„Skandal, dass Cannabis noch nicht legal ist“

Social Club Stuttgart

Timo Strohmeyer hat mit 20 anderen Personen den Social Club Stuttgart gegründet. Dort soll in Kürze Cannabis angebaut und konsumiert werden.

Stuttgart. Timo Strohmeyer war früher Mitglied der Piratenpartei Stuttgart. Nun setzt er sich für  die Legalisierung von Cannabis ein. Sein Social Club Stuttgart soll bald zum Cannabis Social Club umbenannt werden. Die Piratenpartei hat den Antrag im Stuttgarter Gemeinderat gestellt, dass so eine legale Abgabestelle zu medizinischen und Genusszwecken eingerichtet wird. „Ich schätze das  wird aber noch 3 Jahre dauern“, sagt Timo Strohmeyer im Interview mit Stuttgart Journal.

Es gebe noch zuwenig Supporter für die Haschh­-Legalisierung in der Schwabenmetropole. Das soll sich ändern. Am 2. Mai findet deshalb in 26 deutschen Städten und auch in Stuttgart der  Global Marihuana March statt. Eine Protestkundgebung sozusagen für das grüne Kraut mit der  beruhigenden Wirkung. „Wir haben bereits 600 Leute die zugesagt haben. Es sollen 1000 werden“,  gibt Timo die Richtung vor.

„Es ist ein Skandal dass Cannabis noch nicht legal ist. Wir werden  diskriminiert wenn wir mal im Schlosspark einen Joint rauchen und wie Schwerverbrecher behandelt. Dabei ist ein Joint nicht einmal so gefährlich wie eine Zigarette“, sagt Timo voller Entrüstung.

In einem Social Club soll dann gemeinsam Cannabis angebaut und geraucht werden.  „Der Club ist ab 18 Jahren und wird streng kontrolliert durch ein Abgabebuch. Die Polizei darf  jederzeit vorbei kommen und nachkontrollieren“, beschreibt Timo die Vorzüge seines Clubs.

Es ist die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in Deutschland: Cannabis. Rund zwei  Millionen Menschen greifen regelmäßig zum Joint. Im Bürgerhaushalt war der Vorschlag „Cannabis­Verkauf regulieren“ auf Platz 15 gelangt.  Alle Infos über den Marihuana March gibt es hier. (ak)


18 Kommentare

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  2. Sicher?

    Haschisch kann man nicht anbauen, nur Cannabis, um daraus Haschisch zu gewinnen, herzustellen!

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    1. Stuttgart Journal Redaktion

      Wir haben den Fehlerteufel vertrieben 🙂 Danke.

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    2. analog

      Lass wachsen! Stellt man Cannabis nur mal mit Alkohol in den Vergleich, sprechen die Zahlen für sich. Wenn man Substanzen erlaubt, bewirbt usw. woran Menschen sterben (Tote an den direkten/indirekten Folgen von Alkohol: 42000/jährlich) und gleichzeitig Cannabis verbietet, kann das nicht zum Wohle der Gesellschaft sein.
      Der ursprüngliche Grund für die Kriminalisierung, die Gesellschaft „kiff frei“ zu bekommen, ist eindeutig gescheitert. Was soll also diese unnötige Verfolgung von Kiffern? Wen sie wem schaden, dann höchstens sich selber!

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  3. fruuf

    Das ist mein Standardkommentar zu dieser Diskussion:
    Die repressive Drogenpolitik, gerade in Bezug auf Cannabis und die Entkriminalisierung des Umgangs erwachsener Bürger ist in der Tat ein unglaublicher Skandal und deren Beendigung nun dringend erforderlich.

    Es gilt zuerst einmal festzuhalten, dass der Umgang erwachsener Menschen mit Cannabis in einem freiheitlichen Rechtsstaat wie dem unseren Nichts, aber auch gar Nichts mit den eigentlichen Wesensmerkmalen einer Straftat gemein hat. Wir finden hier keine Täter Opfer Situation, hier gibt es keinen konkret Geschädigten – und eine mögliche Selbstschädigung durch Cannabis – weit weniger zu befürchten, als bei vergleichsweise legalen Genussmitteln – ist in einem freiheitlichen Rechtsstaat keine Straftat!

