Baden-Württemberg: Tierschutz-Bericht veröffentlicht

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Die Landestierschutzbeauftragte Dr. Cornelie Jäger hat auch für das vergangene Jahr den offiziellen Tierschutz-Bericht für Baden-Württemberg veröffentlicht. Besonders aufrüttelnde Berichte gab es dabei im letzten Jahr aus Schweine- und Geflügelhaltungen. Darüber hinaus lösten die dramatischen Filmaufnahmen von den Versuchs-Makaken in Tübingen heftige Debatten aus.

2014 war ein turbulentes Jahr

 

„Manchmal möchte man am liebsten nicht mehr hinsehen müssen, aber genau das ist unsere Pflicht. Sollte dem Menschen eine Sonderstellung in der Umwelt zukommen, dann genau in der Hinsicht, dass wir Verantwortung für die Auswirkungen unseres Lebenswandels übernehmen können und müssen“, kommentierte die Landesbeauftragte für Tierschutz auch ihre eigene Arbeit.

Insgesamt zieht Jäger eine zuversichtliche Bilanz und ist sich sicher, dass Tierschutz ganz im Sinne des Zitates von Albert Schweitzer „Erziehung zur Menschlichkeit“ ist. So freut sich Jäger beispielsweise über die gelungene Gründung eines Vereins, der unbürokratisch bei Tierschutzfällen unterstützen soll, wenn Tierhalterinnen oder -halter unverschuldet in Not geraten sind.

Lediglich das Projekt „Fachforum Primaten“, bei dem die vielen offenen Fragen zu den Neurokognitionsexperimenten an Makaken interdisziplinär bearbeitet werden sollten, will die Landesbeauftragte aufgrund der aktuellen Entwicklungen als überholt aufgeben. „Ich fürchte, dass wir kaum mehr geeignete Personen für ein solches Forum finden würden, die nicht schon eine feste Position zu diesem Thema eingenommen haben.

Unter solchen Bedingungen ist es schwierig, neue Ideen und Lösungsansätze zu finden“, begründete Jäger ihre Entscheidung. Die Stabsstelle wird sich allerdings weiterhin – möglichst auch durch Bundesratsinitiativen – dafür einsetzen, die invasiven Experimente an Affen im Hinblick auf die Belastungen und den zu erwartenden Nutzen zutreffender zu bewerten.

Die daraus resultierenden ethischen Abwägungen sollten schließlich dazu führen, die umstrittenen Experimente auf diesem durch das Tierschutzgesetz vorgezeichneten Weg abzulösen. Zu erwägen wäre nach Ansicht der Landestierschutzbeauftragten allerdings, ob man die Debatte über Tierversuche nicht breiter anlegen sollte. „Es ist mein großer Wunsch, auch anderen Versuchstierarten und Fragestellungen einen angemessenen Platz in der Debatte zu verschaffen. Außerdem sollte das Potential der gesamten Forschung im Sinne der 3R (Replace, Reduce, Refine) noch viel mehr ausgelotet und genutzt werden. Durch Alternativmethoden sowie durch begleitende Forschung über die Tiere selbst könnte man sicher große Fortschritte zugunsten der Tiere und zugunsten einer exzellenten Wissenschaft erreichen“, sagte Dr. Jäger abschließend.

Wer sich weiterführend für den Tierschutz interessiert, kann sich den Tierschutz-Bericht hier durchlesen.

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2 Kommentare

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