Preissprünge gehen auf Preiskrise im letzten Jahr zurück, Milchpreis dennoch sehr dynamisch
Von Dirk Meyer
Das Statistische Landesamt hat in den letzten drei Monaten erhebliche Preisanstiege bei Milch und Milchprodukten verzeichnet.
So kostete frische Vollmilch im Mai 21,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, im Juni wurde für den gleichen Zeitraum ein Plus von 22,1 Prozent ausgewiesen.
Die Preissteigerungen für Milcherzeugnisse waren zum Teil noch aufsehenerregender. Beispielsweise kostete Butter im Juni 2017 über die Hälfte (55,2 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Dennoch sind die Milchpreise nicht auf einem Rekordstand.
Von Dezember 2013 bis Oktober 2014 lagen sie auf einem ähnlichen Niveau, zum Teil auch noch deutlich darüber. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung des Preisindex für Milch zeigt, dass die jüngst ermittelten Preissprünge eine Spätfolge der Milchpreiskrise im Sommer 2016 sind.
Von April auf Mai war der Preis für Vollmilch um 8,5 Prozent gefallen, teilentrahmte Milch hatte sich um 9,2 Prozent verbilligt und hat bis August noch weiter im Preis nachgelassen.
Von Oktober auf November 2016 stiegen die Preise jedoch genauso sprunghaft wieder an. Dabei erreichte der Preis für teilentrahmte Milch etwa das Niveau vom April, der Preis für Vollmilch stieg noch darüber hinaus.
Im Vergleich zum letzten Monat vor dem Preisverfall (April 2016) ist der Preis für Vollmilch um 10,25 Prozent gestiegen, der Preis für teilentrahmte Milch um 7,97 Prozent. Die Teuerungsrate insgesamt betrug in diesem Zeitraum 1,83 Prozent. Die Milchpreise entwickelten sich damit auch unabhängig von der Krise im letzten Jahr deutlich dynamischer als die Verbraucherpreise insgesamt. (red)
