Entwicklung spiegelt eine anhaltende Tendenz wider, die in den vergangenen Jahren zu beobachten war, und deutet auf eine vorsichtige Anpassung der Anbauflächen an wirtschaftliche und klimatische Rahmenbedingungen hin.
Ausblick
Die Prognosen für das Jahr 2026 zeichnen ein Bild einer ertragsstarken Erdbeerernte bei gleichzeitiger Reduktion des Spargelanbaus in Baden-Württemberg. Die Entwicklung bei den Erdbeeren ist vor allem durch den Ausbau im geschützten Anbau gekennzeichnet, während die Spargelflächen weiterhin rückläufig sind. Die landwirtschaftlichen Betriebe passen ihre Anbauflächen offenbar an die jeweiligen Markt- und Umweltbedingungen an.

