Update: Geflügelpest im Rems-Murr-Kreis

Tier

Nachdem am 26. März die Geflügelpest im Landkreis festgestellt wurde, sind bei den bisherigen Kontrollen des Veterinäramtes alle Untersuchungen auf das Virus negativ, dies wurde jetzt bekannt gegeben.

Von Dirk Meyer

Ende März hatte das Veterinäramt den Ausbruch der Geflügelpest für den Rems-Murr-Kreis amtlich festgestellt und am 27. März per Allgemeinverfügung Restriktionsgebiete um den Ausbruchsort festgelegt.

Das Gebiet im Radius von drei Kilometern um den Ausbruchsbetrieb in Auenwald gilt als Sperrbezirk, der weitere Radius von zehn Kilometern als Beobachtungsgebiet.

Inzwischen haben die Tierärztinnen des Veterinäramtes alle 51 Betriebe des Sperrbezirks überprüft und bei Bedarf Proben genommen. Zudem wurden von den 569 identifizierten Geflügelhaltern im Beobachtungsgebiet bisher ca. 50 risikoorientiert inspiziert und beprobt. 

Auch auffällige Betriebe außerhalb der Restriktionszonen wurden aufgesucht. „Wir haben bisher insgesamt 1790 Proben entnommen.

Bisher sind alle Probenergebnisse negativ auf das Geflügelpestvirus getestet worden. Das ist sehr erfreulich“, so Veterinäramtsleiter Thomas Pfisterer. Weitere Kontrollen in den Geflügelbeständen stehen laut Pfisterer noch an.

Daneben ist es wichtig, die erforderlichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen im Ausbruchsbestand in Auenwald amtlich zu begleiten.

„Erst wenn die Desinfektionsmaßnahmen erfolgreich durchgeführt wurden und alle Überprüfungen und Beprobungen in den Restriktionszonen ein negatives Ergebnis haben, können wir die in der Allgemeinverfügung verhängten Maßnahmen aufheben“, so Verbraucherschutzdezernent Gerd Holzwarth. „Wenn alles gut läuft, die Vorgaben der Allgemeinverfügung von den Tierhaltern eingehalten und umgesetzt werden und kein neuer Ausbruch festgestellt wird, werden wir die Restriktionsmaßnahmen umgehend beenden“, so Holzwarth. „Im Idealfall ist das schon Ende April oder Anfang Mai.“

Wenn die entsprechenden seuchenhygienischen Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Veterinäramt für die Betriebe in den Restriktionszonen auch Ausnahmen von der generellen Handelsbeschränkung für Tiere und Waren erteilen. „Bisher haben ca. 30 Betriebe Anträge auf Ausnahmegenehmigungen zum Verbringen von Konsumeiern, von Geflügel und von Säugetieren beim Veterinäramt gestellt“, so Thomas Pfisterer. Mehr als die Hälfte dieser Anträge konnte positiv beschieden werden. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die negative Testung der Betriebe.

„Unser Veterinäramt wägt zwischen den Belangen der Seuchenbekämpfung und den berechtigten Vermarktungsinteressen der Eierproduzenten und der Geflügelmäster bürgernah ab. So konnten bereits Genehmigungen vorab mündlich erteilt werden, wenn die Antragsprüfungen vollständig abgeschlossen waren“, erläutert Verbraucherschutzdezernent Gerd Holzwarth. 

Hintergrund

Durch eine Lieferung von Junghennen aus einem mit Geflügelpest infizierten Betrieb in Nordrhein-Westfalen ist die Tierseuche auch in einen Geflügelbestand in der Gemeinde Auenwald gelangt. Das Veterinäramt wurde am 23.April über die Lieferung informiert und der Bestand wurde gesperrt.

Die betroffenen Tiere wurden aufgrund der Feststellung des Seuchenverdachtes bereits am 24.03.21 tierschutzgerecht getötet und unschädlich beseitigt.

Die erforderlichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen wurden unverzüglich eingeleitet. Bislang sind keine weiteren Fälle von Geflügelpest in einem Betrieb im Rems-Murr-Kreis bekannt.

Die Allgemeinverfügung und die Restriktionsgebiete sind auf der Homepage des Landkreises abrufbar: direkt auf der Startseite, im Reiter „Bekanntmachungen“. Die Allgemeinverfügung gilt seit Sonntag, 28. März und ist von allen Geflügel haltenden Betrieben zwingend einzuhalten. In der Allgemeinverfügung sind die erforderlichen Maßnahmen wie Aufstallungs- und Meldepflicht sowie Handelsbeschränkungen detailliert beschrieben.


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