Handelsstandort Region Stuttgart: Neue Fakten zur Kaufkraft

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Die Region Stuttgart ist einer der attraktivsten Standorte für den Handel in Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart.

Die Einwohner der Region verfügen im laufenden Jahr 2016 über eine einzelhandelsrelevante Kaufkraft von 19,2 Milliarden Euro. Dies entspricht mehr als einem Viertel des gesamten Kaufkraftvolumens in Baden-Württemberg.

Von der regionalen Kaufkraft fließen 16,2 Milliarden Euro in den stationären Einzelhandel. Das verbleibende Kaufkraftvolumen von rund 3 Milliarden Euro wird überwiegend im Online- und Versandhandel, aber auch außerhalb der Region ausgegeben.

Die Analyse zeigt in der Region Stuttgart zum Teil erhebliche Kaufkraftflüsse in einzelne Städte, die eine regelrechte Magnetfunktion besitzen. Besonders hohe Werte können Backnang (Zentralitätskennziffer: 169,9), Göppingen (167,6), Sindelfingen (163,4) und Ludwigsburg (162,3) verzeichnen. Dort erzielt der stationäre Einzelhandel Umsätze, die deutlich über der örtlichen Kaufkraft liegen, weil Kaufkraft aus umliegenden Gemeinden zufließt.

Die gute Einkommens- und Beschäftigungssituation in der Region Stuttgart befördert das Einzelhandelsgeschäft. So liegt die einzelhandelsrelevante Pro-Kopf-Kaufkraft in der Region mit 7.052 Euro über dem Bundesdurchschnitt von 6.485 Euro, der Pro-Kopf-Umsatz im regionalen stationären Einzelhandel bei 5.955 Euro (Deutschland: 5.780 Euro).

Die Bandbreite bei der Pro-Kopf-Kaufkraft in der Region reicht von 8.191 Euro (Gerlingen) bis 6.200 Euro (Geislingen an der Steige). Gerlingen ist damit auf Rang zwölf unter den 1.570 Gemeinden in Deutschland mit mehr als 10.000 Einwohnern. Beim Einzelhandelsumsatz pro Kopf ist die Bandbreite noch größer. Sie bewegt sich zwischen 10.172 Euro (Sindelfingen), knapp gefolgt von Backnang mit 10.136 Euro bis hin zu 2.410 Euro in Kernen im Remstal.

Der Einzelhandel sei ein bedeutender Faktor für die Attraktivität einer Stadt, so IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter. Die Gemeindeverwaltungen und die Politik müssten allerdings dafür sorgen, dass gute Rahmenbedingungen für die Händler geschaffen und gesichert werden. „Fahrverbote und andere Verkehrsbe-schränkungen, großflächige Ansiedlungen von Einkaufszentren in Randlagen oder ein Übermaß an Bürokratie gefährden den Erfolg der Einzelhandelsbetriebe“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Mit einem Erlös von mehr als 4,8 Milliarden Euro im stationären Handel machen die Einzelhandelsbetriebe in der Stadt Stuttgart einen großen Teil des regionalen Umsatzes aus. Richter: „Die Landeshauptstadt im Herzen des Ballungsraums ist zudem immer stärker Ziel von Kunden aus anderen Bundesländern und dem Ausland.“ Mit einer Zentralitätskennziffer von 121,7 liegt Stuttgart im Mittelfeld der Städte in der Region. Hier zeigen sich laut Richter die Auswirkungen von Verkehrssituation und Erreichbarkeit der Landeshauptstadt sowie der typischen Großstadt-Probleme wie zahlreiche Demonstrationen und das subjektive wie objektive
Sicherheitsgefühl.


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