Bezahlmethoden in Deutschland werden diversifiziert

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Deutschland gilt als ein Land des Bargelds, wo die Menschen weiterhin lieber zu Münzen statt zum Plastik greifen. Nun scheint sich diese Tradition jedoch langsam aber sicher zu verändern. Im digitalen Wandel unserer Zeit wurde bereits so manch ein alltäglicher Prozess revolutioniert. Erst im August 2019 eröffnete Stuttgarts erster digitaler Supermarkt ganz ohne Verkäufer, der eindeutig zeigt, dass die moderne Technik auch im Einzelhandel vor Ort Einzug gehalten hat. Dies schlägt sich auch maßgeblich in den Bezahlmethoden nieder, die inzwischen in Deutschland verfügbar sind und von den Bundesbürgern genutzt werden. Von dem Bezahlen mit Kryptowährungen bis hin zum mobilen Payment über das Smartphone, einige neue Technologien sind dabei, der Bargeldzahlung den Rang abzulaufen.

Visakarte für Kryptowährung jetzt in Deutschland und Österreich verfügbar

2008 sollte in vielerlei Hinsicht für die Finanzbranche ein einschneidendes Jahr werden. Es war nicht nur der Anbruch einer Krisenzeit, sondern auch das Jahr, in dem Satoshi Nakamura mit seinem Whitepaper eine neue Art des Zahlungsmittels ins Leben rief. Die Kryptowährung Bitcoin war geboren, die innerhalb des nächsten Jahrzehnts einen Höhenflug hinlegen sollte. Im Jahr 2017 erreichte die Coin einen Wert von fast 20.000 US-Dollar, heute liegt der Crypto Kurs der Bitcoin bei knapp unter 9.500 US-Dollar (Stand: 29.05.2020), der Wert von 2017 konnte sich bisher nicht wiederholen. Mit Bitcoin haben sich auch andere Kryptowährungen auf dem Markt etabliert, darunter Ether und Litecoin. Das Interesse und Vertrauen der Menschen in die neue Art der Währung steigt weiterhin, sodass seit März sogar die Visakarte TenX in Deutschland und Österreich erhältlich ist, die es Kunden ermöglicht, mit ihren Kryptowährungen direkt an der Kasse zu bezahlen. Die Coins werden mit jeder Transaktion direkt in Bargeld umgewandelt. Die digitale Währung ist damit auch im Einzelhandel angekommen.

Kunden der Volksbank Stuttgart können jetzt mit dem iPhone bezahlen

Der Technikgigant aus den USA schreitet auf dem europäischen und deutschen Markt voran und ermöglicht es iPhone-Nutzern, über die App Apple Pay an der Ladenkasse und online mit dem Smartphone, Tablet oder der Smart Watch zu bezahlen. Über die NFC-Schnittstelle lässt sich mit der App kontaktlos an Ladenkassen mit dem Mobilgerät bezahlen, sofern die Kasse über das entsprechende Terminal verfügt. Bereits Ende 2018 schaffte der US-Konzern den Sprung über den großen Teich und brachte seinen Bezahldienst in deutsche Gefilde. Während sich eine Vielzahl der deutschen Hausbanken zunächst vor dem neuen Service weigerten, springen nun immer mehr Finanzhäuser auf den Zug der mobilen Bezahlmethode auf. Seit Kurzem können auch die Kunden der Volksbank Stuttgart mit dem iPhone bezahlen, denn die VR-Banken unterstützen seit Ende April die Bezahl-App. Aktuell lässt sich nur mit der Mastercard- und Visakarte über das iPhone bezahlen, doch die Girokarte soll noch in diesem Jahr in den Service integriert werden.


Deutschlands Liebe zum Bargeld nimmt ab

Mit derartigen Entwicklungen lässt sich erkennen, dass die Digitalisierung auch vor der Finanzwelt keinen Halt macht. Eine Studie im vergangenen Jahr konnte ergeben, dass die Liebe der Deutschen zum Bargeld aktuell abnimmt. Im europäischen Vergleich bezahlen die Bundesbürger weiterhin deutlich mehr mit Münzen und Scheinen, anstatt zu Plastik oder Mobilgerät zu greifen. Doch 2018 erreichten die Kartenumsätze erstmalig einen höheren Anteil als Bargeldumsätze. So fielen 48,3 Prozent der Umsätze auf das Bargeld, mit 48,6 Prozent lagen die Kartenzahlungen höher. Dieser Trend zeichnet sich auch in den verfügbaren Kreditkarten ab, die heutzutage nicht mehr nur Sache der Banken sind und auch von Unternehmen herausgegeben werden. Mit der Bezahlung über Kryptowährungen sowie mit dem Mobilgerät mischen nun weitere Zahlungsoptionen auf dem Markt mit und könnten die Art und Weise wie die Deutschen an der Kasse bezahlen langfristig verändern. Bargeld könnte damit selbst in Deutschland weiterhin an Bedeutung verlieren.

Vom ersten digitalen Supermarkt in Stuttgart bis hin zu neuen Zahlungsmethoden: Der digitale Wandel nimmt kein Ende in Deutschland. Die Möglichkeiten, hierzulande an der Kasse zu bezahlen, werden mit der Digitalisierung zunehmend vielfältiger und diversifizierter. Neben den traditionellen Münzen und Scheinen wird nun auch das Bezahlen mit digitalen Münzen möglich, während sich auch das Smartphone in ein Portemonnaie verwandelt. Die Liebe der Deutschen zum Bargeld nimmt damit ab, während die Zahlungsalternativen weiterhin zunehmen.


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