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Stuttgart. Die Zahl der Todesfälle durch Drogenkonsum ist im Jahr 2025 in Baden-Württemberg leicht gesunken, bleibt jedoch auf einem hohen Niveau. Besonders der gleichzeitige Konsum mehrerer Substanzen erweist sich weiterhin als zentrales Risiko.

Dirk Meyer (kai)

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 191 Todesfälle im Zusammenhang mit Drogen registriert, nach 195 im Vorjahr. Trotz des leichten Rückgangs zeigt die Auswertung, dass sich grundlegende Risikofaktoren kaum verändert haben. In der Mehrzahl der Fälle spielte der gleichzeitige Konsum verschiedener Substanzen eine entscheidende Rolle.

Mischkonsum als häufigste Todesursache

In 129 Fällen führte der Konsum mehrerer Drogen oder die Kombination mit Medikamenten oder Alkohol zum Tod. Diese Form des Konsums gilt als besonders unberechenbar, da sich die Wirkungen der einzelnen Stoffe gegenseitig verstärken oder verändern können. Auffällig ist dabei vor allem die Kombination von Beruhigungsmitteln mit Kokain sowie der zunehmende Missbrauch synthetischer Opioide.

Der Anteil tödlicher Vergiftungen mit Beteiligung von Kokain im Mischkonsum stieg deutlich auf 48 Fälle. Gleichzeitig ging die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einzelnen Substanzen wie Amphetamin oder Heroin zurück. Insgesamt starben 23 Menschen an einer klassischen Überdosis einer einzelnen Droge, während in weiteren 39 Fällen langfristige gesundheitliche Schäden, Suizide oder Unfälle im Zusammenhang mit Drogenkonsum zum Tod führten.

Auch sogenannte neue psychoaktive Stoffe, also künstlich hergestellte Drogen mit oft unklarer Zusammensetzung, bleiben ein bedeutendes Problem. Nachdem die Todesfälle in diesem Bereich bereits im Vorjahr stark angestiegen waren, verharrten sie 2025 mit 20 Fällen auf einem hohen Niveau. Veränderungen auf dem internationalen Drogenmarkt, etwa eine geringere Verfügbarkeit von Heroin, könnten dazu beitragen, dass vermehrt auf solche Ersatzstoffe ausgewichen wird.

Regionale Unterschiede und Altersstruktur

Die Verteilung der Todesfälle zeigt deutliche regionale Unterschiede. Die höchste Zahl wurde in Stuttgart mit 40 Fällen verzeichnet, was eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Es folgen der Landkreis Ludwigsburg und der Stadtkreis Karlsruhe mit deutlich geringeren Zahlen. In mehreren Regionen wurden hingegen keine Todesfälle registriert.

Die Mehrheit der Verstorbenen waren Männer, ihr Anteil lag bei 159 Fällen. Frauen machten 32 der Todesfälle aus. Das Durchschnittsalter lag unverändert bei 37,2 Jahren. Gleichzeitig zeigt sich eine Entwicklung bei jüngeren Betroffenen: 15 der Verstorbenen gehörten zur Gruppe der jungen Erwachsenen, zwei waren Jugendliche.

Prävention und Strafverfolgung im Fokus

Die Maßnahmen zur Eindämmung von Drogenkonsum und -kriminalität konzentrieren sich weiterhin auf Prävention und Strafverfolgung. Schulen, soziale Einrichtungen und Sicherheitsbehörden arbeiten dabei zusammen, um insbesondere junge Menschen frühzeitig über Risiken aufzuklären. Informationsangebote richten sich sowohl an Schülerinnen und Schüler als auch an Eltern und pädagogische Fachkräfte.

Ergänzend dazu wurden Programme zur Drogenaufklärung überarbeitet und erweitert, etwa um Themen wie Drogen im Straßenverkehr. Neben klassischen Informationsveranstaltungen kommen auch digitale Angebote und Projekte mit pädagogischem Ansatz zum Einsatz.

Parallel dazu bleibt die Bekämpfung des organisierten Drogenhandels ein zentraler Bestandteil der Strategie. Im Jahr 2025 wurde bei einer internationalen Ermittlungsaktion im Landkreis Göppingen eine größere Menge Kokain sichergestellt. Die Ermittlungen richteten sich gegen eine grenzüberschreitend agierende Gruppe und führten zur Festnahme mehrerer Verdächtiger. Neben den sichergestellten Drogen wurden auch erhebliche Bargeldsummen beschlagnahmt. Die Untersuchungen in diesem Fall dauern weiterhin an.

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