Flughafen Stuttgart: Teure Parkplätze verschärfen Parkraumsituation

Der Ansturm auf den Flughafen der Landeshauptstadt Baden-Württemberg ist groß. Auch für die Sommersaison 2019 ist angesichts neuer Direktflüge und zusätzlichen Flugzielen mit einer Zunahme der Passagierzahlen zu rechnen. Damit steigt auch der Bedarf an Parkplätzen. Da die offiziell ausgewiesenen Flächen teuer sind, weichen zahlreiche Fluggäste auf Alternativen aus. Nicht selten leiden Anwohner darunter, weil Urlauber ihre Fahrzeuge wochenlang in Wohngebieten abstellen. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen will jetzt mit einem Parkraummanagement gegensteuern.

Sommerflugplan 2019: Mehr Flüge, mehr Flugziele

Nachdem der Stuttgarter Flughafen bereits 2017 mit einem Plus von 3,1 Prozent auf rund 10,98 Millionen Fluggäste einen Passagierrekord aufstellte (wir berichteten) und diesen im vergangenen Jahr mit über 11,7 Millionen Passagieren übertraf, sehen die Prognosen für 2019 nicht schlechter aus. Neue Flugziele locken mehr Urlauber in die Landeshauptstadt. Laut offiziellen Angaben der Flughafen Stuttgart GmbH werden im Rahmen des Sommerflugplans (31.03. – 26.10.2019) voraussichtlich 43 Fluggesellschaften regelmäßig 37 Länder und 127 Ziele ansteuern. Neu im Flugplan sind die Hauptstadt des Libanons Beirut und die beiden türkischen Städte Diyarbakir und Konya. Außerdem stellt der Stuttgarter Flugverkehr erstmals eine Verbindung zur Hauptstadt Lettlands Riga her, einem attraktiven Drehkreuz mit ausgezeichneten Umsteigemöglichkeiten für Reisen in den Nahen Osten sowie Osteuropa. Airline Air Baltic fliegt viermal wöchentlich nach Riga.

Großes Fahrzeugsaufkommen während der Urlaubszeit

Mit dem umfangreichen Ticketangebot geht ein hoher Parkplatzbedarf einher. Um den Flughafen unabhängig von Dritten komfortabel zu erreichen, möchten zahlreiche Urlauber nicht auf ihren privaten Pkw verzichten. Während der Abwesenheit bleiben die Fahrzeuge in Stuttgart. Eine teilweise überaus teure Angelegenheit. Wie aus einer Pressemitteilung des Onlineportals Check24 zu einem Vergleich zwischen 23 deutschen Flughäfen hervorgeht, ist Stuttgart mit 490 Euro Parkgebühr für 14 Tage Spitzenreiter unter den teuersten Terminalparkhäusern. Aussichtslos sei die Situation für Verbraucher aber nicht, das Sparpotenzial durch Onlinebuchungen und Alternativparkplätze in gewisser Entfernung zum Flughafen laut Studie erheblich. In der Landeshauptstadt Baden-Württembergs werden „für zwei Wochen auf dem günstigsten Parkplatz nur 96 Euro fällig – eine Ersparnis von 80 Prozent im Vergleich zum terminalnahen Parkhaus (490 Euro)“, so das Portal.

Das Gegenüberstellen verschiedener Anbieter gestaltet sich teilweise unübersichtlich und erfordert Zeit. Wie inzwischen für nahezu jeden Bereich, gibt es auch dahingehend Vergleichsportale, womit sich Verbraucher die Suche nach günstigen Angeboten erleichtern können. Als eine der führenden Internetseiten für die Parkplatzsuche an Flughäfen hilft Parkos Kunden beim Vergleichen von Preisen der Parkanbieter am Stuttgarter Flughafen. Darunter My Park Shuttle und FlyAway Service. Insgesamt kooperiert das Unternehmen mit über 100 kontrollierten Partnern in mehreren Ländern. Dank dem Verzicht auf aufwändige Managementsysteme, kostenintensive Büros und die Nutzung günstiger Alternativparkplätze in der Nähe des Airports profitieren Fluggäste von deutlichen Ersparnissen. Abgerechnet wird pro Tag, Reservierungen sind bis 24 Stunden vor Abreise kostenlos stornierbar. In den Preisen enthalten, ist ein Transfer vom Alternativparkplatz zum Terminal. Beim sogenannten Valet-Service werden private Pkws wiederum direkt am Terminal von Mitarbeitern des Parkanbieters entgegengenommen und auf dem reservierten Parkplatz abgestellt, beim Shuttle-Parken fahren Kunden diesen selbst an und werden anschließend zum Flughafen gefahren. Einige Anbieter verfügen über Parkplätze auf umzäuntem Gelände mit Kameraüberwachung für maximale Sicherheit.

Volle Straßen in Stuttgart und Umgebung: Unmut der Anwohner nimmt zu

Längst nicht alle Urlauber nehmen die preiswerten Alternativangebote der Parkplatzanbieter in Anspruch. Stattdessen werden Wohngebiete voll geparkt. In vielen Internetforen findet ein reger Austausch unter Reisenden statt, um die billigsten Optionen zu finden. Teilweise parkt es sich kostenlos, was entsprechend verlockend ist. Stuttgarts südlichster Stadtteil Plieningen wird besonders häufig genannt. Stuttgarts Anwohner sind verärgert. Sie müssen mit beengten Straßen zurechtkommen und finden selbst keine freien Flächen mehr. Mit dem Bus fahren Touristen anschließend für wenig Geld zum Airport. Auch Leinfelden-Echterdingen ist von den sogenannten Mallorca-Parkern betroffen. Nach Diskussionen über die angespannte Parksituation beschäftigte sich jetzt eine Arbeitsgemeinschaft aus Vertretern von Gemeinderat und Stadtverwaltung mit der Frage, wie eine Optimierung des Parkraummanagements erzielt werden kann. Ende März kamen Bürgermeister Dr. Kalbfell, Vertreter der Fachämter und die Bürgerschaft in der Filderhalle zusammen, um über die lokalen Probleme und potenzielle Lösungen zu sprechen. Das Interesse der Bürger war groß. „Zu den angepeilten Zielen gehöre es, Flughafen- und Messeparker zu vermeiden, die hohe Zahl der Parkausweise zu reduzieren und damit den Parkdruck zu verringern“, so der zitierte Hinweis von Ordnungsamtsleiter Gerd Maier auf der Internetpräsenz von Leinfelden-Echterdingen. Unter anderem sieht das bisher erarbeitete Konzept die Einführung verschiedener Parkzonen vor, um Fremdparker abzuschrecken.  Mit Hilfe kleinerer Parkzonen seien diese besser nachweisbar, „[…] das Abschleppen würde dann einfacher und es würde sich verstärkt herumsprechen, dass das Bußgeld deutlich höher ausfalle als die Parkgebühr direkt am Flughafen“, so die Erklärung.


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