Stuttgart. Die Bevölkerung Baden-Württembergs war Ende 2025 im Durchschnitt 44,2 Jahre alt. Damit ist das Alter der Einwohnerinnen und Einwohner im Vergleich zu 1970 um mehr als neun Jahre gestiegen. Das Landesamt für Statistik weist darauf hin, dass die Altersstruktur im Land zunehmend älter wird, wobei die Unterschiede zwischen den Regionen erheblich sind.
Dirk Meyer (kai)
Im Jahr 2025 lag das durchschnittliche Alter der weiblichen Bevölkerung bei 45,4 Jahren, was 2,4 Jahre über dem Wert der männlichen Einwohner liegt. Dieser Unterschied wird vor allem durch die höhere Lebenserwartung der Frauen erklärt. Außerdem zeigte die Auswertung, dass die ausländische Bevölkerung im Land im Durchschnitt jünger ist: Sie betrug 39,4 Jahre, während die deutsche Bevölkerung bei 45,2 Jahren lag.
Regionale Unterschiede im Altersdurchschnitt
Innerhalb Baden-Württembergs bestehen deutliche Unterschiede in der Altersstruktur. Die Stadt Heidelberg verzeichnet mit durchschnittlich 40,2 Jahren die jüngste Bevölkerung im Bundesland. Im Gegensatz dazu weist Baden-Baden mit durchschnittlich 47,8 Jahren den höchsten Altersdurchschnitt auf. Alle anderen kreisfreien Städte und Landkreise liegen unter dem Landesdurchschnitt, mit Ausnahme von Baden-Baden.
Die Unterschiede werden bei Betrachtung aller 1.101 Kommunen noch deutlicher. So ist Bubsheim im Landkreis Tuttlingen mit einem Durchschnittsalter von 39,3 Jahren die jüngste Gemeinde. Auch Riedhausen im Landkreis Ravensburg (39,5 Jahre) und die Universitätsstadt Tübingen (40,1 Jahre) gehören zu den Kommunen mit vergleichsweise jungen Bevölkerungen.

Regionale Extremwerte
Am anderen Ende der Skala liegen Gemeinden mit deutlich älterer Bevölkerung. Die kleinste Gemeinde im Landkreis Waldshut, Ibach, weist mit 52,1 Jahren den höchsten Durchschnittswert auf. Es folgen Moosburg im Landkreis Biberach mit 51,5 Jahren sowie die Exklave Büsingen am Hochrhein im Landkreis Konstanz mit 51,1 Jahren.
Ursachen für regionale Unterschiede
Die Ursachen für die deutlichen Unterschiede im Durchschnittsalter sind vielfältig. Einflussfaktoren sind unter anderem die Alterszusammensetzung durch Studierende, die Präsenz von Klöstern, die Verfügbarkeit von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie die Geburtenrate. Auch das Wanderungsgeschehen spielt eine wesentliche Rolle, ebenso wie der Anteil der ausländischen Bevölkerung in den jeweiligen Gemeinden.
Die Entwicklung des Altersdurchschnitts in Baden-Württemberg spiegelt die demografische Veränderung des Landes wider, die durch eine anhaltende Alterung der Bevölkerung und regionale Unterschiede geprägt ist. Die Ursachen sind komplex und beeinflussen die zukünftige Planung und Versorgung der Gemeinden im Bundesland.

