Ludwigsburg. In Ludwigsburg haben Schüsse auf ein Geschäftsgebäude in der Hindenburgstraße einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Die Ermittlungsbehörden prüfen, ob ein Zusammenhang mit einer Brandlegung am selben Ort wenige Stunden zuvor besteht.
Dirk Meyer (kai)
Die Ereignisse begannen in der Nacht auf Dienstag, als Anwohner gegen 1.30 Uhr Schussgeräusche aus der Hindenburgstraße meldeten. Mehrere Notrufe gingen bei der Polizei ein, woraufhin Einsatzkräfte das betroffene Gebiet absperrten und das Gebäude überprüften.
Schüsse auf Firmensitz in der Nacht
Vor Ort stellten die Beamten fest, dass ein Geschäftshaus Ziel eines Angriffs mit einer Schusswaffe geworden war. Mehrere Einschläge wurden am Firmensitz eines Sicherheitsunternehmens entdeckt. Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich während der Tat niemand im Gebäude, verletzt wurde daher niemand. Der angerichtete Schaden konnte zunächst nicht beziffert werden.
Unmittelbar nach den Schüssen soll ein Auto, möglicherweise ein Wagen der Marke Volkswagen, mit hoher Geschwindigkeit über die nahegelegene Jägerhofallee davongefahren sein. Die Polizei leitete umgehend eine groß angelegte Suche ein, an der mehrere Streifen beteiligt waren. Trotz dieser Maßnahmen konnten keine Verdächtigen festgestellt werden. Die Fluchtrichtung und weitere Details zum Fahrzeug sind bislang unklar.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen und sicherte Spuren am Tatort. Dazu zählen unter anderem Einschussstellen an der Fassade des Gebäudes. Auch mögliche Videoaufzeichnungen aus der Umgebung werden ausgewertet. Hinweise aus der Bevölkerung werden weiterhin entgegengenommen.
Brandlegung wenige Stunden zuvor
Parallel dazu prüfen die Ermittler einen möglichen Zusammenhang mit einer Brandlegung, die in der Nacht zum Montag am selben Gebäude verübt worden war. Gegen 2.00 Uhr hatten Anwohner zunächst ein lautes Knallgeräusch gehört und kurz darauf Flammen auf dem Gehweg sowie auf einem angrenzenden Grünstreifen entdeckt. Feuerwehr und Polizei wurden alarmiert und löschten den Brand.
Bei der anschließenden Untersuchung wurde festgestellt, dass die Fassade und eine Eingangstür des Geschäftshauses beschädigt worden waren. Der entstandene Schaden wurde auf etwa 5.000 Euro geschätzt. Auch in diesem Fall gingen die Behörden von einer vorsätzlichen Tat aus. Verdächtige Personen konnten bislang nicht ermittelt werden.
Ob die Brandlegung und die Schussabgabe Teil eines zusammenhängenden Geschehens sind oder unabhängig voneinander erfolgten, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die zeitliche Nähe sowie der identische Tatort stehen dabei im Fokus.
Weitere Vorfälle mit Schusswaffen im Stadtgebiet
Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie von Vorfällen ein, bei denen im Raum Ludwigsburg Schüsse gemeldet wurden. Bereits im April 2025 war es in der Oststraße zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen, nachdem Anwohner am Abend mehrere Schussgeräusche wahrgenommen hatten. Damals wurden Schüsse auf zwei Männer in der Nähe eines geparkten Autos abgegeben, wobei das Fahrzeug beschädigt wurde. Auch in diesem Fall gab es keine Verletzten, und die Täter entkamen unerkannt.
Die Ermittlungsbehörden prüfen, ob zwischen diesen früheren Ereignissen und den aktuellen Taten eine Verbindung besteht oder ob es sich um voneinander unabhängige Geschehnisse handelt. Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei zu melden.

