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Anfang Juni 2025 wurde in der Wilhelma in Stuttgart ein Okapi-Kalb geboren, das mittlerweile seine Mutter zunehmend auf der Außenanlage begleitet. Das Jungtier, ein männliches Kalb, trägt den Namen Makasi und ist nun etwa einen Monat alt.

Dirk Meyer (kai)

Das Okapi, auch als kurzhalssige Waldgiraffe bekannt, stammt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo. Diese Tiere gelten als anspruchsvoll in der Pflege, da sie sich fast ausschließlich von Blättern ernähren. Mit einer Schulterhöhe von rund 1,5 Metern sind sie größer als viele andere Waldtiere, jedoch trotz ihrer Größe erst im frühen 20. Jahrhundert wissenschaftlich entdeckt worden, da sie sich in schwer zugänglichen Habitaten verstecken.

Makasi zeigt sich erst jetzt, nach rund einem Monat, auf der Außenanlage der Wilhelma. In den ersten Lebenswochen verharren Okapi-Jungtiere regungslos an versteckten Stellen, sogenannte Ablieger. Nur zum Säugen suchen sie aktiv ihre Mutter auf und kehren danach wieder an ihre Verstecke zurück. Die jungen Okapis sind geruchlos und setzen erst etwa 50 Tage nach der Geburt Kot ab, was sie in der Natur vor Fressfeinden schützt. Zudem sorgt ihre Fellzeichnung für eine perfekte Tarnung am Waldboden.

Die Eltern von Makasi sind Nyota, die in der Wilhelma geboren wurde und mittlerweile 13 Jahre alt ist, sowie der 18 Jahre alte Bulle Imba, der ursprünglich aus den USA stammt. Imba kam über den Zoo Basel 2024 in die Wilhelma und gilt als genetisch bedeutend, da er mit den meisten europäischen Okapis nur entfernt verwandt ist. Die schnelle Geburt von Nachwuchs gilt als Erfolg für den Erhalt dieser bedrohten Tierart.

Das Okapi ist in freier Wildbahn stark gefährdet. Die genaue Anzahl der Tiere ist schwer zu bestimmen, da ihre Lebensräume oft schwer zugänglich sind und in politisch instabilen Regionen liegen. Regenwaldrodungen und Wilderei setzen der Population erheblich zu. Zoos wie die Wilhelma übernehmen deshalb eine wichtige Rolle im Artenschutz.

Seit 1989 wurden in der Wilhelma 15 Okapi-Nachzuchten erfolgreich geboren, was die Bedeutung der Einrichtung für die europäische Erhaltungszucht unterstreicht. Zudem unterstützt die Wilhelma das Okapi Conservation Project im kongolesischen Ituri Forest finanziell. Die Zuchtprogramme tragen dazu bei, den Fortbestand dieser seltenen und geheimnisvollen Tierart zu sichern und Bewusstsein für ihren Schutz zu schaffen.

Die Entwicklung von Makasi wird weiterhin genau beobachtet, während er die Außenanlage gemeinsam mit seiner Mutter erkundet und langsam an die neue Umgebung gewöhnt wird. Das Jungtier zeigt sich zunehmend aktiver und sorgt für Interesse bei den Besucherinnen und Besuchern der Wilhelma.

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