Rasanter Anstieg: 3,2 Millionen Berufspendler im Ländle

Die Zahl der Berufspendler in Baden‑Württemberg ist zwischen 2013 und 2015 deutlich angestiegen. Dies dürfte unter anderem auf die gute Konjunkturentwicklung und die damit einhergehende Beschäftigungszunahme zurückzuführen sein.

Von Dirk Meyer

Nach aktuellen Ergebnissen der alle zwei Jahre durchgeführten Berufspendlerrechnung des Statistischen Landesamtes wuchs die Zahl derer, die täglich zur Arbeit aus ihrer Wohngemeinde auspendeln, zwischen 2013 und 2015 um 3,2 Prozent oder rund 99 000 Pendler.

Damit pendelten im Jahr 2015 täglich fast 3,2 Millionen Erwerbstätige aus ihrer Wohngemeinde im Südwesten zur Arbeit. Die Zahl derer, die innerhalb ihrer Wohngemeinde arbeiten, stieg hingegen nur um 1,1 Prozent oder gut 25 000 Erwerbstätige auf 2,2 Millionen. Beinahe 80 Prozent des Zuwachses an Erwerbstätigen zwischen 2013 und 2015 ging demzufolge auf das Konto der Pendler. Insgesamt weist die Berufspendlerrechnung für den aktuellen Beobachtungszeitraum somit knapp 5,5 Millionen Erwerbstätige am Wohnort aus (+2,3 Prozent gegenüber 2013).

Dabei verteilen sich die Pendler auf insgesamt 133 500 verschiedene Pendlerströme bzw. Wohnort-Arbeitsort-Kombinationen. Fast zwei Drittel dieser Pendlerströme sind jedoch mit weniger als fünf Pendlern besetzt. Diese Vielzahl der kleinen Pendlerströme umfasst allerdings nur 4,5 Prozent des gesamten Pendleraufkommens.

Knapp 41 Prozent des Pendlervolumens konzentrieren sich dagegen auf die 1 100 größten Pendlerströme mit jeweils 500 und mehr Pendlern. Wie viele Erwerbstätige ein Pendlerstrom zählt, hängt wesentlich von der Größe und Attraktivität des Arbeitsortes ab.

Aber auch die Größe des Wohnorts und seine Entfernung vom Arbeitsort spielen eine Rolle. Sehr anschaulich wird dies an den beiden größten Pendlerströmen, die gleichzeitig auch Einpendlerströme über die Landesgrenze Baden‑Württembergs sind. So pendelten 2015 rund 15 500 Erwerbstätige von Ludwigshafen zur Arbeit nach Mannheim und knapp 12 000 Erwerbstätige von Neu-Ulm nach Ulm.

Je höher der Pendlersaldo, also die Differenz zwischen Einpendlern und Auspendlern, desto größer ist die Bedeutung einer Stadt als Arbeitsmarktzentrum für ihr Umland. Von den 1101 Gemeinden Baden‑Württembergs wiesen im Jahr 2015 nur 205 Gemeinden einen positiven Pendlersaldo auf.

Die 15 Städte mit den höchsten Pendlersalden und damit die wichtigsten Arbeitszentren Baden‑Württembergs liegen in den Ballungsräumen. Zusammen vereinten sie knapp ein Drittel der Einpendler und der Arbeitsplätze des Landes auf sich.

Spitzenreiter beim Einpendlerüberschuss waren wie schon in den Vorjahren nach der Landeshauptstadt Stuttgart die Städte Mannheim und Karlsruhe.

Mit einem durchschnittlichen Zuwachs um knapp 6 Prozent im Vergleich zu 2013 lag aber auch der Anstieg der Auspendler aus diesen 15 Städten über dem Landesdurchschnitt in Höhe von +3,2 Prozent. Besonders hervorzuheben ist hier Karlsruhe mit einem Plus von 13 Prozent. Dennoch blieb der positive Pendlersaldo dieser 15 größten Arbeitsmarktzentren unangefochten.

Zunahmen über dem Landesdurchschnitt von 1,1 Prozent waren in den meisten der großen Arbeitsmarktzentren auch für die Erwerbstätigen, die in ihrer Wohngemeinde arbeiten zu beobachten.

Eine Ausnahme hiervon bildeten lediglich die Städte Ravensburg und Karlsruhe: Dort stieg diese Erwerbstätigengruppe gegenüber 2013 lediglich um 0,7 Prozent bzw. ging sogar um 1,7 Prozent zurück.



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