    Es war ein wesentliches Kriterium von Unrechtsstaaten, das Strafrecht zur ideologischen Bevormundung seiner Bürger zu missbrauchen. Egal, ob es Tatbestände wie Rassenschande, Republikflucht oder Homosexualität waren, die durch das Strafrecht eine staatlich gewünschte Ideologie zur Pflicht machten, hier fand ein Missbrauch des Strafrechtes statt, wie er Diktaturen kennzeichnet. Interessant ist zum Beispiel, dass der Tatbestand der Rassenschande als Straftat mit dem unscharfen Begriff der “Volksgesundheit” begründet wurde und dieser Begriff auch heute die Begründung für ein strafrechtliches Cannabisverbot darstellt.

    Es ist also wirklich nicht leicht nachzuvollziehen, wenn auch noch der Bund der Strafrichter und die Gewerkschaft der Polizei von der Regierung hier eine Entkriminalisierung fordern, warum sich die Regierung weiterhin weigert, diese Diskussion endlich aufzunehmen. Doch auch hier scheint es das alte Problem der parlamentarischen Demokratie, Lobbyismus und Korruption. Die Pharmaindustrie, die hier in Deutschland schon ganz anderen Einfluss auf die Gesundheitspolitik genommen hat, die sorgt anscheinend auch dafür, dass Teile des Strafrechtes weiterhin im Sinne von Konzernen und nicht von freiheitlich-demokratischer Rechtsstaatlichkeit gestaltet bleiben. (> http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/pharma-firmen-verhindern-cannabis-legalisierung-901853446636.php )

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    1. Christian Meier

      Einer der besten Kommentare zu diesem Thema, die ich je gelesen habe!! Einfach klasse!!!
      Darf ich Ihren Kommentar kopieren und weiterverbreiten? Denn er trifft es genau auf den Punkt! Und sollte in den Köpfen der Prohibitionisten endlich mal ankommen!

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    2. KWR

      Danke für den klasse Text !

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  4. fruuf

    Um an Spitzfindigkeiten teilzunehmen:
    Man baut natürlich Hanf (lat. Cannabis) an, um aus den weiblichen Blüten das Cannabisharz, bekannt als Haschisch, zu gewinnen. Analog zu der gebräuchlichen Sprachform des „Weinanbaus“ dürfte somit wohl der Begriff „Haschischanbau“ sprachlogisch legitimiert sein. Keiner redet hier von „Weinrebenanbau“.

    Aber ist das wirklich die Ebene, auf der man in Deutschland meint, solche Berichte kommentieren zu müssen? Na dann wird es wohl wirklich noch Jahre dauern …..

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  5. Timo Strohmenger

    Ja, es ist ein wirklicher Skandal! Deswegen kommt alle am 02.05. ab 14 Uhr zum Global Marijuana March (GMM) und am besten bringt ihr noch 1 bis 2 Freunde mit!

    Danke
    Hanfige Grüße
    Timo

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  6. Michi

    Das Facebookevent zum GMM in Stuttgart ist hier

    https://www.facebook.com/events/703798369737611/

    Bitte weiterteilen und interessierte Freunde einladen.

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  7. Rastafari Birdman

    Guten Tag liebes Volk,

    „Cannabis ist in Deutschland legal“

    Zur Begründung:

    „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“
    Es dürfen bereits mehre Hundert Menschen legal in Deutschland Hanf anbauen und konsumieren.

    Erstaunlich das diesmal die Legalisierung nicht durch die Politik verkündet wurde, sondern von unten herauf durch Gesetzesurteile durch das Volk.

