Porsche

Stuttgart. Mit einem völlig neu entwickelten GT-Rennwagen startet Porsche in die Motorsport-Saison 2017. Dies teilte der Konzern am Donnerstag bekannt.

Von Dirk Meyer

Der neue 911 RSR nutzt die Freiheiten des GT-Reglements für die 24 Stunden von Le Mans voll aus und setzt neben konsequentem Leichtbau auf die Anordnung des Sechszylinder-Boxermotors.
Das vier Liter große, äußerst leichte Aggregat, verfügt über Benzin-Direkteinspritzung und feiert sein Debut im Januar 2017 beim 24-Stunden-Rennen in Daytona / USA.

„Unter Beibehaltung des typischen 911 Designs ist dies die bisher größte Evolution in der Geschichte unseres GT-Top-Modells“, sagt Porsche Motorsportchef Dr. Frank-Steffen Walliser. Der neue 911 RSR ist eine komplette Neuentwicklung: Fahrwerk, Karosseriestruktur, Aerodynamikkonzept, Motor und Getriebe wurden von Grund auf neu konstruiert. Das neue Motorenkonzept hat es den Konstrukteuren ermöglicht, einen besonders großen Heckdiffusor zu verbauen. In Kombination mit einem an den LMP1-Rennwagen 919 Hybrid angelehnten, hängend angebundenen Heckflügel konnten das Abtriebsniveau sowie die aerodynamische Effizienz signifikant verbessert werden.

„Wir haben beim 911 RSR bewusst auf einen besonders modernen und leichten Saugmotor gesetzt, denn dieser gab unseren Ingenieuren bei der Entwicklung des Fahrzeugs große Freiheiten“, erklärt Walliser. „Außerdem sieht das LM-GTE-Reglement in seinen Grundsätzen die absolute Chancengleichheit verschiedener Antriebskonzepte vor, da die Drehmomentcharakteristika von Turbo- und Saugmotoren angeglichen werden.“ Der neue Saugmotor leistet je nach Restriktorgröße rund 375 kW (510 PS) und verteilt seine Kraft mittels eines per Schaltwippen betätigten sequenziellen Sechsganggetriebes mit Magnesiumgehäuse an die 31 Zentimeter breiten Hinterräder. Die Umstellung auf die neue Motorengeneration ist damit abgeschlossen. Nach 911 GT3 R und 911 GT3 Cup nutzt nun auch die Speerspitze der GT-Rennwagen von Porsche die gleiche hochmoderne Sechszylinder-Boxer-Motorenfamilie.

Porsche hat das Konzept des 911 in der Vergangenheit bereits einmal mit voller Konsequenz ausgereizt – 1996 mit dem 911 GT1. Mit großem sportlichen Erfolg: 1998 fuhr der 911 GT1 bei den 24 Stunden von Le Mans den 16. Gesamtsieg für Porsche ein. Damals kamen die schnellsten Fahrzeuge im Feld aus der GT1-Klasse.

In der Saison 2017 wird der neue 911 RSR voraussichtlich 19 Werkseinsätze mit mehr als 140 Stunden Renndauer bestreiten. Mit jeweils zwei Werksautos wird Porsche in der FIA World Endurance Championship (WEC) inklusive der 24 Stunden von Le Mans sowie in der amerikanischen IMSA Weathertech Championship antreten.

Seine Premiere feiert er gleich unter härtesten Bedingungen am 28. und 29. Januar beim IMSA-Saisonauftakt in Daytona.

„Darauf sind wir bestens vorbereitet“, sagt Marco Ujhasi, Leiter GT-Werkssport. „Seit dem ersten Rollout in Weissach im März diesen Jahres haben wir mehr als 35.000 Testkilometer auf Rennstrecken in Europa und Nordamerika abgespult – mehr als bei der Entwicklung jedes anderen Porsche GT-Rennautos zuvor.“

Technische Daten des Motor: Wassergekühlter Sechszylinder-Boxermotor; 4.000 cm3, ca. 375 kW / 510 PS je nach Restriktor; Vierventil-Technik; Benzin-Direkteinspritzung; Trockensumpfschmierung; Einmassenschwungrad; Leistungsbegrenzung über Restriktor; E-Gas.
(red/fm)

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