Im Zoologisch-Botanischen Garten Wilhelma ist am 13. März 2026 ein Trampeltierfohlen zur Welt gekommen. Das weibliche Jungtier lebt derzeit mit seiner Mutter in einem abgetrennten Bereich und soll in den kommenden Tagen erstmals auf der großen Anlage zu sehen sein.
Dirk Meyer (kai)
Die Geburt fand im Bereich des sogenannten Asiatischen Dorfs statt, einem Teil der Anlage, der verschiedene domestizierte Tierarten aus Asien zeigt. Das neugeborene Tier ist ein Weibchen und damit Teil der bestehenden Trampeltiergruppe des Zoos. In den ersten Tagen nach der Geburt bleibt das Jungtier gemeinsam mit seiner Mutter in einem separaten Vorgehege, wo es sich an die neue Umgebung gewöhnen kann. Anschließend ist geplant, dass es auf der Hauptanlage für Besucher sichtbar wird.
Die Mutter des Fohlens ist eine 17 Jahre alte Trampeltierstute, die selbst bereits in der Wilhelma geboren wurde. Sie lebt gemeinsam mit dem zwölfjährigen Hengst der Gruppe sowie einer weiteren, 18 Jahre alten Stute auf der Anlage. Bereits im Frühjahr 2024 hatte die Stute ein Jungtier zur Welt gebracht, das später an einen Tierpark in Nordrhein-Westfalen abgegeben wurde.
Teil einer größeren Tiergemeinschaft
Die Trampeltiere sind in der Wilhelma in ein thematisches Umfeld eingebunden, das verschiedene Nutztiere aus Asien präsentiert. Auf benachbarten Anlagen leben unter anderem Yak, während im angrenzenden Schaubauernhof mehrere traditionelle Haustierrassen gezeigt werden. Dazu zählen etwa Vietnamesisches Hängebauchschwein, Ayam Cemani, Kaschmirziege und Romanovschaf.
Die Präsentation dieser Tiere soll verdeutlichen, welche Bedeutung domestizierte Tierarten für die Entwicklung menschlicher Lebensweisen in verschiedenen Regionen Asiens hatten. Viele dieser Tiere wurden über Jahrtausende hinweg gezüchtet und erfüllten unterschiedliche Funktionen – von der Versorgung mit Lebensmitteln und Rohstoffen bis hin zur Unterstützung bei Transport und Landwirtschaft.
Anpassung an extreme Lebensräume
Trampeltiere zählen zu den sogenannten Altweltkamelen und wurden bereits vor rund 4.500 Jahren domestiziert. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt in den trockenen Steppen- und Wüstenregionen Zentralasiens. Dort sind sie an extreme Umweltbedingungen angepasst, die von starken Temperaturschwankungen, geringer Luftfeuchtigkeit und spärlicher Vegetation geprägt sind.
Diese Anpassungsfähigkeit machte die Tiere über lange Zeit zu wichtigen Begleitern des Menschen. Als Reit- und Lasttiere ermöglichten sie weite Handelsreisen durch schwer zugängliche Landschaften, etwa entlang der historischen Seidenstraße. Neben ihrer Rolle im Transport liefern sie bis heute verschiedene Rohstoffe wie Milch, Fleisch, Wolle und Leder. Selbst der getrocknete Dung wird in baumarmen Regionen als Brennmaterial verwendet.
Heute leben schätzungsweise rund zwei Millionen domestizierte Trampeltiere in Zentralasien. Die wild lebende Form ist dagegen stark bedroht: In abgelegenen Wüstengebieten der Mongolei und China existieren nur noch etwa 1.000 Tiere.
Höcker als Energiereserve
Kennzeichnend für Trampeltiere sind ihre zwei Höcker, die sie deutlich von ihren einhöckrigen Verwandten, den Dromedar aus Nordafrika und dem Nahen Osten, unterscheiden. Entgegen einer verbreiteten Annahme dienen diese Höcker nicht als Wasserspeicher. Stattdessen lagert der Körper dort Fett ein, das in Zeiten knapper Nahrung als Energiereserve genutzt wird.
Bei neugeborenen Tieren sind diese Höcker zunächst nur schwach ausgeprägt und erscheinen als kleine Erhebungen. Erst im Verlauf der ersten Monate beginnen sie sich deutlich aufzurichten, wenn sich die Fettdepots durch die nahrhafte Muttermilch füllen. Das jetzt geborene Fohlen zeigt daher zunächst nur leichte Ansätze der charakteristischen Höckerform.

