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Am 8. März 2026 beginnt die Landtagswahlperiode in Deutschland. Mit der ersten Wahl in Baden-Württemberg startet ein Jahr, das insgesamt fünf Landtagswahlen umfasst.

Dirk Meyer (kai)

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg wird eine besondere Premiere sein. Zum ersten Mal haben alle Wahlberechtigten die Möglichkeit, zwei Stimmen abzugeben: Die erste Stimme geht an einen Direktkandidaten im Wahlkreis, während die zweite Stimme für die Landesliste der Parteien gilt. Mit dieser Änderung wird das Wahlsystem an die bundesweiten Vorgaben angepasst, die bereits bei Bundestagswahlen zur Anwendung kommen.

Wahlrecht und Wahlverfahren

Das Mindestalter für die Teilnahme an der Wahl wurde auf 16 Jahre gesenkt, was in Baden-Württemberg ebenfalls eine Neuerung darstellt. Bisher lag das Wahlalter bei 18 Jahren. Damit können erstmals auch Jugendliche ab 16 Jahren von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Diese Änderung wird die Zusammensetzung der Wählerschaft in besonderem Maße beeinflussen.

Insgesamt können die Wahlberechtigten in Baden-Württemberg aus 21 Parteien wählen. Um bei der Sitzverteilung berücksichtigt zu werden, muss eine Partei mindestens 5 % der gültigen Stimmen im Land erhalten. Die Stimmabgabe erfolgt zwischen 8:00 und 18:00 Uhr, und die Wahl wird in etwa 11.570 Wahlbezirken durchgeführt. Von diesen sind rund 7.900 Urnenbezirke und fast 3.700 Briefwahlbezirke. Der Landtag umfasst mindestens 120 Abgeordnete, die nach dem Verhältniswahlverfahren vergeben werden, wobei auch 70 Direktmandate in den Wahlkreisen vergeben werden.

Wahlbewerber und Wahlbeteiligung

Für die Wahl 2026 bewerben sich insgesamt 1.184 Personen um einen Platz im Landtag, davon 531 Kandidaten nur in einem Wahlkreis, 177 nur auf einer Landesliste und 476 auf beiden Ebenen. Von den Bewerbenden sind 390 Frauen, was einem Anteil von rund 32,9 % entspricht. Darüber hinaus treten auch 4 diverse Personen zur Wahl an.

Die Zahl der Wahlberechtigten ist mit etwa 7,7 Millionen auf einem Rekordhoch. Dies bedeutet, dass so viele Menschen wie nie zuvor zur Wahl aufgerufen sind. Unter diesen werden rund 650.000 Erstwähler erwartet. Diese Entwicklung spiegelt das wachsende Interesse an politischen Beteiligungsmöglichkeiten wider, insbesondere unter jüngeren Wählenden.

Historische Perspektiven und Erwartungen

Die Wahlbeteiligung in Baden-Württemberg hat in der Vergangenheit große Schwankungen gezeigt. Im Jahr 1972 wurde mit 80,0 % die höchste Wahlbeteiligung erreicht, während 2006 mit nur 53,4 % die bisher niedrigste Beteiligung verzeichnet wurde. Die Wahl 2021 brachte mit 4.859.651 gültigen Stimmen eine relativ hohe Beteiligung, doch auch für die kommende Wahl wird erwartet, dass das Ergebnis eine wichtige Rolle für die politische Landschaft des Landes spielen wird.

Die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg stellt somit nicht nur eine Wahl für den Landtag dar, sondern auch einen Testlauf für das neue Wahlsystem und die Erhöhung der Wahlbeteiligung durch die Einbeziehung jüngerer Wählergruppen. Es bleibt abzuwarten, welche politischen Bewegungen sich daraus ergeben werden.

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