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Stuttgart. Zwei junge Geparden haben im Mai ihre neue Heimat im Zoologisch-Botanischen Garten Stuttgart bezogen. Die Männchen Sam und Frodo stammen aus dem Allwetterzoo Münster und sollen zur genetischen Vielfalt der Gepardenpopulation in der Wilhelma beitragen.

Dirk Meyer (kai)

Im Rahmen eines Austauschs innerhalb europäischer Zooverbände hat die Wilhelma in Stuttgart im Mai die beiden Gepardenmännchen Sam und Frodo aufgenommen. Die beiden fast zweijährigen Tiere sind Nachzuchten aus dem Allwetterzoo Münster und sollen die Zuchtpopulation im Stuttgart erweitern. Bislang waren in der Wilhelma vor allem Nachkommen des ehemaligen Zuchtpaares Zawadi und Haraka zu sehen, die seit 2019 bzw. 2025 in der Anlage lebten. Die Zuchtserfolge der vergangenen Jahre, darunter Fünf- und Sechslinge, haben die Bedeutung der Gehege für die Erhaltung der Art unterstrichen. Die Jungtiere aus den ersten Würfen wurden in andere zoologische Einrichtungen nach Basel und Großbritannien abgegeben, während die Nachkommen des letzten Zuchtpaares noch bei ihrer Mutter leben.

Neue genetische Impulse für die Zucht

Die Ankunft der beiden Münsteraner Gepardenbrüder bringt frisches genetisches Material in die Zuchtpopulation der Wilhelma. Für die männlichen und weiblichen Geparden sind in der Anlage getrennte Bereiche vorgesehen, die auf die natürlichen Verhaltensweisen der Art abgestimmt sind. Die Anlage für die Männchen ist so gestaltet, dass sie sich in einem separaten Revier aufhalten, während die Weibchen in einer anderen Einrichtung leben. Die zoologische Leitung erläutert, dass in der Natur die Männchen und Weibchen nur zur Paarungszeit zusammenkommen, um Nachwuchs zu zeugen. Nach der Geburt bleiben die Jungtiere bis zu 18 Monate bei ihrer Mutter, die ihnen wichtige Fähigkeiten für das Überleben in der freien Wildbahn vermittelt.

Die Partnerwahl bei den Geparden ist in der Natur durch die Überschneidung ihrer Reviere geprägt. Sobald die Jungtiere entwöhnt sind und die Mutter wieder empfängnisbereit ist, werden die Partner neu ausgewählt. Diese Verhaltensweise führt zu einer natürlichen genetischen Durchmischung, die für die Stabilität und Gesundheit der Population essenziell ist.

Erhalt der genetischen Vielfalt

Der Schutz der genetischen Vielfalt gilt sowohl für wildlebende Geparden in Afrika als auch für die in Zoos gepflegten Populationen. Die europäische Zuchtorganisation EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) koordiniert die Zuchtprogramme, um die genetische Variabilität zu erhalten. Dabei werden gezielt Zuchtpaare zusammengestellt, die genetisch möglichst unterschiedlich sind. Die stark geschrumpfte genetische Vielfalt der Art, die durch den Rückgang in der Vergangenheit bedingt ist, macht diese Maßnahmen notwendig. Es wird angenommen, dass alle heute lebenden Geparden von wenigen Vorfahren abstammen, was die Anstrengungen zur Erhaltung der genetischen Bandbreite umso dringlicher macht.

Engagement für den Artenschutz in Namibia

Neben der Zuchtarbeit in den europäischen Zoos engagiert sich die Wilhelma auch im Schutz der Geparden im südlichen Afrika. Seit 2021 spendet die Einrichtung jährlich rund 25.000 Euro an den Cheetah Conservation Fund in Namibia. Insgesamt wurden bislang 156.000 Euro für Projekte zur Ausbildung von Herdenschutzhunden bereitgestellt. Diese Hunde sollen helfen, Geparden von Nutztieren fernzuhalten und dadurch die Konflikte zwischen Menschen und Tieren zu reduzieren. Früher wurden Geparden von Farmern oft getötet, um ihre Herden zu schützen, doch durch den Einsatz der Herdenschutzhunde konnte die Koexistenz verbessert werden.

Die Ankunft der beiden Gepardenbrüder in der Wilhelma markiert einen weiteren Schritt in den Bemühungen, die Art zu erhalten und gleichzeitig die genetische Vielfalt der Populationen zu sichern. Die Kombination aus Zuchtprogrammen im Zoo und Schutzmaßnahmen in Afrika trägt dazu bei, die Zukunft der bedrohten Tierart zu sichern.

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