Längst kein Geheimtipp mehr: Uhren als Wertanlage

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Jeder stellt sich wahrscheinlich irgendwann in seinem Leben die Frage, wie er sein Erspartes gewinnbringend anlegen kann. War diese Frage früher noch einfach zu beantworten, weil die Banken hohe Zinsen für Einlagen in Sparbüchern gezahlt haben, so sind diese Zeiten längst vorbei. Nach dem Platzen der IT-Blase an der Börse und dem Skandal um Lehman Brothers sank auch das Vertrauen in Aktien. Und in Krisenzeiten wie diesen, in denen die Folgen der Corona-Pandemie noch gar nicht vollends überschaubar sind, ist die Entwicklung der Finanzmärkte ebenfalls unsicher.

Wer sein Erspartes daher nicht in Aktienfonds oder Einzeltitel stecken will, könnte da auch an Geldanlagen denken, die auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Immobilien galten lange als Betongold. Doch auch wenn die Mietpreise in Metropolregionen weiter steigen, so könnte auch diese Blase schnell platzen, wenn der stationäre Einzelhandel weiterhin geringe Umsätze macht und Büroräume nicht mehr genutzt werden. Kunstgegenstände sind eine Alternative.

Ob Gemälde oder Skulpturen: Wenn sich der Künstler einen Namen gemacht hat, sind Sammler bereit, hohe Summen für ein Original auszugeben. Auch edle Tropfen gehören zu nicht alltäglichen Wertanlagen. Ob Wein aus bestimmten Anbauregionen oder Höherprozentiges aus einem bestimmten Jahrgang: Wenn eine Geschichte dahintersteckt, können auch diese Produkte eine Wertsteigerung erfahren – ungeöffnet natürlich.

Wem das zu exotisch ist, kann Uhren als Investmentanlage bauen. Dabei gilt es zu beachten, dass die große Masse zwar einfache Schmuckstücke sind. Aber wie es auch in anderen Bereichen üblich ist: Es gibt einzelne Modelle, limitierte Editionen oder Unikate, die eine nähere Betrachtung wert sind. Entscheidet man sich für ausgewählte Zeitmesser als Wertanlage, so gilt es allerdings einige Dinge zu beachten.

Nicht jede Uhr ist automatisch wertvoll – auch wenn sie aus Gold, Silber oder mit einem funkelnden Stein besetzt sein mag. Will man auf Nummer sicher gehen, kann man sich an bestimmte Marken halten, die für Qualität bürgen. Bei Produkten von Rolex, Breitling oder Baume et Mercier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass zumindest kein großer Wertverlust einsetzt. Grundsätzlich gilt auch bei Luxusuhren die alte Marktregel: Je geringer die Auflage, desto exklusiver das Objekt und damit gehen eine höhere Nachfrage und Preis einher.

Limitierte Auflagen versprechen einen Wertzuwachs dank ihrer meist besonderen Ausstattung. Manche verzaubern mit filigranen Details und Gravuren oder verfügen über außergewöhnliche Features wie eine Mondphasenanzeige.

Auch die Handwerkskunst an sich wird honoriert. Wenn das mechanische Uhrwerk bereits nach kurzer Zeit schlapp macht, sind auch außergewöhnliche Features nichts mehr wert. Einen guten Ruf genießen diesbezüglich Schweizer Manufakturen. Entsprechend gerne werden deren Uhren auch gefälscht. Wenn man in eine Luxusuhr investiert, sollte also in jedem Fall stets das Herstellerzertifikat, die Originalbox inklusive Zubehör und eine vom Konzessionär gestempelte Garantieerklärung vorhanden sein.

Was für Oldtimer gilt, ist auch für Uhren als Wertanlage Voraussetzung: Gebrauchsspuren mindern den Wiederverkaufswert spürbar. Daher sollten die glänzenden Schmuckstücke buchstäblich mit Samthandschuhen angefasst werden.

Wer diesen Aufwand nicht scheut und sich gerne mit Geschichte und Geschichten exklusiver Chronografen beschäftigen kann, für den sind Luxusuhren nicht nur ein mögliches Erbstück, das in der Familie weitergegeben wird, sondern eine ernstzunehmende Möglichkeit der Geldanlage.


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