Die landwirtschaftlichen Tierbestände in Baden-Württemberg sind im Mai dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert geblieben. Während die Zahl der Rinder leicht schwankte, zeigt sich bei den Schweinen eine stabile Entwicklung, wobei die Anzahl der Betriebe mit Schweinehaltung weiter zurückgeht.
Dirk Meyer (kai)
Im Mai 2024 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 869.941 Rinder gezählt, was laut dem Statistischen Landesamt nahezu dem Niveau vom Vorjahr entspricht. Diese Zahl umfasst alle Rinderarten, wobei die Entwicklung bei den einzelnen Gruppen unterschiedliche Tendenzen aufweist. Die Zahl der Milchkühe sank geringfügig um 0,5 Prozent auf 299.246 Tiere. Im Gegensatz dazu verzeichnete die Zahl der Mutterkühe, also Tiere, die zur Zucht verwendet werden, einen deutlichen Anstieg um 2,7 Prozent auf 58.453 Tiere. Dieser Trend spiegelt die fortwährende Nutzung von Mutterkühen für die Nachzucht wider.
Der Bestand an Nachwuchstieren, bestehend aus Kälbern und Jungrindern, stieg insgesamt um 4,3 Prozent auf 247.125 Tiere. Besonders der Kälberbestand verzeichnete einen Zuwachs um 4,9 Prozent auf 171.078 Tiere, was den höchsten Wert seit Beginn des Jahres 2023 darstellt. Damit ist die Zahl der Kälber im Alter bis zu acht Monaten auf dem Niveau des Vorjahres. Im Gegensatz dazu sank die Anzahl der Jungrinder zwischen acht und zwölf Monaten um 1,5 Prozent auf 76.047 Tiere, womit dieser Bestand einen Tiefstand erreichte. Bei den ein- bis zweijährigen Rindern wurde zudem eine Abnahme um 3,9 Prozent auf 201.615 Tiere registriert.
Schweinebestand bleibt stabil, Betriebe gehen weiter zurück
Beim Schweinebestand in Baden-Württemberg zeigt die Statistik eine stabile Entwicklung. Insgesamt wurden zum Stichtag 3. Mai 2024 rund 1,24 Millionen Schweine gezählt, was im Vergleich zum Vorjahr unverändert bleibt. Während die Zahl der Zuchtsauen leicht anstieg und um 1,5 Prozent auf 98.700 Tiere stieg, sank die Zahl der Mastschweine um 2,0 Prozent auf 486.200 Tiere. Die Nachzucht, also die Anzahl der Ferkel und Jungschweine, erhöhte sich um 2,0 Prozent auf 654.300 Tiere.
Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, die Schweine halten, setzt jedoch ihren Abwärtstrend fort. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 1.400 Betriebe mit Schweinehaltung registriert, was einem Rückgang um 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Durchschnittlich hält jeder Betrieb rund 900 Schweine. Für die Erhebung der Schweinebestände werden nur Betriebe mit mindestens 50 Schweinen oder 10 Zuchtsauen erfasst. Kleinere Betriebe sind in der Statistik nicht berücksichtigt.
Datenquellen und Methodik
Die Ermittlung der Rinderbestände basiert auf Daten des Herkunftssicherungs- und Informationssystems für Tiere (HIT), das seit 2008 in Deutschland genutzt wird. Es erfasst tagesaktuell alle relevanten Angaben zu Geburten, Zugängen, Abgängen, Verendungen und Schlachtungen. Die Kategorie der Milchkühe wird anhand verschiedener Merkmale wie Alter, Rasse und Produktionsrichtung ermittelt, um eine entsprechende Zuordnung zu gewährleisten.
Die Daten zu den Schweinebeständen stammen aus landwirtschaftlichen Betriebszählungen, die nur Betriebe mit einer bestimmten Mindestgröße umfassen. Diese Begrenzung sorgt für eine standardisierte Erfassung der landwirtschaftlichen Produktion in der Region.
Mit den aktuellen Zahlen lässt sich feststellen, dass die landwirtschaftlichen Tierbestände in Baden-Württemberg insgesamt stabil geblieben sind, wobei einzelne Gruppen unterschiedliche Entwicklungen zeigen. Die Zahlen spiegeln die anhaltenden Herausforderungen wider, denen landwirtschaftliche Betriebe bei Tierhaltung und Betriebsführung gegenüberstehen.

