Industrie und Wirtschaft BW: Das Wachstum sinkt

Stuttgart. Im Zeitraum Januar bis September 2018 exportierten Baden-Württembergs Unternehmen nach ersten vorläufigen Ergebnissen insgesamt Waren im Wert von fast 151 Milliarden (Mrd.) Euro. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg entsprach dies einem Anstieg um 1,5 Mrd. Euro oder 1,0 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die Importe beliefen sich auf 133 Mrd. Euro und erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 5,2 Mrd. Euro oder 4,1 %. Im Vergleich zur Außenhandelsbilanz zur Jahresmitte 2018 hat damit das Exportwachstum im Südwesten gegenüber dem Vorjahreszeitraum an Tempo verloren (1. Halbjahr 2018: +1,6 %). Im 3. Quartal konnten die Exporte das hohe Vorjahresniveau nicht mehr übertreffen.

Die Importe legten dagegen verstärkt zu. Bundesweit entwickelten sich die Handelsbeziehungen mit dem Ausland in den ersten neun Monaten des Jahres spürbar dynamischer als hierzulande (Ausfuhr: +3,6 %, Einfuhr: +6,0 %).

Für den Zuwachs beim Exportwert gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum war in den ersten neun Monaten 2018 vor allem die ausländische Nachfrage nach pharmazeutischen Erzeugnissen (+9,3 %) und Maschinen ausschlaggebend (+3,8 %), die gemeinsam mit der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (-10,8 %) die drei exportstärksten Warengruppen im Südwesten darstellen.

Allein auf diese drei wichtigsten Exportgütergruppen entfiel mit einem Anteil von 55 % mehr als die Hälfte der gesamten Südwest-Exporte.

Die Ausfuhren in das europäische Ausland, dem mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt baden-württembergischer Güter (Anteil: 62,8 %), gingen leicht zurück. Von Januar bis September 2018 wurden Waren im Wert von 94,6 Mrd. Euro dorthin geliefert, 1,2 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Neben der Ausfuhr in die benachbarte Schweiz (-4,5 %) waren auch die Exporte in die EU-Länder mit einem aktuellen Gesamtwert von 76,9 Mrd. Euro leicht rückläufig (-0,9 %). Während die Exporte in die Länder der Eurozone um 1,6 % auf fast 51 Mrd. Euro zunahmen, ging die Nachfrage aus den Ländern der Nicht-Eurozone um 5,3 % zurück.

Ausschlaggebend für die zunehmenden Exporte in die Eurozone war die erhöhte Nachfrage aus den Niederlanden mit einem Zuwachs um 7,3 % vor allem nach Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen.

Der Exportrückgang in die Länder der Nicht-Eurozone war geprägt von den erheblich nachlassenden Bestellungen aus dem Vereinigten Königreich (-18,4 %), wo allein die Nachfrage nach Kraftwagen und Kraftwagenteilen »made in Baden-Württemberg« gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast die Hälfte zurückging (-47,6 %).

Deutlich positiver als mit dem europäischen Ausland entwickelten sich die Exportgeschäfte mit Asien. Von Januar bis September 2018 nahm der Ausfuhrwert um 6,1 % auf 28,5 Mrd. Euro zu, was in erster Linie auf die lebhafte Nachfrage aus China (+11,0 %) insbesondere nach baden-württembergischen Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie Maschinen zurückzuführen war. China, das im Jahr 2017 noch auf Rang vier der wichtigsten Zielländer baden-württembergischer Exporte stand, entwickelte sich im Verlauf der ersten neun Monate 2018 zum zweitwichtigsten Bestimmungsland nach den Vereinigten Staaten.

Auch die Exporte nach Amerika, hinter Europa und Asien, der drittwichtigste Zielkontinent baden-württembergischer Waren, lagen von Januar bis September spürbar über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (+4,3 %). Hierfür war vor allem die höhere Nachfrage aus den Vereinigten Staaten (+3,8 %), aber auch ein kräftiger Nachfrageschub aus Brasilien (+17,7 %) ausschlaggebend. Die Kfz-Exporte in die Vereinigten Staaten waren zwar weiterhin rückläufig, im Gegenzug stiegen jedoch insbesondere die Ausfuhren an pharmazeutischen Produkten und Maschinen. (red)


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