Die kurze Geschichte der Ukulele

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Das kleine Musikinstrument hat sich vom Exoten zum beliebten Mainstream Instrument entwickelt. Vor 125 kam das Instrument auf der Insel Hawaii an – und führte dort lange Zeit ein Nischendasein.

In den letzten Jahren hat sich dies aber gewandelt: Dank zahlreicher YouTube Videos, der Adaption durch Trendsetter und Influencer sowie der einfachen und vor allem günstigen Erlernbarkeit erfährt das Instrument einen nie dagewesenen Boom, der Umsatz mit dem kleinen Saiteninstrument wächst permanent.

Ursprünglich kommt die Ukulele aus Europa und trug zu Anfang den Namen „branguinha“. Als der portugiesische Seefahrer Joao Fernandez 1879 in Hawaii ankam und das kleine Instrument zu spielen begann waren die Hawaiianer von seiner Fingerfertigkeit begeistert. Sie nannten das Instrument Ukulele, was locker übersetzt „springender Floh“ bedeutet. Fernandez und seine Ukulele wurden zur lokalen Attraktion, selbst der damalige Monarch Kalakaua lernte, wie man das Instrument spielt. Von da an führte die Ukulele einen erfolgreichen Siegeszug über die ganze Insel und war bis 1900 in beinahe jedem Haushalt zu finden.

Die Verbreitung auf dem Kontinent

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts kam das Instrument erstmals in Kontinental-Amerika an, auf der Panama Pacific International Exposition lockte der Stand der Insel Hawaii mehr als 17 Millionen Besucher an. In den 1920ern wurde hawaiianischer Kitsch ein großer Trend, bei vielen Tante Emma Läden und auch in Kataloge konnte man für wenig Geld eine Ukulele kaufen.

Während der großen Depression erfuhr die Ukulele weiteren Aufschwung: Klaviere, Akkordeons und andere Instrumente wurden immer teurer, so dass sich die Mittelklasse nach neuen Alternativen umsah. Gute Ukulelen gab es schon für wenig Geld, diese wurden in den 1930ern entsprechend stark verkauft.

Den Höhepunkt erfuhr die Ukulele in den 1950er Jahren, als der populäre Fernsehmoderator Arthur Godfrey einer ganzen Nation Ukulele-Stunden über das Fernsehen gab.

Doch Mitte der 50er Jahre kam der große Fall: Für die Jugend, die zum ersten Mal die Gitarrenklänge des King Elvis Prestley und Musikern wie Chuck Berry hörten, fühlte sich die Ukulele nur noch wie ein Spielzeug an. Selbst Godfrey sagte – damals noch wohlwollend: „Wer eine Ukulele in der Hand hat ist kein Troublemaker“. Das traf allerdings nicht den Zeitgeist, und so nahmen die Popularität des Instruments mit rasanter Geschwindigkeit ab – niemand wollte mehr eine Ukulele kaufen.

30 Jahre von der Bildfläche verschwunden

Erst über 30 Jahre nach dem Höhepunkt der Beliebtheit des Instruments fingen die ersten Musiker an, die Ukulele wieder zu entdecken. Anfang der 80er nahmen einiger Rock-and-Roller die Ukulele mit in Ihrer Songs auf, um authentischer, folklorischer oder einfach spontaner und nahbarer zu sein. Paul McCartney spielte 2002 ein Tribut an seinen Mit-Beatle George Harrison an.

Auch Hawaiianische Musik erfuhr in den 1980ern und 1990ern ein Revial. Wie viele andere Amerikaner hatten die Hawaiianer zwischen 1960 und 1980 mehr Interesse an Rockmusik, fanden aber in den 80ern aber mehr und mehr zu ihren Wurzeln zurück. Vor allem aber fanden Sie neue Wege, die Ukulele mit Pop-artigen Klängen wiederzubeleben und die Grenzen aufzulösen. Aus dieser Zeit stammt auch das Over the Rainbow / What a wonderful world Medley, das durch die populäre Fernsehserie Emergency Room weltberühmt wurde.

Heute

Die Ukulele hat in den letzten Jahren wieder den Weg zurück in die Pop-Kultur gefunden, mit großartigen Bands wie dem Ukulele Orchestra of Great Britain, die viele zeitgenössische Songs mit einem Augenzwinkern covern, findest das Instrument wieder großen Anklang und Interesse.

Und das zurecht: Das kleine Instrument ist kompakt, hat einen wunderbaren Klang und ist mit seinen vier Saiten recht einfach zu erlenen. Dazu ist die Ukulele-Community ausgesprochen aufgeschlossen, es gibt zahlreiche Videos auf YouTube, Schnupperstunden in Musik- und Volkshochschulen und zwanglose Übungsgruppen. Cathy Fink fasst es gut zusammen: „es ist eine freundliche Community. Es gibt keine Hierarchie, nur Akzeptanz. Die meisten Spieler erinnern sich noch sehr genau daran, wie es als Anfänger war und sind dementsprechend hilfsbereit“.


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