Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 veröffentlicht

Polizeipräsidiums Reutlingen: Die Kriminalitätsbelastung im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen liegt mit 4.021 Straftaten pro 100.000 Einwohner (2019: 4.471) erneut deutlich unter dem landesweiten Durchschnitt (BW: 4.852).

Das Polizeipräsidium Reutlingen registrierte im vergangenen Jahr 49.867 Straftaten, das entspricht im Vorjahresvergleich einem Rückgang um über neun Prozent (2019: 55.301) und somit der niedrigsten Fallzahl seit über 16 Jahren. Verantwortlich hierfür sind insbesondere deutliche Rückgänge bei den Diebstahlsdelikten und bei den Betrugsdelikten. Auch die Fallzahlen der Wohnungseinbruchskriminalität sanken auf einen historischen Tiefstand.

Mit 30.317 Fällen wurden zwar 1.307 Straftaten weniger aufgeklärt als im Vorjahr (31.624), dennoch konnte die Aufklärungsquote um 3,6 Punkte auf nunmehr 60,8 Prozent gesteigert werden.

Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen

Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen war auch im vergangenen Jahr mit 8.899 (2019: 9.705) weiter rückläufig. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen verringerte sich auf 39,9 Prozent (2019: 41,2). Ohne die Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asylgesetz oder Freizügigkeitsgesetz EU, die fast ausschließlich nur von Ausländern begangen werden können, ist ein Rückgang der Tatverdächtigenzahlen bei Nichtdeutschen um drei Prozent auf 7.655 (2019: 7.839) festzustellen. Somit sind diese Zahlen im dritten Jahr in Folge rückläufig. Auch die Zahlen der tatverdächtigen Asylbewerber bzw. Flüchtlinge (ohne Verstöße gegen das Aufenthalts-, Asylgesetz bzw. dem Freizügigkeitsgesetz EU) sind rückläufig. Deren Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf insgesamt 1.855 (2019: 1.963) gesunken. Dies entspricht einem Anteil von 8,8 Prozent aller Tatverdächtigen (2019: 9,0 Prozent).

Straßenkriminalität

Die das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stark beeinträchtigenden Fälle der Straßenkriminalität sind nun im dritten Jahr in Folge rückläufig. Die Zahlen belaufen sich auf insgesamt 7.089 Fälle (2019: 8.402), was einen Rückgang um 1.313 Fälle bzw. 15,6 Prozent ausmacht.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Die ebenfalls die Bevölkerung stark beunruhigenden Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind entgegen der landesweiten Entwicklung 2020 um nochmals fast fünf Prozent auf insgesamt 826 (2019: 869) gesunken. Bei den Sexuellen Belästigungen fiel der Rückgang mit 20,8 % deutlicher aus. Hier sank die Fallzahl um 37 von 178 (2019) auf 141 Straftaten.

Fälle häuslicher Gewalt

Entgegen allgemeiner Erwartung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und der landesweiten Entwicklung wuchsen die Fälle häuslicher Gewalt im Bereich des PP Reutlingen nicht an, sondern verringerten sich um 13,4 %, von 1.128 (2019) auf 977 Straftaten. Allerdings spiegelt die Statistik nur die angezeigten Fälle wider.


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