Neuer Trend: Zahl der Hochzeiten im Ländle steigt weiter

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Der Trend sich wieder zu vermählen hält weiter an. Im Ländle heirtaten ledige Männer im Durchschnitt aber mit 33 Jahren und Frauen mit 31 Jahren.

Von Dirk Meyer

Genau 54.556 Paare haben im Jahr 2016 in Baden-Württemberg geheiratet. Damit ist die Zahl der Eheschließungen im dritten Jahr in Folge angestiegen und lag so hoch wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr.

Paare heiraten immer später

Im Jahr 2016 waren die Männer bei der ersten Eheschließung im Schnitt 33,4 Jahre und die Frauen 30,9 Jahre alt. Damit ist das Durchschnittsalter, in dem ledige Männer und Frauen vor den Standesbeamten treten, in den letzten Jahrzehnten deutlich angestiegen. Noch Mitte der 1980er-Jahre lag das durchschnittliche Heiratsalter 6 Jahre niedriger.

Dieser Trend hin zu einer späteren Heirat dürfte unter anderem auf die im Schnitt gestiegene Ausbildungsdauer zurückzuführen sein, aber auch darauf, dass immer mehr Partner – im Gegensatz zu früher – zunächst in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft leben.

Allerdings gab es auch im Jahr 2016 Paare, die sehr jung geheiratet haben: Bei immerhin 41 Eheschließungen waren sowohl der Mann als auch die Frau jünger als 20 Jahre alt.

Innerhalb des Landes zeigen sich durchaus bemerkenswerte Unterschiede beim Alter der Eheschließenden: Im Schnitt am ältesten waren Frauen, die in Freiburg im Breisgau, in Baden-Baden oder im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald als Ledige geheiratet haben (jeweils 32,4 Jahre); am jüngsten waren sie in Pforzheim (29,9 Jahre).

Auch die Männer in Pforzheim waren – gemeinsam mit denjenigen im Landkreis Schwäbisch Hall – bei ihrer ersten Heirat am jüngsten (jeweils 32,2 Jahre); am ältesten waren sie im Schnitt in Baden-Baden (35,3 Jahre).

Witwer heiraten fast siebenmal so häufig wie Witwen

Die mit Abstand meisten Männer und Frauen, die sich das »Jawort« geben, gehen auch heute noch als Ledige zum Standesamt. 2016 waren dies sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern rund 80 %. Allerdings haben sich diese Anteile verringert. 1970 waren noch 89 % der Frauen vor der Heirat ledig, bei den Männern waren es immerhin 87 %.

Im Gegenzug hat sich der Anteil der Hochzeiten von Geschiedenen an allen Eheschließungen im vergangenen Jahr gegenüber 1970 auf ca. 19 % mehr als verdoppelt. Dagegen spielen die Wiederverheiratungen Verwitweter zahlenmäßig nur eine geringe Rolle (1 %). Allerdings ist auffällig, dass Männer im Vergleich zu den Frauen nach dem Tod des Ehepartners annähernd siebenmal so häufig erneut geheiratet haben.3 Dieser Unterschied kann nur teilweise damit erklärt werden, dass die Frauen im höheren Alter in der Überzahl sind und es viermal so viele Witwen wie Witwer gibt.

Immer mehr gemischtnationale Ehen

Bei 80 % der 2016 geschlossenen Eheschließungen hatten sowohl die Frau als auch der Mann die deutsche Staatsangehörigkeit. Noch 1970 besaßen bei beinahe 9 von 10 Ehen beide Partner die deutsche Nationalität. Spiegelbildlich ist in den letzten Jahrzehnten der Anteil von Ehen zwischen Deutschen und Ausländern angestiegen – von lediglich 7 % im Jahr 1970 auf zuletzt immerhin rund 15 %.


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