Cannabis auf Rezept: Für viele die letzte Rettung

Pixabay / gemeinfrei

Seit vier Jahren ist Marihuana in Deutschland auf ärztliche Verschreibung zugelassen.

Von Alexander Kappen

Stuttgart. Seit März 2017 bezahlen Krankenkassen Cannabis als Schmerzmittel. Aber: Nicht jeder kann sich das ärztlich verschreiben lassen. Nur wer ein Leiden hat, das durch Marihuana Gebrauch gelindert werden kann. Ein Arzt muss das bestätigen.

2017 waren in Baden-Württemberg knapp 1250 Anträge bei der Krankenkasse AOK darauf eingegangen.2019 waren es bereit knapp 1800. 2020 noch knapp 1600. Jeder fünfte Patient erhielt eine Ablehnung. 80 Prozent wurden genehmigt. Voraussetzung ist auch dass es keine andere Therapie auf dem Markt gebe – außer Cannabis. Dies ist nicht immer der Fall.

Viele Abgewiesene klagen dann vor dem Landessozialgericht Stuttgart.

Übrigens: Der Großteil des medizinischen Cannabis wird importiert. Aus Holland, Kanada und Portugal. Insgesamt 28 (!) Tonnen waren es im Jahr 2020. 650 Kilogramm medizinisches Marihuana wurde im vergangenen Jahr in Deutschland produziert. Dies soll weiter gesteigert werden.

Die Bundesopiumstelle hat eine Studie erstellt: 34 Prozent der Schmerzpatienten verspürten durch Cannabis eine Verbesserung des Wohlbefindens. 36 Prozent eine moderate Erleichterung und 28 Prozent hatten keinerlei positive Wirkungen durch das Cannabis verspürt.


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