Ein Flugzeug der ägyptischen Fluggesellschaft Air Cairo ist am Donnerstagnachmittag kurz vor der Landung am Flughafen Stuttgart in einen plötzlichen Hagelschauer geraten.
Die Cockpitscheibe splitterte, die Radarnase wurde schwer beschädigt, doch die Besatzung konnte die Maschine sicher landen. Über Verletzte ist nichts bekannt.
Der Flug SM2952 aus Marsa Alam in Ägypten geriet in der Schlussphase des Landeanflugs in ein Unwetter. Hagelschauer gehören zu den Naturereignissen, die Flugzeuge unvorbereitet treffen können, da sie in den Wetterradarsystemen teilweise nicht klar sichtbar sind.Besonders intensive Hagelbildungen entstehen kurzfristig in schmalen Bändern und erlauben Piloten nur wenig Zeit zur Reaktion. Trotz modernster Ortungsgeräte an Bord können solche Hagelbänder der Flugüberwachung entgehen, wie der Fall am Donnerstag dokumentiert. Die betroffene Maschine ist ein Airbus A320 mit Platz für etwa 180 Passagiere.
Hagelschäden an Flugzeugen gehören zur Realität des Flugverkehrs
Hagel ist eine der häufigsten Ursachen für Schäden an Flugzeugen. Die Radarnase – auch als Radom bezeichnet – ist der Flugzeugvorderseite vorgelagert und beherbergt das Bordradar. Dieses Bauteil ist bei Hageleinschlägen besonders gefährdet. Zersprungene Cockpitscheiben stellen die zweithäufigste Folge von Hagelstößen dar. Beide Schäden traten beim Air-Cairo-Flug auf. Diese Komponenten sind funktionell kritisch für die Navigation und Steuerung des Flugzeugs. Gleichzeitig sind moderne Flugzeuge nach strikten Zertifizierungsvorgaben konstruiert, um auch intensive Hagelschauer zu ertragen und danach sicher landen zu können. Hersteller müssen nachweisen, dass ihre Maschinen definierte Belastungsgrenzen erfüllen. Bei extrem seltenen Hagelstößen lassen sich jedoch Schäden nicht völlig vermeiden.
Air Cairo verbindet Ägypten mit europäischen Zielen
Die betroffene Fluggesellschaft Air Cairo wurde 1997 gegründet und ist seit 2003 Tochtergesellschaft der ägyptischen Nationalfluggesellschaft EgyptAir. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Kairo und bedient regionale sowie internationale Ziele. Mit einer Flotte moderner Airbus-Maschinen führt Air Cairo mehrere Verbindungen pro Woche zu europäischen Ballungsräumen durch. Die Strecke Stuttgart-Marsa Alam ist ein etablitiertes Flugziel für Urlaubsreisende, die zum Roten Meer in Ägypten reisen. Wöchentlich operieren die Flugzeuge von Air Cairo etwa 200 Flugbewegungen zu über 50 internationalen und nationalen Destinationen. Das Unternehmen positioniert sich als zuverlässiger Betreiber für Tourismus und Geschäftsverkehr zwischen Deutschland und Ägypten.
Wetterradar erkennt intensive Hagelzellen nicht immer zuverlässig
Die Navigations- und Sicherheitsausrüstung moderner Flugzeuge umfasst hochentwickelte Bordradarsysteme, die Niederschlagsgebiete auf Cockpitdisplays anzeigen. Piloten nutzen diese Informationen, um gefährliche Zonen zu meiden oder mit Genehmigung der Flugsicherung zu durchfliegen. Allerdings hat die Radardetection bei Hagelschauern physikalische Grenzen. Besonders bei feuchtem oder gefrorenen Hagel können Radarechos schwach ausfallen. Wenn Hagelbänder sehr schmal sind und sich kurzfristig entwickeln, bleibt dem Navigationspersonal oft keine Zeit für Ausweichmanöver. In derartigen Fällen müssen Piloten auf intensive Schulung und auf die aeronautischen Fähigkeiten der Maschine vertrauen, um das Flugzeug trotz Beschädigungen sicher zum Boden zu bringen.
Der Flughafen Stuttgart verzeichnet tagtäglich Hunderte von Flugbewegungen. Unerwartete Wetterereignisse in der unmittelbaren Umgebung stellen eine ständige Herausforderung für Luftfahrtbetrieb dar. Die sichere Landung der Air-Cairo-Maschine zeigt, dass Sicherheitssysteme und Trainingsstandards wirken – selbst unter widrigen Bedingungen.


Tausende von Flugnewegungen.
Täglich.
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