    Wird weiterhin eine gleichgültige Haltung der Politischen Offenbarung gezeigt, so wird ebenfalls eine gerichtliche Entscheidung die Politik zur Legalisierung zwingend auffordern

    Anscheinend versetzt der Glaube nicht nur Berge, sondern auch Freiheit.

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    1. C2G

      es stimmt nicht, dass mehrere hundert Menschen legal Hanf anbauen dürfen… soweit ich weiß, sind es gerade mal 3!!!

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    2. Maximilian Groß

      Niemand darf in Deutschland legal Cannabis anbauen! Auch Cannabispatienten, die ihre Medizinalblüten zwar legal kaufen dürfen (sofern es ausnahmsweise mal keine Lieferengpässe gibt weil Bedrocan eben eigentlich nur für die Niederlande produziert und eventuelle Überschüsse nicht nur nach Deutschland exportiert werden) und legal besitzen dürfen machen sich immernoch Strafbar wenn sie sich ihre Medikamente kostengünstig und mit einfachsten Mitteln selbst erzeugen. Nicht einmal die Patienten die deshalb vor Gericht gezogen und den Prozess gegen das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gewonnen haben dürfen das denn das Gericht hat entschieden, dass ihnen der Anbau nicht aus den vorgetragenen Gründen verboten werden darf. Eine Erlaubnis kann das Gericht nicht aussprechen.

      So ist es auch heute noch so dass vielen Patienten ihre dringend benötigte Medizin verwehrt wird. In Zukunft sollten die horrenden Kosten einer Behandlung mit Medizinalhanf (zwischen 15 und 20 Euro pro Gramm und dadurch gerne mal 200 Euro im Monat) zwar von den Krankenkassen erstattet werden, an dem Problem der stark eingeschränkten Verfügbarkeit ändert das aber leider nichts. Denn für die CDU ist der Eigenanbau der Patienten genauso undenkbar wie die Einrichtung einer Cannabisagentur um eigenen Medizinalhanf zu züchten oder eine Evaluierung der derzeitigen desaströsen Drogenpolitik.

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  8. Heinz Ketchup

    2 Millionen Menschen, die regelmäßig zum Joint greifen. Wo wurden die denn registriert? Was ist, wenn es 3 Millionen sind? Wollen wir die alle ins Gefängnis stecken? Kommt das nicht schon einer politischen Verfolgung gleich?

    Fragen über Fragen

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  9. guter mann

    Hallo wenn man sich nur mal das btm Gesetz ansieht ist dort bezüglich nur die THC Formel verboten aber wenn man ein atom ändert ist es wiederum legal und die als rauchermichungen verkauft werden da das aber reiner chemi ist und denn Körper zerstört und sogar zu Todesfällen führt frag ich mich warum so was legal ist und Cannabis ein rein natürlicher Produkt verboten da muss doch unsere Politik nur auf denn Kopf gefallen sein und die ganzen steuern wo der Staat bekommt und Polizei Ersparnis von einsetzten deutscher Staat du packst es immer wieder ins schwarze Licht zu rücken

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  10. Klaudi

    Kann da zur 100 % zustimmen!
    Es ist wirklich ein Skandal.
    Kranke Menschen müssen Dealer im Park suchen und sich Kriminal machen um ihre Medizin zu bekommen.
    Wenn ein Mensch mündig genug ist um zu arbeiten und Steuer zu zahlen dann ist er wohl auch mündig genug selbst zu entscheiden was ihm gut tut !
    Bewundere Menschen die sich dafür einsetzen.

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  11. Pingback: $68.000.000 für Cannabis | Merkels neuer Bürgerdialog | DHV News #32

  12. Sasha

    Ich verfolge andere Disskusionenen zu demselben Thema und eins wird wohl schon klar. Gegeseitige Parteien werden sich nicht einig, was Cannabis Konsum betrifft. Dabei ist es zu betonen, dass Alkohol und Tabak solche Aufregung nicht wecken. Ich benutze seit langem Vaporizer den ich gekauft habe und bin gesund, energievoll und relaxt.

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