Mehr als 20 Jahre sind nach der Erfindung von Lik Hon inzwischen vergangen. Zwar war das Konzept einer elektronischen Zigarette vor der Innovation des chinesischen Apothekers nicht unbekannt, und als eigentlicher Erfinder kursiert in der Geschichte der E-Zigaretten Herbert A. Gilbert, der bereits 1963 ein entsprechendes Patent angemeldet hatte. Doch Lik Hon kommt der Verdienst zu, 2002 das erste Produkt entworfen zu haben, das eine wirkliche Marktreife erfuhr. Sein ausgeklügeltes Konzept und der Zeitgeist waren für diese Entwicklung verantwortlich.
Die weltweiten Antiraucherkampagnen waren nach der Jahrtausendwende im vollen Gange und mit ihnen die Suche nach gesundheitsschonenden Alternativen. Mit einer Quote von zwei Prozent (1) unter den regelmäßigen Konsumenten von E-Zigaretten ist die Branche in Deutschland zwar noch klein; allerdings ist der Trend zur Verbreitung eindeutig. So stieg 2023 der Umsatz der Unternehmen, die E-Zigaretten anbieten, um 40 Prozent (2). Doch sind E-Zigaretten wirklich so unbedenklich, wie die Hersteller uns glauben lassen möchten?
Krebsgefahr drastisch reduziert
Der erste Unterschied zwischen E-Zigaretten und Zigaretten besteht in der Art der Inhalation. Konsumenten von E-Zigaretten legen Wert auf die Unterscheidung, dass sie ihre E-Zigaretten nicht rauchen, sondern dampfen bzw. vapen, wie es auf Englisch heißt. Wenn sie ihre E-Zigarette im Online-Shop erwerben, dann erhalten sie ein Produkt, das sich bei Temperaturen zwischen 200 und 300 °C im Gegensatz zum Rauchen weit unterhalb der Verbrennungsschwelle erhitzt, sodass zahlreiche krebserregende Substanzen zurückgehalten werden.
Deshalb sowie aufgrund des geringeren Schadstoffprofils sinkt die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken, nach einer Studie der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England um 99,5 Prozent (3) im Vergleich zum klassischen Rauchen. Bei anderen Erkrankungen ist das Risiko immerhin um 95 Prozent herabgesetzt.
Gesundheitsrisiko für Lungen und Atemwege
Problematischer ist beim Konsum von E-Zigaretten allerdings das Risiko für die Lunge und das Bronchialsystem. Dies liegt einerseits daran, dass das menschliche Atmungssystem auf das Atmen eingestellt ist und nicht auf die Inhalation, und andererseits an immer noch vorhandenen Schadstoffen der E-Zigarette wie das Verneblungsmittel Propylenglycol (PG), Acetaldehyd, Blei, Chrom und Nickel. Als dritten Grund verweisen Mediziner darauf, dass die inhalierten Schwebstoffe (Aerosole) dem natürlichen Schutzfilm der Atemwege Feuchtigkeit entziehen, was ihre Schutzfunktion deutlich beeinträchtigen kann.
Aus diesen Gründen zeigte sich in einer kalifornischen Langzeitstudie mit 32.000 Teilnehmern, dass das Risiko, an Lungenerkrankungen wie Asthma, COPD und einer chronischen Bronchitis zu erkranken, durch das Dampfen um 30 Prozent (4) erhöht ist, was allerdings ein geringeres Risiko darstellt als beim Rauchen (160 Prozent).
Weitere Gesundheitsrisiken durch das Dampfen
Zum Gesamtbild gehört weiterhin, dass die Art der Inhalation beim Dampfen neue Gesundheitsgefahren mit sich bringt. So sind die in den Aerosolen enthaltenen Mikropartikel derart klein, dass sie in das Herz-Kreislauf-System einsickern und das Blutbild belasten können. Eine Metastudie des American College of Kansas mit der Auswertung von 96.000 Daten zeigte ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. Die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden, stieg sogar um 35 Prozent (5).
Der Königsweg bleibt die Abstinenz
Alles in allem hat sich in Deutschland die Meinung herauskristallisiert, dass E-Zigaretten zwar weniger gefährlich als klassische Zigaretten, aber immer noch schädlich sind. Zu dieser Haltung kommt beispielsweise die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest, welche die E-Zigaretten als „nicht harmlos“ (6) bewertet. Der Königsweg bleibt deshalb die Abstinenz von inhalierbaren und süchtig machenden Genussmitteln aller Art.
Am belastendsten ist der gleichzeitige Konsum von E-Zigaretten und Zigaretten, was die Auswirkungen auf die Gesundheit nach neuesten Untersuchungen dreimal so gefährlich macht wie der alleinige Konsum von Zigaretten. Dies ist auch deshalb so bedenklich, weil weitere Studien gezeigt haben, dass nur 80 bis 90 Prozent aller Dampfern der Ausstieg vom Rauchen gelingt, sodass die meisten von ihnen beide Konsumarten gleichzeitig praktizieren.
Quellen:
1: https://de.statista.com/themen/4301/e-zigaretten/#topicOverview
2: https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/absatz-von-e-zigaretten-waechst-in-deutschland-
um-40-prozent-a-db7a26f8-4e71-4b6d-8450-e36ad2f31939
3: https://www.tabakfreiergenuss.org/krebsrisiko-sinkt-bei-ezigaretten/
4: https://www.quarks.de/gesundheit/wie-gefaehrlich-ist-die-e-zigarette/
5: https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/fitness/aktuelle-studie-e-zigaretten-
erhoehen-das-risiko-fuer-herzinfarkte-und-
depressionen_id_10443525.html#:~:text=%C3%9Cberraschend%20waren%20hingegen%2
0die%20Ergebnisse,sogar%20um%2035%20Prozent%20erh%C3%B6ht
6: https://www.test.de/E-Zigarette-Ist-Dampfen-weniger-gefaehrlich-als-Rauchen-4817257-
0/#:~:text=Fakt%20ist%3A%20E%2DZigaretten%20sind,der%20Atemwege%20ausl%C3%B
6sen%20zu%20k%C3%B6nnen


Sehr schön, dass Sie im Artikel zu den jeweiligen „Ergebnissen“ der Studien auf eine Fußnote verweisen. Nur… Wo sind denn die Fußnoten?
Ich wollte mir so gerne die Studie (5) anschauen, doch auf der gesamten Webseite gibt es keine Fußnote (5)… es gibt gar keine Fußnoten.
Wurde das vergessen oder wurden die Quellen bewusst doch nicht genannt?
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hagemeister-Biernath